WÜRZBURG – Stadt und Universität haben in den vergangenen Monaten Seite an Seite für den Exzellenztitel gearbeitet. Dabei ist deutlich geworden: Wissenschaft und Forschung sind nicht nur an der Universität zu Hause – sie gehören zur Identität der gesamten Stadt.
Die Entscheidung der „Exzellenzkommission“ kommentiert Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig am Nachmittag enttäuscht, aber auch mit großer Dankbarkeit in Richtung Universität und allen Unterstützerinnen und Unterstützern:
„Würzburg hatte mit dem heutigen Tag große Hoffnungen verbunden. Die Entscheidung sorgt nun nach einem langen Bewerbungsmarathon für eine gewisse Leere und hängende Köpfe. Ich möchte gleichwohl Präsident Pauli und der gesamten Universität zu der hervorragenden Arbeit und dem großen Engagement, mit dem sie sich in diesem Verfahren präsentiert haben von Herzen gratulieren. Wie natürlich auch Glückwünsche aus Würzburg an die nun erfolgreichen Hochschulen gehen, die sich in einem sehr anspruchsvollen Wettbewerb und Teilnehmerfeld durchsetzen konnten!
Gleichzeitig sollten wir den Blick auf das richten, was in den vergangenen Monaten gemeinsam entstanden ist. Universität, Stadt und Stadtgesellschaft haben Seite an Seite für ein gemeinsames Ziel gearbeitet. Dabei ist ein besonderer Exzellenzspirit entstanden, der weit über die Bewerbung hinaus Wirkung entfaltet.
Zahlreiche Veranstaltungen, Wissenschaftsführungen, Ausstellungen und gemeinsame Projekte haben gezeigt, wie eng Wissenschaft und Stadtgesellschaft miteinander verbunden sind. Diese Verbindung wollen wir weiter stärken.
Die Entscheidung beendet deshalb nicht unseren gemeinsamen Weg. Im Gegenteil: Die vielen Ideen, Netzwerke und Projekte, die in diesem Prozess entstanden sind, sind eine solide Grundlage dafür, den Wissenschafts- und Innovationsstandort in Nordbayern konsequent weiterzuentwickeln. Die nun im Rahmen der Bewerbung geleistete Vorarbeit dürfte sich noch als nützlich erweisen, im steten Wettbewerb um Fördermittel und bessere Rahmenbedingungen bleiben die Argumente pro Würzburg weiter von Gewicht.“
Hintergründe zum Hochschulstandort Würzburg und zum „Exzellenzspirit“
Über viele Monate hinweg haben die Stadt und die Universität gemeinsam für das Ziel gearbeitet, den Wissenschaftsstandort weiter zu stärken und den Exzellenzgedanken sichtbar in der Stadtgesellschaft zu verankern. Präsident Pauli war Anfang dieses Jahres im Stadtrat zu Gast und warb dafür, einen echten „Exzellenzspirit“ in der gesamten Stadt zu entwickeln.
Dieser Gedanke ist in den vergangenen Monaten auf vielfältige Weise sichtbar geworden: durch Beflaggungsaktionen, kostenlose Wissenschaftsführungen, Ausstellungen zur Innovationslandschaft und zur Stadtentwicklung sowie zahlreiche weitere Veranstaltungen und Aktivitäten. Wissenschaft wurde damit nicht nur innerhalb der Universität präsentiert, sondern mitten in der Stadt erlebbar gemacht.
Wissenschaft ist Teil der Stadtgeschichte
Die Stadt blickt auf eine lange und stolze Wissenschaftstradition zurück, die bis ins Jahr 1402 reicht. Diese Tradition steht nicht nur in Büchern. Sie ist im Stadtbild, in historischen Gebäuden, im kulturellen Leben und im täglichen Rhythmus der Stadt präsent.
Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrende und medizinische Fachkräfte leben nicht neben der Stadt – sie leben in ihr. Sie prägen die Stadtgesellschaft und tragen entscheidend zu ihrer Entwicklung bei.
Wissenschaft ist deshalb weit mehr als das, was in Laboren und Hörsälen geschieht. Sie ist ein Teil der städtischen Identität. Der Anspruch „Würzburg – Stadt der Wissenschaft und der Künste“ bringt diese Verbindung auf den Punkt. Exzellenz entsteht durch Vernetzung: Im Netzwerk Wissen² ziehen Stadt, Universität, Technische Hochschule (THWS) und weitere Bildungsakteure an einem Strang.
Die richtige Größe für Innovation
Eine besondere Stärke unseres Wissenschaftsstandorts liegt in der Größe. Würzburg ist groß genug, um international sichtbar zu sein, und gleichzeitig kompakt genug, damit Menschen sich begegnen und unkompliziert zusammenarbeiten können.
Innovation beginnt dabei nicht immer in offiziellen Sitzungen. Sie entsteht häufig bei Gesprächen im Café, auf Universitätsfluren oder bei kulturellen Veranstaltungen. Wo Menschen unterschiedlicher Fachrichtungen und Hintergründe zusammenkommen, können neue Ideen entstehen.
Hubland Nord: Gemeinsame Entwicklung, gemeinsame Zukunft
Ein herausragendes Beispiel für die enge Zusammenarbeit von Stadt und Universität ist die Entwicklung des Campus Hubland Nord. Durch die gemeinsame Entwicklung konnte ein neuer Raum für Wissenschaft, Wohnen, Forschung und Innovation geschaffen werden.
Heute finden sich dort unter anderem studentisches Wohnen, moderne Forschungseinrichtungen, Unternehmen aus den Bereichen IT und Künstliche Intelligenz sowie ein wachsendes Startup-Ökosystem. Hier sind Innovationsorte wie das ZDI und Skyline Hill entstanden – für etablierte Entrepreneure ebenso wie für die, die es werden wollen.
Damit wird eine zentrale Idee des Wissenschaftsstandorts sichtbar: Ideen wandern aus den Hörsälen in die Labore – und von dort in Unternehmen und in die Gesellschaft.
Eine internationale Stadt
Würzburg ist vielfältig, weltoffen und international. Rund ein Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner hat einen Migrationshintergrund. Internationale Studierende und Forschende finden deshalb eine vielfältige Stadtgesellschaft und ein internationales Umfeld vor.
Gemeinsam haben Stadt und Hochschulen in diesem Jahr ein neues Welcome Centre in der Innenstadt am Marktplatz eröffnet. Es unterstützt internationale Studierende, Forschende und Mitarbeitende unter anderem bei der Wohnungssuche, bei Fragen zu Aufenthalt und Genehmigungen, bei der Orientierung auf dem lokalen Arbeitsmarkt und bei vielen weiteren Anliegen.
Darüber hinaus organisieren Stadt und Universität gemeinsame Empfänge und Netzwerkveranstaltungen mit internationalen Communities und Organisationen.
Internationale Talente kommen nicht einfach in die Stadt – sie sind ein wichtiger Teil ihrer Zukunft.
Wissenschaft schafft Lebensqualität
Die enge Verbindung von Stadt und Universität erzeugt eine besondere Symbiose. Sie stärkt die wirtschaftliche Entwicklung, die Innovationslandschaft und zugleich die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger.
Besonders deutlich wird dies im Bereich Medizin. Universität und Universitätsklinikum gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt und machen den Standort zu einem bedeutenden Zentrum für medizinische Forschung und Gesundheitsversorgung in Deutschland.
Forschungserfolge, beispielsweise in der Krebsmedizin, wirken weit über die Stadtgrenzen hinaus. Wissenschaftliche Erkenntnisse können damit unmittelbar zu einer besseren Gesundheitsversorgung und mehr Lebensqualität beitragen.
Exzellenz braucht ein Umfeld
Exzellenz entsteht nicht automatisch. Sie braucht Visionen, starke Partnerschaften und langfristige Investitionen. Dazu gehört auch eine enge Verbindung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Stadtgesellschaft und Politik. Ein konkretes Beispiel für dieses starke Transfer-Netzwerk ist der Zusammenschluss GiM (Gründen in Mainfranken): Hier bündeln Stadt, Universität (JMU), Technische Hochschule (THWS) Gründerzentren, IHK, HWK und weitere gründungsfördernde Institutionen und Einrichtungen ihre Kräfte. Genau diese enge Begleitung von Ausgründungen aus der Wissenschaft heraus zeigt, wie der Wissenstransfer in Würzburg gelebt wird und wie die Region direkt von der wissenschaftlichen Exzellenz der Universität profitiert.
Öffentliche Investitionen in Forschung und Hochschulen wirken deshalb weit über den Campus hinaus. Sie stärken wissenschaftliche Erkenntnisse, wirtschaftliche Innovation, Gesundheitsversorgung und die langfristige Zukunftsfähigkeit einer Region.
Gerade in einer Stadt, in der die Wege zwischen Universität und Stadtgesellschaft kurz sind, wird diese Wirkung besonders deutlich.
„Jede Investition in die Universität ist damit zugleich eine Investition in die Zukunft der Stadt und der gesamten Region. Unsere Stadt und unsere Universität bilden den Nährboden für Exzellenz, Innovation und neue Ideen. Mit den richtigen Rahmenbedingungen können daraus nachhaltige Entwicklungen entstehen, die weit über die Stadt hinauswirken“, so Heilig zur symbiotischen Beziehung zwischen Hochschule und Region.
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

