Neues vom ver.di Fachbereich Handel: Seit Freitagfrüh wird bei bei Kaufland in Schweinfurt gestreikt

Neues vom ver.di Fachbereich Handel: Seit Freitagfrüh wird bei bei Kaufland in Schweinfurt gestreikt

SCHWEINFURT – „Der tägliche Einkauf von Lebensmitteln, die immer weiter steigenden Kosten für Wohnen oder der tägliche Weg zu Arbeit bringen die Beschäftigten im Einzelhandel mittlerweile in extreme finanzielle Not“, weiß Peter König.

„Hinzu kommt, dass 70% der Beschäftigten im Einzelhandel akut von Altersarmut bedroht sind. Erschwert kommt dazu, dass 60% der Beschäftigten im Einzelhandel in Teilzeit arbeiten, davon sind rund 70 % der Beschäftigten Frauen. Viele arbeiten im Niedriglohnbereich und Menschen mit Ausbildung werden unterdurchschnittlich entlohnt. Untersuchungen zeigen, dass diese Beschäftigten noch wesentlich schärfer von den drastischen Preissteigerungen betroffen sind. Die dramatische Entwicklung der Lebenshaltungskosten, an den die Einzelhandelskonzerne prächtig mitverdienen, frisst die realen Gehälter der Beschäftigten nahezu vollständig auf.“ Das ist die Lebenssituation der Beschäftigen im Handel, so ver.di Sekretär Peter König.

„Die geforderten Entgelterhöhungen für die Beschäftigten werden dringend benötigt und sind überlebensnotwendig, darum streiken wir für mehr Geld“, so König weiter.

Wirklich bizarr sei, das Kaufland seinen Hausleiter*innen im März 2026 eine Einmalzahlung von 3.500 Euro Brutto angekündigt. In dem Schreiben von Kaufland dazu heißt es: „unser Fokus liegt auf dem, was wirklich zählt: jeder Einzelne.“ Damit meint Kaufland offenbar: jede einzelne Führungskraft – nicht die Beschäftigten, die jeden Tag den Laden am Laufen halten und Kaufland zu dem gemacht haben, was es ist.

ver.di fordert für die tarifgebundenen Beschäftigten im bayerischen Einzel- und Versandhandel:

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 222 €
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150€ pro Monat
  • Erhöhung der Löhne und Gehälter der unteren Beschäftigtengruppen auf ein rentenfestes Mindesteinkommen von 14,90 € in der Stunde.
  • Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen

Untermauert werden die Forderungen durch eine breite Beschäftigtenbefragung zur Forderungsfindung. Dort geben 73% der Befragten an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten. Nur 15% der Befragten gaben an, dass sie am gesellschaftlichen Leben (Kino- oder Theaterbesuch, Essen mit Freunden etc.) teilnehmen zu können. 88% schätzen ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt.

Trotz dieser dramatischen Ausgangslage der Beschäftigten lehnten die Arbeitgeber in der ersten Tarifverhandlung am 8. Mai 2026 die Forderung der ver.di Tarifkommission ab und weigerten sich ein eigenes verhandlungsfähiges Angebot zu machen. Nächster Verhandlung Termin ist am 16. Juni 2026.

Geplanter Ablauf: Streikbeginn war ab ca. 5:30 Uhr vor der Kaufland Filiale in Schweinfurt, Hauptbahnhofstrasse. Ab ca. 9:00 Uhr Streikkundgebung auf dem Parkplatz vor der Filiale.

Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

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