BOLOGNA / WÜRZBURG – Forschende des Instituts für Angewandt Sozialwissenschaften (IFAS) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) haben auf dem 18. World Congress of Music Therapy (WCMT) im italienischen Bologna ihre aktuellen Forschungsergebnisse vorgestellt.
Im Europa-Saal des Kongresszentrums präsentierten Prof. Dr. Thomas Wosch, Dr. Laura Blauth, Albina Chafisuf sowie Carina Petrowitz zum Thema „Connecting borders between people with dementia, their caregivers and the community: Roles and impact of music therapists“ ihre Beiträge, sowie neben diesem Roundtable drei wissenschaftliche Paper, einen weiteren Roundtable, eine Pre-Conference sowie ein World-Café, einen Workshop und ein Poster.
Im Mittelpunkt des Beitrags von THWS-ProPere-Doktorandin Albina Chafisuf (kooperative Promotion der Psychologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg) stand die Frage, wie musikbasierte Interventionen die psychische Gesundheit häuslich pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz unterstützen können. Auf Grundlage der deutschen Daten des internationalen HOMESIDE-Projekts untersucht Albina Chafisuf insbesondere die Auswirkungen auf depressive Symptome sowie Lebensqualität, Resilienz und Beziehungsqualität der pflegenden Angehörigen. „Ihre Forschung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung evidenzbasierter Unterstützungsangebote für eine Personengruppe, die wesentlich die häusliche Demenzversorgung trägt“, so Prof. Dr. Wosch, denn 87 % der deutschen Demenzbetroffenen würden häuslich gepflegt, davon 78 % hauptsächlich durch Angehörige. HOMESIDE untersucht die Wirkung musiktherapeutischer und lesetherapeutischer Angebote für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen.
Daneben boten die IFAS-Forschenden ein Paper zum ersten vollautomatisierten Assessment Musikalischer Interaktion in Klinischen Improvisationen (Projekt „HIGH-M“) sowie ein Poster zu musikbasierten Strategien und Gesundheitsökonomie für Demenzpflegende, ein World Café zur Interaktion von Praxis, Lehre und Forschung sowie ein Paper zur Einzelmusiktherapie für geflüchtete Kinder mit besonderen Bedürfnissen.
Die Zukunft der Musiktherapie
„Der internationale Kongress bot eine wertvolle Plattform für den wissenschaftlichen Austausch mit Forschenden, Lehrenden sowie Praktikerinnen und Praktikern aus aller Welt“, fasst Prof. Dr. Wosch zusammen. „Besonders bereichernd waren die interdisziplinären Diskussionen.“ Der weitere Ausbau internationaler Kooperationen auf dem Weltkongress trage dazu bei, innovative Interventionen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen weiterzuentwickeln, die Einbeziehung von künstlicher Intelligenz in die Musiktherapie-Diagnostik auszuweiten, internationale Praxis-Lehre-Forschungs-Aspekte zu integrieren und das wachsende Anwendungsfeld der Musiktherapie für Menschen mit Flucht- und Gewalterfahrung inklusive Menschen mit Behinderung weiterzuentwickeln.
Die Teilnahme am Weltkongress wurde durch die Projekte ProPere (ein strategisches Projekt der THWS zur langfristigen Gewinnung und Entwicklung von professoralem Personal), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und kooperierenden Praxiseinrichtungen ermöglicht.
Auf den Fotos:
Forschende des THWS-Instituts für Angewandte Sozialwissenschaften auf dem 18. World Congress of Music Therapy in Bologna, Italien (Foto: THWS/Thomas Wosch)
IFAS-Forscherin und Forscher stellen zusammen mit ihren internationalen Partnerinnen aus USA, Australien und Österreich ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor (Foto: THWS/Thomas Wosch)
Zwei IFAS-Forscher zusammen mit Forschenden aus Großbritannien, Dänemark und USA auf der vom IFAS geleiteten Pre-Conference zu Music Therapy Assessment auf dem Weltkongress für Musiktherapie in Bologna (Foto: THWS/Thomas Wosch)



