TV Großwallstadt reist mit Rückenwind zum Frankenderby nach Coburg

TV Großwallstadt reist mit Rückenwind zum Frankenderby nach Coburg
Foto: Felix Müller

COBURG / GROSSWALLSTADT – Nach dem ersten Saisonsieg wartet auf den TV Großwallstadt das bayerische Derby. Am Samstag, den 26. September 2026, treten die Wällster um 18 Uhr beim HSC 2000 Coburg an.

Während der TVG mit Rückenwind in die Vestestadt reist, mussten sich die Oberfranken am Mittwochabend im DHB-Pokal dem Erstligisten Frisch Auf Göppingen geschlagen geben.

Der TV Großwallstadt hat am vergangenen Wochenende den erhofften Befreiungsschlag geschafft. Nach drei Niederlagen zum Saisonauftakt setzte sich die Mannschaft von Trainer André Lohrbach in der Untermainhalle verdient mit 29:24 gegen den ASV Hamm-Westfalen durch und belohnte sich damit für die positive Entwicklung der zurückliegenden Begegnungen.

Nun möchten die Blau-Weißen auch auswärts nachlegen. Die Aufgabe beim HSC 2000 Coburg dürfte allerdings alles andere als einfach werden. In der stimmungsvollen HUK-Coburg Arena wartet ein intensives Frankenderby gegen einen Gegner, der in dieser Woche bereits zum zweiten Mal vor eigenem Publikum antritt.

Starke Defensive als Grundlage für den ersten Erfolg

Gegen Hamm legte der TVG den Grundstein für den ersten Saisonsieg in der Abwehr. Bis zum 8:8 verlief die Begegnung ausgeglichen, anschließend setzten sich die Wällster mit vier Treffern in Folge ab. Diesen Vorsprung gab Großwallstadt nicht mehr aus der Hand.

Hinter der kompakten Defensive überzeugte Žiga Urbič mit zwölf Paraden. Auch im Angriff verteilte sich die Verantwortung auf mehrere Schultern. Dmytro Redkyn war mit sechs Treffern erfolgreichster Werfer, Patrick Gempp und Yessine Meddeb erzielten jeweils fünf Tore. Florian Eisenträger und Ole Klimpke trafen je viermal.

An diese geschlossene Mannschaftsleistung möchte der TVG in Coburg anknüpfen. Entscheidend wird sein, auch in der aufgeheizten Derbyatmosphäre geduldig zu bleiben und die defensive Stabilität über die gesamte Spielzeit aufrechtzuerhalten.

Coburg nach schwierigem Saisonstart im Aufwind

Der HSC 2000 Coburg ist mit einer knappen 30:31-Heimniederlage gegen den 1. VfL Potsdam in die Saison gestartet. Eine Woche später erlebten die Oberfranken beim VfL Eintracht Hagen einen bitteren Abend und mussten sich deutlich mit 19:35 geschlagen geben.

Die passende Reaktion folgte gegen den TuS Ferndorf. Coburg lag während der gesamten Begegnung nicht zurück und sicherte sich durch einen Treffer von Bartłomiej in der letzten Sekunde einen umkämpften 31:30-Heimsieg.

Auch am vergangenen Freitag war der HSC nahe am zweiten Erfolg. Bei der HSG Nordhorn-Lingen verspielte die Mannschaft zwar zwischenzeitlich einen Sechs-Tore-Vorsprung, nahm beim 31:31 aber einen Punkt mit nach Hause.

Damit steht Coburg nach vier Spieltagen mit 3:5 Punkten und 111:127 Toren auf Tabellenplatz elf. Der TVG folgt mit 2:6 Punkten und 121:130 Toren unmittelbar dahinter auf Rang zwölf.

Pokalaus nach guter erster Halbzeit

Am Mittwochabend waren die Oberfranken zusätzlich in der zweiten Runde des DHB-Pokals gefordert. Vor 1.342 Zuschauern empfingen die Coburger den Erstligisten Frisch Auf Göppingen. Trotz der Ausfälle der angeschlagenen Fabian Apfel, Jakob Knauer und Sven Weßeling hielt der Zweitligist im ersten Durchgang gut dagegen.

Nach einem offenen Beginn verkürzte Coburg in Unterzahl auf 9:10 und lag zur Pause lediglich mit 14:16 zurück. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Göppingen jedoch das Tempo und nutzte die Fehler der Gastgeber konsequent aus. Dem personell geschwächten HSC fehlten mit zunehmender Spieldauer die Kräfte und Wechselmöglichkeiten. Am Ende setzte sich der Bundesligist deutlich mit 36:26 durch.

Für Coburg bleibt nach dem Pokalabend nur eine kurze Regenerationszeit bis zum Derby. Gleichzeitig dürfte die Mannschaft von Trainer Anel Mahmutefendić darauf aus sein, vor eigenem Publikum eine Reaktion auf das deutliche Endergebnis zu zeigen. Ob Apfel, Knauer und Weßeling am Samstag wieder zur Verfügung stehen, ist derzeit noch offen.

Wiedersehen mit zwei alten Bekannten

Im Coburger Kader stehen mit Savvas Savvas und Petros Boukovinas zwei Spieler, die bereits das Trikot des TV Großwallstadt getragen haben.

Savvas wechselte im Oktober 2020 zum TVG und entwickelte sich bei den Wällstern zu einem wichtigen Leistungsträger im linken Rückraum. Auch Boukovinas besitzt eine enge Verbindung zu Großwallstadt. Der griechische Torhüter stand von 2022 bis 2024 bei den nterfranken unter Vertrag und wechselte anschließend innerhalb der 2. Handball-Bundesliga nach Coburg.

Am Mittwochabend zeigten beide ehemaligen Großwallstädter ihre Qualitäten: Savvas führte die Torschützenliste des HSC an, während Boukovinas im Tor vor allem in der ersten Halbzeit überzeugte. Somit trifft der TVG am Samstag in Coburg auf zwei alte Bekannte.

Daneben verfügt der HSC mit Marin Lisac und Nejc Planinsek über weitere gefährliche Rückraumspieler. Kreisläufer Bartłomiej Bis, Linksaußen Lars Düsterhöft und Kapitän Jakob Knauer – sofern dieser wieder einsatzfähig ist – sorgen für zusätzliche Qualität.

Erinnerung an ein spannendes Saisonfinale

Das letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften liegt erst wenige Monate zurück. Am letzten Spieltag der vergangenen Saison erkämpfte sich der ersatzgeschwächte TV Großwallstadt in Coburg ein 32:32-Unentschieden. Dabei wechselte die Führung mehrfach, ehe Planinsek kurz vor dem Ende für den HSC ausglich.

Das Hinspiel in der Untermainhalle hatte Coburg mit 33:30 gewonnen. Der TVG wartet damit seit zwei Begegnungen auf einen Erfolg gegen den bayerischen Ligakonkurrenten. Mit dem Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen Hamm möchten die Wällster diese Serie am Samstag beenden und die ersten Auswärtspunkte der Saison einfahren.

Dafür benötigt Großwallstadt erneut eine konzentrierte Abwehrleistung und einen konsequenten Rückzug. Im Angriff gilt es, geduldig zu bleiben, die eigenen Möglichkeiten effizient zu nutzen und den Coburgern möglichst wenige Chancen für einfache Tore zu eröffnen.

HSC 2000 Coburg gegen TV Großwallstadt live und auf Abruf bei Dyn.

Auf dem Bild: Zu einer wichtigen Konstante im Team entwickelt sich Rechtsaußen Dmytro Redkyn, der auch mit auffälligen Frisuren die Fans begeistert
Foto: Felix Müller

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