SCHWEINFURT – Exakt ein Jahr und einen Tag vorher säumten mehr als 10.000 Zuschauer die Ränge der Riedel Bau-Arena. Als Aufstiegsanwärter zur 1. Bundesliga gastierte Fortuna Düsseldorf in DFB-Pokalrunde eins in Schweinfurt. So schnell geht´s im Fußball: Nur ein Jahr später sperrte der FC 05 die Stehplätze komplett.
Was einerseits am weniger namhaften Gegner lag, am „nur“ noch BFV-Pokal und schlicht daran, sich den Einsatz von Ordnungskräften zu sparen. Bei Nieselregen durften alle 607 Fans auf die damit ziemlich volle Tribüne unter´s Dach. Fast nur Anhänger der Hausherren erlebten am Dienstagabend einen schnellen Schreckmoment.
„Wenn man so rein kommt, ist´s natürlich positiv“, kommentierte Markus Mattes im Nachgang das frühe 1:0 der Seinen nach nicht mal zwei Minuten. „Da war klar, dass wir nun zwei Tore schießen müssen, um noch zu gewinnen“, konnte sein Gegenüber Jan Gernlein nach den 90 Minuten schmunzeln über Eichstätts Auftakt nach Maß. „Schade, dass uns danach nicht auch das 0:2 gelang. Chancen waren ja da“, analysierte VfB-Coach Mattes. „Wir wussten, dass wir die Ruhe bewahren müssen. Und das haben wir ordentlich gemacht“, so der Übungsleiter der Schnüdel.
Bei 100 lauten Anhängern auf der Tribüne und 14.000 leeren Stehplätzen entwickelte sich ein besserer Sommerfußball-Kick bei allerdings nur 16 Grad. Mit fortan nach dem 0:1 erwartbar überlegenen Schweinfurtern, die so nach und nach die Partie drehten. Doch bis zu Berkay Öztürks 3:1 durch einen strammen Schuss in der vorletzten regulären Minute blieb die Partie spannend, ohne dass Eichstätt nach dem 2:1 von Kevin Frisorger wirkliche Chancen auf den Ausgleich hatte.
„Im Fußball entscheiden Kleinigkeiten. Wir machen zwei Fehler, diese Dinger entscheiden das Spiel. Schweinfurt war sehr effizient und hat viel Qualität“, weiß Mattes. „Aber so ein Spiel möchte ich nicht nach dem reinen Ergebnis bewerten. Ich bin mit unserer Leistung recht zufrieden. Mit Ball war das ein gutes Spiel von uns. Immerhin haben wir mit diesem System das allererste Mal gespielt!“
Eine Fünferkette war´s, die hinten Einschläge verhindern sollte. Auch aus Respekt vor dem Gegner, der freilich seit der 3. Liga einen komplett veränderten Kader hat. In der Startformation stand mit Kapitän Kevin Fery nur ein Spieler, der schon im Profijahr dazu gehörte, wenngleich er da kaum eine Rolle spielte. Nach der Pause kam auch noch Lauris Bausenwein. Ansonsten: Nur neue, meist junge Leute. Und Innenverteidiger Kevin Frisorger, letzte Saison suspendiert, nach Aubstadt abgegeben, nun wieder zurück – und mit seinem 2:1 kurz nach dem Seitenwechsel maßgeblich am Sieg der Hausherren beteiligt.
Die dürfen nun vom Viertelfinal-Pokal-Los 1860 München träumen oder von den Würzburger Kickers oder wenigstens vom Derby gegen den TSV Aubstadt. Der Nachbarrivale gewann dramatisch im Elfmeterschießen gegen die Spvgg Bayreuth und reist nun am Samstag nach Eichstätt zum Punktspiel. „Da sitzen wir wenigstens nicht wieder drei Stunden im Bus…“, konnte Markus Mattes schon wieder ein bisschen schmunzeln.
Was aber indirekt dennoch ein Vorwurf war an den Verband durch die Einteilung seiner Elf in Regionalgruppe Nord. Nachdem´s zuvor zweieinhalb Stunden unter der Woche nach Lam ging. Ende September, wenn das Viertelfinale startet, muss der VfB Eichstätt nun nicht mehr über die Autobahn weite Ziele ansteuern. Ganz unerreichbar freilich war die Runde der letzten Acht nicht.
Bereits am Freitagabend geht es für die Schnüdel weiter, zuhause gegen Greuther Fürth 2, mit nur drei Punkten aus fünf Partien schlecht gestartet. „Drei Siege nacheinander plus die Erfolge im Pokal wären für uns eine tolle Serie“, hofft Jan Gernlein auf die Fortsetzung des kleinen Laufs, warnt jedoch: „So schlecht, wie es die Ergebnisse ausdrücken, sind die Fürther nicht!“ In Eltersdorf hätten sie jüngst selbst das 3:2 machen könn en, anstelle am Ende mit dem Resultat beim Aufsteiger zu verlieren.
Dass der FC 05 gegen Eichstätt mit Berkay Öztürk, Radzivon Hushcha, Mirco Geisler oder Maximilian Stahl Jungs in die Startformation warf, die zuvor meistens zuschauten, freut den Trainer: „Ich will nicht nur elf Spieler, sondern eine Konkurrenzsituation. So gesehen war das heute eine Win-Win-Win-Situation.“
Nächste Runde? Es kann auch nach Landsberg gehen, zu den Löwen vor den fünfstelliger Kulisse oder zuhause gegen Jahn Regensburg, der sich vor über 4000 Zuschauern deutlich in Weiden durchsetzte. Ein Heimspiel gegen die Würzburger Kickers „würde alle freuen, nur nicht die Behörden“, grinst Gernlein. Immerhin wären dann wieder die Stehränge geöffnet und gefüllt….
BFV-Pokal, Achtelfinale: 1. FC Schweinfurt 05 – VfB Eichstätt: 3:1 (1:1)
Schweinfurt: Jan Mottl – Jason Prodanovic (ab 46. Lauris Bausenwein), Kevin Frisorger, Petro Besso, Johannes Theinhardt – Berkay Öztürk (ab 90.+1 Esad Algün), Kevin Fery – Mirco Geisler (ab 79. Leonard Krasniqi), Radzivon Hushcha, Maximilian Stahl – Morris Adelabu (ab 59. Valentin Schmitt); Trainer: Jan Gernlein.
Eichstätt: Nikolai Sauernheimer – Elias Hergler, Jens Schüler, Bastian Bösl, Daniel Spies, Florian Lamprecht – Markus Müller (ab 87. Edis Bakic), Jonathan Grimm, Lucas Schrautstetter – Leon Peric (ab 64. Pascal Schittler), Jonas Winkler (ab 77. Aurel Kuqanaj); Trainer: Markus Mattes
Schiedsrichter: Jonas Krzyzanowski (VfR Neuburg/ Donau)
Tore: 0:1 (2) Jonas Winkler, 1:1 (25.) Morris Sdelabu, 2:1 (54.) Kevin Frisorger, 3:1 (89.) Berkay Öztürk
Zuschauer: 607
Sport König aus Werneck präsentiert den regionalen und lokalen Fußball. Darunter folgen zahlreiche Bilder der Partie der Schnüdel gegen Eichstätt.




























