Seit Jahren ungeschlagen gegen Ingolstadt: Ist das ein gutes Omen für die Schnüdel?

Seit Jahren ungeschlagen gegen Ingolstadt: Ist das ein gutes Omen für die Schnüdel?

SCHWEINFURT – 3:1 und 1:1 – außer gegen Hoffenheim 2 hatte der FC 05 letzte Saison in der 3. Liga nur gegen den FC Ingolstadt eine positive Bilanz. Nicht nur das könnte ein gutes Omen sein, wenn im Frühjahr 2027 die Schanzer als Gegner im Pokal-Halbfinale in die Riedel Bau-Arena kommen.

2019 war´s, als es das Duell schon mal im Pokal gab. Nach den Siegen in Lohr und in Aschaffenburg schlugen die Schnüdel Ingolstadt dramatisch nach Elfmeterschießen. Unten zur Erinnerung nochmals der große Bericht – und dazu sechs schöne Fotos unterhalb der werbung ganz am Ende.

In der Saison schieden die Schweinfurter dann aber im Viertelfinale in Aschaffenburg aus, nachdem sie zuvor mit Endspielsiegen in Burghausen und Bayreuth zwei Mal den Pokal gewannen und belohnt wurden mit großen Heimspielen gegen Eintracht Frankfurt und Schalke 04.

Es wird also mal Zeit für ein Verbands-Pokal-Finale zuhause. Bei einem Sieg gegen Ingolstadt ginge es gegen den Gewinner aus Aubstadt gegen Regensburg.

Endlich Euphorie? Der FC 05 begeistert gegen Ingolstadt – MIT VIELEN FOTOS UND JUBELVIDEO!

SCHWEINFURT – Als am Dienstagabend zum nicht unbedingt erwarteten Elfmeterschießen dann doch das Flutlicht angeschaltet werden musste, da konnte man es ja fast schon ahnen: Wenn´s hell leuchtet im Willy-Sachs-Stadion, dann setzt das zusätzliche Kräfte frei bei den Schnüdeln. Wobei diesmal eher volle Konzentration notwendig war beim hyperspannenden Showdown.

Dieses Tor, von der Tribüne aus gesehen links: Es ist nicht das Gehäuse, von dem Marco Knaller wunderschöne Träume hat. Im Sommer 2017 kassierte er im Dress des Zweitligisten SV Sandhausen hier zwei Gegentreffer, baute bei einem richtig Bockmist. Und nun, etwas mehr als zwei Jahre später, bezwangen den Keeper des FC Ingolstadt vom ominösen Punkt aus Marco Frischer, Adam Jabiri, Amar Suljic, Sascha Korb und letztlich Pius Krätschmer. Alle fünf Schweinfurter Schützen verwandelten ziemlich souverän. FC 05-Torwart Luis Zwick aber fischte Patrick Susseks Ball aus der Ecke. Entscheidend!

Und so erklärt sich das Weiterkommen der Unterfranken im BFV-Pokal. Das absolut gerechte Weiterkommen! „Auch wenn er aus unerer Sicht unglücklich ist, so ist der Sieg verdient, klar“, gab mit Florian Zehe der aus Obereuerheim stammende Kaderplaner des FCI zu, der in Runde eins noch in der Rhön ganz entspannt das Lockersiegen seiner Mannschaft verfolgen konnte beim klaren 8:1-Erfolg in Burgwallbach. Diesmal aber „waren wir in der Summe weit weg von dem, was wir machen wollten. Dass vier, fünf Spieler der ersten Mannschaft zuhause geblieben sind, kann das nicht entschuldigen. Wir hatten schon den Anspruch, hier besser zu spielen“, analysierte Zehe.

Die Schweinfurter, die das frühe Aus von Innenverteidiger Lamar Yarbrough (Verdacht auf Syndesmosebandverletzung) verkrafteten, hatten die besseren Chancen, spielten eindeutig nicht wie eine Mannschaft aus einer Liga unter der der Ingolstadter. Belohnt wurden sie erst Mitte der zweiten Halbzeit, als der frisch zuvor eingewechselte Adam Jabiri bei einem Konter sich gegen Peter Kurzweg, Marcel Gaus und dem aus dem Kasten eilenden Keeper Knaller festzulaufen schien, mit einem Geistesblitz aber den rechts von ihm frei stehenden Amar Suljic sah. Für den war das Tor so frei. Und er war so frei, dem alten Verein einen einzuschenken. Ausgerechnet der Ex-FCI-Stürmer traf und schien das Goldene Tor zu erzielen. Den Schock der langen, vierminütigen Nachspielzeit überstanden die Schnüdel dann auch irgendwie. Doch 25 (!) Sekunden vor dem Ende legte Fatih Kaya dann doch noch ein Ei ins Nest. Die Stadionregie musste das Licht anmachen, aus Ernüchterung wurde kaum zehn Minuten danach jedoch eine Riesenbegeisterung.

Kaum vorstellbar, wie die Fans eine Meisterschaft, einen Aufstieg in die 3. Liga oder den nächten Pokalsieg vor Ort feiern würden. Die Fete diesmal? War schon richtig klasse! „Jetzt wünsche ich mit den TSV 1860 München, weil wir da auf alte Bekannte treffen würden“, hätte FC 05-Macher Markus Wolf nichts gegen ein Los, das Herbert Paul und Marius Willsch zurück bringen würde nach Schweinfurt. Gerne dürfen es auch die Würzburger Kickers sein, die leicht souveräner in Aubstadt weiter kamen als die Löwen in Dachau, die vor fast 2500 Zuschauern erst im Elfmeterschießen siegten. Da hätte man ja noch eine Rechnung offen… Diesmal waren es übrigens genügend U23-Spieler im Kader der Schnüdel. Und die wird man auch am Samstag haben, wenn der FC Memmingen ins Willy-Sachs-Stadion kommt. „Ich hoffe auf 1500 bis 2000 Zuschauer“, so Wolf, der immer noch an einen Schnitt von 2000 glaubt. „Wenn wir oben bleiben, dann können wir das schaffen. Es ist schön, wenn es die Region jetzt annimmt, wie wir attraktiven Fußball spielen!“ Anscheinend gelingt es nun endlich: Der Funke springt über von einem Team, dass die Leute auf den Rängen begeistern kann.

Fußball, BFV-Pokal, Achtelfinale: 1. FC 05 Schweinfurt – FC Ingolstadt 04: 6:5 (1:1, 0:0) n. E.
Schweinfurt: Zwick – Fritscher, Billick, Yarbrough (8. Kleineheismann), Lo Scrudato – Korb, Krätschmer – Laverty (66. Jabiri), Danhof, Suljic – Maderer (83. Awata).
Ingolstadt: Knaller – Antonitsch (78. Beister), Paulsen, Kotzke, Kurzweg – Sussek, Krauße, Pintidis (60. Gaus), Wolfram (70. Kutschke) – Kaya, Bilbija.
Schiedsrichter: Manuel Steigerwald (SV Gräfendorf).
Tore: 1:0 (68.) Amar Suljic (68.), 1:1 (90.+4) Fatih Kaya.
Elfmeterschießen: 1:2 Beister, 2:2 Fritscher, 2:3 Kaya, 3:3 Jabiri, 3:4 Kutschke, 4:4 Suljic, Zwick pariert gegen Sussek, 5:4 Korb, 5:5 Gaus, 6:5 Krätschmar.
Gelb: Korb, Fritscher, Lo Scrudato, Jabiri – Wolfram.
Zuschauer: 2029.

Unterhalb des Videos geht´s weiter…

Trainerstimmen:

Timo Wenzel
Ich bin überglücklich! Für die Fans war es ein anstregendes, aber auch sehr gutes Spiel. Wir haben Mentalität und Leidenschaft bewiesen gegen den schwersten Gegner, den wir ziehen konnten. Wir sind stolz, da wächst was zusammen. Die Mannschaft weiß jetzt, dass sie jeden Gegner schlagen kann. Stefan Kleineheismann war nach seiner Einwechslung sofort da und hat der Abwehr Stabilität gegeben. Für ihn war´s nicht einfach, weil er die letzten Wochen kaum gspielt hat. Jabbo war müde, kam deshalb erst von der Bank. Aber der alte Junge ist immer da, wenn er rein kommt und ist Gold wert für uns. Jetzt ist mit völlig egal, gegen wen wir im Viertelfinale spielen. Das ist immer 50:50 – und wir können jeden Gegner schlagen.

Jeff Saibene
Ich gratuliere Schweinfurt zum Sieg. Das war das erwartet schwere Spiel für uns. Wir befinden uns ein wenig in einer Negativspirale und legen den Fokus auf die Meisterschaft. Wichtig ist am übernächsten Wochenende die 3. Liga. Wir hatten heute vier, fünf 19-Jährige auf dem Platz. Trotzdem ist die Niederlage eine große Enttäuschung. Wir wollten natürlich weiter kommen im Pokal.

Adam Jabiri
Amar lief beim Tor mit mir mit, als sein Gegenspieler auf mich zulief, hat er gut geschrien – und ich habe den Ball besser rüber gespielt zu ihm, als dass ich den Torwart anschieße… Wir haben heute ein super Spiel gemacht, waren in allen Belangen besser. Ingolstadt hat es nur mit langen Bällen versucht, hat damit dann ja auch das 1:1 gemacht. Aber die bessere Mannschaft ist weiter gekommen. Bei einem Elfmeterschießen hat man dann immer Puls, auch als erfahrener Spieler. Da kommt man nicht daran vorbei. Das ist ja selbst als Zuschauer so beispielsweise bei einer WM. Auch Samstag wollen wir gegen Memmingen wieder drei Punkte holen. Momentan haben wir 22, damit würden wir am Ende der Saison absteigen. Zum Regionalligaspiel sind wieder alle Fans herzlich willkommen. Von mir aus können da auch mal 8000 Zuschauer kommen…

Spieler des Spiels: Amar Suljic
Ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein traf der Neuzugang der Schnüdel doppelt: Erst zum 1:0, dann souverän im Elfmeterschießen, durch das auch Keeper Luis Zwick zum Helden und potenziellen Spieler des Tages wurde.

Schiedsrichter Manuel Steigerwald
Er erwischte nicht seinen besten Tag und ahndete so gut wie jedes härtere Foul der Schweinfurter mit Gelb, ließ die Ingolstadter oft ungeschoren davon kommen. Aus so einer Situation entwickelte sich in Halbzeit zwei eine Rudelbildung, die maßgeblich war für die lange Nachspielzeit, in der Ingolstadt ausgleichen konnte.

Sport König aus Werneck im Landkreis Schweinfurt präsentiert den regionalen und lokalen Fußball. Und darunter folgen sechs Fotos von damals.

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