Schluss mit städtischer Hinhaltetaktik beim ÖPNV: Hartmut Bach, Axel Kröner und Anette Klotzek starten neues Bürgerbegehren zum Stadtbussystem

Schluss mit städtischer Hinhaltetaktik beim ÖPNV: Hartmut Bach, Axel Kröner und Anette Klotzek starten neues Bürgerbegehren zum Stadtbussystem

SCHWEINFURT – „Das Zurückziehen des Bürgerbegehrens zugunsten einer Einigung mit der Stadt war aus heutiger Sicht ein großer Fehler“, so Hartmut Bach, Hauptinitiator des Bürgerbegehrens „Zurück zum alten Stadtbussystem“.

Auf Seiten der Stadtverwaltung und der Stadtwerke sei kein Wille zu erkennen, die vereinbarten Punkte der Einigung umzusetzen, so Bach weiter. Gleichzeitig sei die Unzufriedenheit der Bürger mit dem Stadtbussystem nach wie vor groß, was sich in Zuschriften und den sozialen Netzwerken zeige.

Die wichtigsten Kritikpunkte

Nach Ansicht der Initiatoren bestehen insbesondere folgende Probleme weiterhin:
 ungünstige Linienführungen, die wie in Schonungen und Niederwerrn ganze Wohngebiete abhängen
 fehlende direkte Anbindung des Marktplatzes für stark frequentierte Linien wie Deutschhof, Mainberg / Schonungen
 ungünstige Lage einzelner Haltestellen sowie hohe Kosten für deren Verlegung
 deutliche Ausdünnung der Fahrpläne mit teilweise bis zu zwei Drittel weniger Fahrten
 fehlende Abstimmung mit dem DB Zugverkehr
 immer noch lange Bus-Standzeiten an Endhaltestellen

„Es ist absolut nicht nachzuvollziehen, wie die Verantwortlichen in Stadtverwaltung, Stadtwerken und Stadtrat den Wunsch der Buskunden nach umfassenden Änderungen ignorieren – mit der Ausnahme der Zukunft.ödp, die die verfehlte Buspolitik von Anfang an im Stadtrat thematisiert hat und nun auch das zweite Bürgerbegehren unterstützt.

„Mal wird die Umstellung mit dem Nahverkehrsplan begründet, mal mit der Pünktlichkeit der Busse, mal mit Personalengpässen bei der Verkehrsplanung der Stadtwerke, neuerdings nun mit der Neuordnung des ÖPNV der Stadt und Landkreise Anfang 2029. Man hat das Thema vor der Kommunalwahl abgeräumt und nie den ernsthaften Willen zu Veränderungen gehabt.“, so Bach.

Besonders bedauert Bach die Haltung der Finanzreferentin Dr. Keck, die die Änderungen in der Stadtratssitzung vorgestellt und gelobt hat, sowie die der Fraktionsvorsitzenden der Parteien. „Die Glaubwürdigkeit der Politik hat schweren Schaden erlitten. So stärkt man populistische Parteien!“, resümiert Bach.

Rund eineinhalb Jahre nach der Einführung des neuen Schweinfurter Stadtbussystems hält die Kritik vieler Fahrgäste unverändert an. Nach Ansicht der Initiatoren des neuen Bürgerbegehrens wurden die wesentlichen Mängel trotz umfangreicher Werbemaßnahmen und einzelner Nachbesserungen nicht behoben. Viele Bürger hätten inzwischen ihre Konsequenzen gezogen, erklären die Initiatoren. Sie würden wieder häufiger das Auto nutzen oder auf Fahrten in die Innenstadt verzichten. Dies schade nicht nur dem öffentlichen Nahverkehr, sondern auch dem innerstädtischen Einzelhandel.

Ziel: Rückkehr zum bewährten Bussystem

Da das ursprüngliche Bürgerbegehren aus rechtlichen Gründen nicht wieder aktiviert werden kann, wird nun ein neues Bürgerbegehren gestartet – getragen von Ingenieur Hartmut Bach, Stadtrat Axel Kröner und Versicherungsfachfrau Anette Klotzek. Unterstützend und flankierend wird Stadträtin Dr. Ulrike Schneider das ebenfalls stark in die Kritik geratene „Bezahlsystem“ durch einen entsprechenden Antrag im Stadtrat angehen. Ziel ist auch hier, zu einem bürgerfreundlicheren Modus zu kommen.

Bach ist sich sicher, die notwendige Anzahl der Unterschriften leicht zu erreichen: „Wir hatten beim letzten Bürgerbegehren einen unglaublichen Zuspruch und doppelt so viele Unterschriften wie benötigt eingesammelt.“ Bei diesem Bürgerentscheid hätten die Bürger nicht nur die Möglichkeit, über das Bussystem abzustimmen, sondern auch ihrem Ärger über die Stadtverwaltung Luft zu verschaffen.“, so Bach.

„Das alte Stadtbussystem ist über Jahrzehnte gewachsen und kontinuierlich an den Bedarf der Fahrgäste angepasst worden. Es war aus unserer Sicht äußerst effizient und kundenorientiert. Im heutigen System werden starre Prinzipien über die tatsächlichen Bedürfnisse der Fahrgäste gestellt. So wird beispielsweise am Abend auf sinnvolle Kombi-Linien verzichtet, während Busse an Endhaltestellen längere Standzeiten haben“, so Axel Kröner und Anette Klotzek, die aufgrund der verheerenden Resonanz auf das neue Bussystem in das Verfahren eingestiegen sind.

Bach ergänzt: Das alte System bot den Vorteil, dass Anpassungen leichter möglich waren, weil man nicht an einen starren Takt gebunden war. So konnte bei einem erhöhten Bedarf auf einer Linie der Takt verdichtet werden. Ebenso konnten ohne die heutige starre Taktung beispielsweise die Unterrichtszeiten berücksichtigt werden.

Unterschriften sammeln

Bürgerinnen und Bürger, die das neue Bürgerbegehren unterstützen möchten, können sich in vielen Geschäften in den ausliegenden Unterschriftenlisten eintragen. Dreh und Angelpunkt ist wie beim letzten Mal die Buchhandlung Collibri am Marktplatz, wo Listen zum Eintragen oder Abholen bereit liegen. Wieder aktiviert ist die Website https://sites.google.com/view/buergerbegehren-stadtbus-sw wo man sich die Listen runterladen kann.

Auf dem Bild von links: Initiator Axel Kröner, Ulrike Schneider (beide Stadträte der Zukunft.ödp), Initiator Hartmut Bach und Initiatorin Anette Klotzek

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