SCHWEINFURT – Wer hätte das nach dem 23. Juli gedacht? Damals fertigte der TSV Aubstadt den 1. FC Schweinfurt 05 zum Regionalliga-Auftakt gleich mit 5:1 ab. Rund zweieinhalb Monate später ist im Grabfeld der Trainer weg und bei den Schnüdeln herrscht leichte Zuiversicht.
Das 1:1 in Unterhaching mit der wirklich ordentlichen Leistung hat die Talfahrt mit zuletzt vier Pleiten in Serie gestoppt. Die wenigen mitgereisten Fans (für einen Freitagabend, die Pleitenfolge und die weite Strecke waren es irgendwie dann doch viele…) feierten das Team. In der Hoffnung, dass die Mannschaft sich weiter steigert.
Das muss sie auch angesichts Tabellenplatz 14 mit nur einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze oder zumindest Greuther Fürth 2 auf dem ersten Relegationsplatz. Wobei die beiden nun folgenden Heimspiele einer Englischen Woche (die mit dem Gastspiel bei Tabellennachbar FC Augsburg 2 endet) schon irgendwie ekelhaft klingen. Denn beide Gegner muss man eigentlich schlagen. Das Murren von den Rängen, sollte es nicht wie gewünscht laufen, kennt man in Schweinfurt ja zur Genüge.
Zunächst kommt mit dem SC Eltersdorf ein Aufsteiger, der bei zwei Regionalliga-Gastspielen die letzten Jahre jeweils postwendend wieder abstieg – trotz erst 39 und dann sogar 41 ordentlichen Punkten. 15 sind es jetzt schon, wobei die Mittelfranken am ersten Spieltag bei Bayern München 2 und zuletzt bei Tabellenführer Buchbach gewannen. Zur Erinerung: Die Schnüdel holten aus beiden Partien zusammen einen Zähler. Illertissen, 3:0-Sieger in Schweinfurt, schlug Eltersdorf mit 3:0…
Fakten, die für den Neuling sprechen, der sich gewiss gute Chancen ausrechnet am Freitag, den FC 05 mächtig ärgern zu können. Und das mit Akteuren mit grün-weißer Vergangenheit: Bernd Eigner spielte in den 90ern mal für die Unterfranken, hatte seine beste Zeit danach in der 1. Bundesliga bei St. Pauli, trainierte mal für zwei Jahre den 1. FC Sand und seit inzwischen über zehn die Eltersdorfer. Tom Feulner war 2025 Mitglied der Schweinfurter Meistermannschaft – und der leider verletzte André Karmann aus Buch bei Theres in den Haßbergen, lange Jahre Leistungsträger der Sander, stammt aus der Jugend des FC 05.
Vier Tage später geht´s wieder unter Flutlicht gegen das mit sechs Niederlagen in die Saison gestartete einstige Schlusslicht aus Ansbach. Das hat die Rote Laterne inzwischen an Landsberg weiter geleitet, gewann beim Aufsteiger, schlug auch Eltersdorf und Bayreuth, verlor zuletzt deutlich mit 0:4 bei den Münchner Löwen, die mutmaßlich dann doch schon am Saisonende das Team stellen werden, das gegen den Vertreter der Regionalliga Nord um den Aufstieg in die 3. Liga relegieren wird. Weiche Flensburg, Drochtersen/Assel, der FSV Schöningen und Phoenix Lübeck stehen dort aktuell oben, alles Teams, die wie Buchbach, Memmingen und Eichstätt in Bayern eher nicht für Profifußball in Frage kommen. Eher schon der VfB Oldenburg oder Hannover 2, das vor wenigen Jahren mal die Würzburger Kickers am Aufstieg hinderte.
Zurück nach Schweinfurt, wo die Ansbacher im April 2025 mit 2:1 triumphierten (siehe unser Aufmacherbild), einen Monat bevor die Schnüdel dann die Würzburger Kickers schlugen und an einem denkwürdigen Freitagabend aufstiegen. Alles gerade mal eineinhalb Jahre her, aber gefühlt schon wieder Ewigkeiten weg.
Ohne es den Medien bislang mitzuteilen, hat der FC 05 anscheinend zwei Aktionen ins Leben gerufen: Den Tag der Vereine gegen Eltersdorf und den Tag der Studenten gegen Ansbach. Freitag kommen Interessenten für fünf Euro auf einen Stehplatz, Dienstag mit Ausweis sogar gratis in die Riedel Bau-Arena. Zu einer Aktion wie in Bayreuth, wo fast 5.000 Fans bei generell freiem Eintritt das 5:0 gegen Landsberg sahen, konnten sich die Schnüdel bislang noch nicht durchringen. Vielleicht ja am 23. Oktober gegen Schlusslicht Landsberg, wieder an einem Freitag, wenn parallel die Mighty Dogs nebenan Eishockey spielen. So wie schon diesen Freitag, was beiderseits Zuschauer kostet. Vereinsaktion hin oder her. Clever ist das nicht!
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