Nagelkreuzinitiative feiert Jubiläum: 25 Jahre Zeichen der Versöhnung und des Friedens

Nagelkreuzinitiative feiert Jubiläum: 25 Jahre Zeichen der Versöhnung und des Friedens
Foto: Tanja Wegmann.

WÜRZBURG – Mit einem Festakt im historischen Wenzelsaal des Rathauses hat die Stadt Würzburg gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Kirche, Gesellschaft und Politik das 25-jährige Bestehen der Ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg gefeiert.

Oberbürgermeister Martin Heilig würdigte die Initiative als „festen Pfeiler der Würzburger Erinnerungskultur und lebendigen Versöhnungsarbeit“.

Die Geschichte der internationalen Nagelkreuzgemeinschaft reicht zurück in das Jahr 1940: Nach der Zerstörung Coventrys bei der auch die Kathedrale durch deutsche Bombenangriffe zerstört wurde, entstand aus den Trümmern das berühmte Nagelkreuz als Symbol für Versöhnung, Frieden und Verständigung. Daraus entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten ein weltweites Netzwerk der Versöhnungsarbeit mit heute mehr als 200 Nagelkreuzzentren in zahlreichen Ländern.

Zu den Ehrengästen des Jubiläumsabends gehörten unter anderem Reverend Canon Kate Massey aus Coventry, Landesbischof Dr. Oliver Schuegraf, Vertreterinnen und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche sowie zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter der Initiative.

In seinem Grußwort erinnerte Oberbürgermeister Heilig daran, dass Würzburg und Coventry durch die Erfahrungen der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg eng miteinander verbunden seien. Zugleich stehe die Nagelkreuzarbeit heute mehr denn je für den Auftrag, Brücken zu bauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. „Versöhnung beginnt im Kleinen, im Lokalen, vor der eigenen Haustüre“, betonte Heilig.

Besonders hob der Oberbürgermeister den jährlich am 16. März stattfindenden „Versöhnungsweg“ hervor. Dabei werden das Würzburger Wandernagelkreuz und die Versöhnungsstatue jedes Jahr an einen neuen Gastort weitergegeben. Dieses „Wandernagelkreuz“ gilt als Besonderheit des Würzburger Nagelkreuzzentrums und steht unter dem Leitgedanken „Erinnerung bewahren – Versöhnung leben“. „Versöhnung beginnt im Kleinen, im Lokalen, vor der eigenen Haustüre, im Sichtbaren“, so Heilig. Diese Antwort der Nagelkreuzinitiative sei die richtige gegenüber den kriegerischen Auseinandersetzungen, die es derzeit gebe.

Heilig dankte ausdrücklich den Gründerinnen und Gründern der Initiative, darunter insbesondere Johanna Falk und Elisabeth Nikolai, die die Versöhnungsarbeit in Würzburg über Jahrzehnte geprägt haben. „Sie taten dies im tiefen Bewusstsein, dass unsere Stadt eine besondere Verantwortung trägt, da Würzburg und Coventry durch ein ähnlich grausames Schicksal und dessen Narben miteinander verbunden sind. Beide hätten erkannt, dass Versöhnung kein Zustand ist, den man einmal erreicht, sondern den man Tag für Tag neu beschreiten muss. Gerade, dass die Britin Reverend Canon Kate Massey zum Jubiläum den Geist von Coventry nach Würzburg mitbringt, zeige auch die Lebendigkeit der Partnerschaft und die Tiefe der Verbundenheit.

Mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen unterstrich der Oberbürger-meister die Bedeutung der Initiative auch als klares Zeichen gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit. „In Würzburg ist kein Platz für Hass, Hetze und Diskriminierung“, erklärte Heilig. Denn: „Unsere Geschichte hat uns gelehrt, wohin Ideologien der Überlegenheit und der Ausgrenzung führen.“

Auf dem Bild von links: Alt-OB Jürgen Weber, Elisabeth Nikolai, Reverend Canon Kate Massey, Pfarrer Jürgen Reichel, Dekan Dr. Günter Breitenbach, Pfarrerin Antje Biller, Oberbürgermeister Martin Heilig, Johanna Falk, Domvikar Dr. Matthias Leineweber, Dekan Dr. Wenrich Slenczka, Landesbischof Schaumburg-Lippe Dr. Oliver Schuegraf, Alt-Bürgermeister Dr. Adolf Bauer, Stadtrat Alexander Kolbow, Stadtrat Udo Feldinger.
Foto: Tanja Wegmann.

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