WÜRZBURG – Das Stadtarchiv Würzburg wird zum Ort einer besonderen Begegnung von Geschichte und Gegenwart: Mit der Tanzaufführung „Tanzerbe. Eine Annäherung an Laban & den Ausdruckstanz“ erinnert die Choreografin Lisa Kuttner an Rudolf von Laban und dessen Aufbau eines Choreografischen Instituts in Würzburg in den Jahren 1926/27.
Im Jubiläumsjahr greift die Aufführung diese historische Verbindung auf und eröffnet einen neuen künstlerischen Zugang zu einem bedeutenden Kapitel der Tanzgeschichte.
Die Premiere findet am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 19 Uhr statt. Eine weitere Aufführung folgt am Freitag, 23. Oktober, um 18 Uhr. Veranstaltungsort ist das Stadtarchiv Würzburg.
Rudolf von Laban (1879–1958) zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des modernen Tanzes. Seine Auseinandersetzung mit Bewegung, Raum und körperlichem Ausdruck wirkt bis heute nach. Mit „Annäherung an Laban“ nimmt Lisa Kuttner diesen historischen Bezug zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Auseinandersetzung, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Beziehung setzt. Ihre choreografische Handschrift verbindet Feingefühl, Eleganz und die Lust am Experiment mit der besonderen Atmosphäre historischer Räume.
Das Archiv bewahrt, was war. Der Tanz bringt Bewegung in die Gegenwart. Beide eröffnen neue Zugänge zu menschlicher Erfahrung und Geschichte. Dieser Gedanke bildet einen Leitfaden für die Begegnung im Stadtarchiv. Denn historische Überlieferung muss nicht allein über Dokumente, Texte und wissenschaftliche Forschung zugänglich werden. Kunst kann Geschichte auf andere Weise erfahrbar machen und neue Perspektiven auf die Vergangenheit eröffnen.
„Das Stadtarchiv ist für mich weit mehr als ein klassischer Bildungs- und Kulturort. Wir bewahren das historische Gedächtnis unserer Stadt und machen es für kommende Generationen zugänglich. Gleichzeitig verstehen wir uns als offenes Haus für die gesamte Stadtgesellschaft. Wir möchten Menschen, Ideen und unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen zusammenbringen. Die Begegnung mit der freien Tanzszene ist deshalb kein Widerspruch zu unserem Auftrag, sondern eine Bereicherung. Mit solchen Projekten verbinden wir das historisch Überlieferte mit der Lebendigkeit der Gegenwart und schaffen neue Zugänge zu Kultur und Geschichte“, betont die kommissarische Leiterin des Stadtarchivs Sabrina Zinke.
Dass die Aufführung gerade im Stadtarchiv stattfindet, verleiht dieser Auseinandersetzung eine besondere Dimension. Das Haus bewahrt Zeugnisse der Würzburger Stadtgeschichte und wird zugleich selbst zum Raum für eine lebendige kulturelle Erfahrung. Die historische Verbindung zu Laban erhält dadurch eine gegenwärtige Fortsetzung: Aus der Erinnerung an ein Kapitel Würzburger Tanzgeschichte entsteht eine neue Begegnung zwischen Stadtarchiv, freier Kunstszene und Stadtgesellschaft.
Für die Dauer der Tanzperformance wird auch das Foyer zum künstlerischen Aufführungsraum. Die dort präsentierte Ausstellung „Blind Spot“ pausiert deshalb vorübergehend und ist ab dem 2. November 2026 wieder im Foyer des Stadtarchivs zu sehen.
Aufgrund der begrenzten Zahl an Zuschauerplätzen erbitten wir eine vorherige Anmeldung unter: contact@tanzraum-wuerzburg.de
Auf dem Bild: Annäherung an Laban im Stadtarchiv. Foto: Christian Weiß

