STADTLAURINGEN – In einem feierlichen und würdevollen Rahmen wurde Friedel Heckenlauer am 22. Mai 2026 in der Festhalle Stadtlauringen offiziell verabschiedet.
Zahlreiche Ehrengäste, Wegbegleiter sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirche, Vereinen und Bürgerschaft waren gekommen, um die langjährige Amtszeit und den außergewöhnlichen Einsatz für die Marktgemeinde Stadtlauringen zu würdigen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von 1. Bürgermeister René Schäd mit einer persönlichen und wertschätzenden Ansprache. Dabei hob er insbesondere das jahrzehntelange engagierte Handeln seines Amtsvorgängers Friedel Heckenlauer hervor und dankte ihm für dessen unermüdliches Schaffen, seine enge Verbundenheit mit den Menschen der Marktgemeinde Stadtlauringen sowie die nachhaltigen Impulse und Verdienste, die er während seiner Amtszeit für die Gemeinde gesetzt hat.
Gruß- und Dankesworte sprachen unter anderem Pfarrer Dr. Eugen Daigeler, Michael Jäger stellvertretend für die örtlichen Vereine sowie der stellvertretende Landrat Manuel Kneuer. Auch der Ehrenvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags (Bezirk Unterfranken), Josef Mend, brachte seine Anerkennung und seinen Dank für die Arbeit von Friedel Heckenlauer zum Ausdruck.
Der Friedrich-Rückert-Arbeitskreis Oberlauringen würdigte insbesondere Heckenlauers Einsatz für das Andenken an Friedrich Rückert und die Unterstützung des Poetikum-Projekts. Ein weiterer Höhepunkt war die Abschiedspredigt der Kirchweihpfarrer Oberlauringen, die mit persönlichen Worten und manch humorvoller Anekdote sowie die eindrucksvollen Leistungen des Bürgermeisters für die Marktgemeinde beleuchtete.
Für die feierliche musikalische Umrahmung sorgte eine Gemeinschaftskapelle aus der Marktgemeinde Stadtlauringen, diese verlieh der Veranstaltung einen besonders festlichen Charakter.
Die Laudatio hielt der Bezirkstagspräsident von Unterfranken, Stefan Funk. In seiner Ansprache hob er das jahrzehntelange Engagement und die vielfältigen Verdienste von Friedel Heckenlauer für die positive Entwicklung der Marktgemeinde Stadtlauringen hervor. Besonders betonte er dessen Einsatz, seine Bürgernähe sowie seinen nachhaltigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit Weitblick und großem Verantwortungsbewusstsein habe Friedel Heckenlauer das öffentliche Leben der Gemeinde über viele Jahre hinweg entscheidend mitgeprägt.
Im Rahmen der feierlichen Verabschiedung verlieh 1. Bürgermeister René Schäd seinem Amtsvorgänger Friedel Heckenlauer in Anerkennung seiner langjährigen und besonderen Verdienste um die Marktgemeinde den Ehrentitel „Altbürgermeister“. Mit dieser Auszeichnung würdigte die Gemeinde sein engagiertes Wirken sowie seinen nachhaltigen Einsatz für die positive Entwicklung der Marktgemeinde Stadtlauringen.
Die abschließenden Worte des Abends blieben Altbürgermeister Friedel Heckenlauer vorbehalten, der sich mit folgenden Worten an die Gäste wandte:
„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
am vergangenen Freitag wurde ich sozusagen offiziell aus meinem Amt als 1. Bürgermeister verabschiedet.
Viele konnten der Einladung des Markt Stadtlauringen folgen, so dass mir so die Möglichkeit blieb, persönlich Dank und Auf Wiedersehen zu sagen. Um aber auch die zu erreichen, denen es nicht möglich war teilzunehmen, will ich versuchen, in verkürzter Form meine Gedanken zum Abschied mitteilen. (Auszug aus der Rede).
Verabschiedung –nach 24 Jahren als Erster Bürgermeister des Marktes Stadtlauringen stehe ich heute als Bürgermeister a.D auch mit gemischten Gefühlen hier.
Zu einer Verabschiedung gehört immer auch ein Rückblick.
Viel Anerkennendes und Wohlwollendes wurde gesagt. Dafür bin ich allen Rednern dankbar.
In der Vorbereitung auf den Rückblick sind mir aber auch Fehler, Versäumnisse eingefallen sowie Entscheidungen, die ich heute anders treffen würde.
Eine Wahl zum Ersten Bürgermeisters ist immer ein Vertrauensvorschuss und damit auch eine Verpflichtung. Es verpflichtet ihn wie den Vorsitzenden einer Aktiengesellschaft, den besten Ertrag, die beste Rendite für seine Aktionäre -und das sind in diesem Fall die Bürgerinnen und Bürger-zu erwirtschaften.
Als Bürgermeister war dies mein Selbstverständnis:
Der notwendige Aufwand durfte kein Maßstab sein – weder zeitlich noch inhaltlich. Die aus dem Amt übertragene Aufgabe hatte Priorität.
Wer mich aus meiner Zeit als Fußballer oder aus meinem früheren Beruf kennt, weiß: Wenn ich ein Ziel vor Augen hatte, dann wollte ich es erreichen.
Genau daraus entstanden aber auch Spannungsfelder.
Ich war ehrgeizig. Ich war ungeduldig. Ich wollte Dinge voranbringen. Und ich habe diesen Anspruch nicht nur an mich selbst gestellt, sondern oft auch an andere.
Ich räume ein: Das konnte fordernd sein. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für Mitglieder des Gemeinderates, für Gesprächspartner, Unternehmer, Behördenvertreter und für Viele mehr.
Deshalb heute an erster Stelle:
Ich bitte all die um Nachsicht, denen ich in diesen 24 Jahren mehr abverlangt habe, als es mir zugestanden wäre. Wenn meine Ungeduld verletzt hat, oder meine Forderungen zu weit gingen, dann bitte ich ebenfalls um Verzeihung.
Mein zweites großes Anliegen
ist der Blick auf das, was ich anderen schuldig geblieben bin.
Wir haben gehört, dass es in den letzten 24 Jahren im Markt Stadtlauringen sozusagen nicht schlecht gelaufen ist.
Wir waren erfolgreich. Nur, für den Erfolg ist nie einer allein verantwortlich.
Und deshalb ist mir heute eines besonders wichtig:
Danke zu sagen.
Eigentlich bräuchte ich dafür viel mehr Zeit. Denn ich schulde vielen Menschen Dank – auch vielen, die heute nicht hier sein können. Und wenn ich es dann wage, einzelne zu nennen, wird es nicht ausbleiben, dass ich manche -auch Anwesende- vergessen habe. Bitte sehen Sie es mir nach.
Deshalb zuerst ganz schlicht und von Herzen:
Allen mein aufrichtiger Dank!!
Im Einzelnen und nun an den Anfang meines Dankes gestellt sind alle, die diese Abschiedsfeier vorbereitet haben und heute mitwirken. Vielen Dank! Mit dem Betreten der Festhalle habe ich gespürt, wie viel Mühe, Zeit und Herzblut darin stecken. Vielen Dank!
Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Familie. Ein Bürgermeisteramt endet nicht am Abend im Rathaus. Es begleitet einen nach Hause. Es fordert Zeit, Kraft, Geduld – und manchmal auch Verzicht.
Dass meine Familie mich auf diesem Weg über all die Jahre unterstützt hat, dafür bin ich zutiefst dankbar.
Meiner Frau Dagmar die dieses Amt vollumfänglich mitgetragen hat.
Und meinen Kindern Philipp und Lea – mit Steffi und Jannik –, die oft auf gemeinsame Zeit verzichten mussten.
Ich danke denen, die mich 2001 zur Kandidatur ermutigten und mich unterstützten, besonders Klaus Kaufmann und Karl-Heinz Schlössinger.
Ich danke meinen Stellvertretern im Bürgermeisteramt in allen vier Amtsperioden. Namentlich danke ich dem ehemaligen Zweiten Bürgermeister Winfried Reß für die vertrauensvolle und vollumfängliche Unterstützung in den letzten 18 Jahre.
Ich danke allen Mitgliedern des Marktgemeinderates der vier Amtsperioden.
Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Marktgemeinde – stellvertretend meinen drei Geschäftsleitern, Herrn Walter Düring, Herrn Michael Kastl und René Schäd.
Wir haben und hatten immer hervorragendes Team im Markt Stadtlauringen, ob in der Verwaltung, im Kindergarten, im Bauhof oder Schule mit Reinigungskräften und Aushilfen.
Danke sage ich auch den vielen Behördenleitern und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Und ich danke allen, die in der Feuerwehr, in unseren Vereinen, Organisationen, Kirchen und Initiativen Verantwortung übernommen haben für die immer vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Und schließlich sage ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern. Rückblickend empfinde ich jede Begegnung, jedes Gespräch, jede Bürgerversammlung als wertvoll und bereichernd.
Und schließlich danke ich dem neu gewählten Marktgemeinderat für die erhaltene Ehrung und Ernennung zum Altbürgermeister.
Und schließlich möchte ich an dritter Stelle die Gemeinsamkeit herausheben.
Wir haben gemeinsam viel erreicht. Die Ausgangslage war herausfordernd. Innenentwicklung und der öffentliche Raum, öffentliche Gebäude und die Förderung von Privatmaßnahmen wurden zu zentralen Themen.
Und es lief gut. Dankbar bin ich dafür, dass alle mitzogen und so viele bereit waren, Verantwortung zu übernehmen (z.B. Vorstandschaften der Dorferneuerungen; Bürgerbeteiligungen, aber auch Seniorenbetreuungen, Initiativen im Marktring Stadtlauringen und auch bei der Kultur- und Jugendarbeit, den Theaterfreunden Wetzhausen, dem FRAKO Oberlauringen, der Musik mit dem Kammerholz (Holzbläser) und allen Musikkapellen im Markt Stadtlauringen.
Gemeinsam haben wir viel erreicht!
WIR WAREN GEMEINSAM ERFOLGREICH!
Ein kurzer Blick nach vorne.
Ich übernahm eine Gemeinde mit ca. 4 Millionen Rücklagen und 750.000, – Euro Schulden. Nach Investitionen von über 64 Millionen Euro übergebe ich eine schuldenfreie Gemeinde. Bei meiner Amtsübergabe vor wenigen Wochen betrugen die Rücklagen noch ca. 8 Millionen Euro.
Damit will ich aber ausdrücklich nicht den Eindruck erwecken, es sei alles erledigt. Auch die kommenden Jahre werden herausfordernd bleiben.
Die Welt ist unruhiger geworden, die wirtschaftliche Unsicherheit, gesellschaftliche Spannungen und die demografische Entwicklung stellen unser Land und auch unsere Gemeinden vor neuen Aufgaben.
Trotzdem bleibe ich zuversichtlich. Ich will damit Nichts klein reden.
Denn Zuversicht bedeutet, den Herausforderungen offen ins Auge zu sehen und dennoch den Mut nicht zu verlieren.
Denn in den 24 Bürgermeisterjahren habe ich so oft erlebt, dass die Menschen in unserer Gemeinde mitmachen, dass sie zusammenhalten, aufeinander zugehen und unterstützen.
Der Gemeinschaftsgeit und die Identifikation mit der Marktgemeinde waren und sind herausragend:
Und ich bin überzeugt, dass Bürgermeister René Schäd an der Spitze, dass der Marktgemeinderat und auch die Gemeinschaft unserer zehn Gemeindeteile in dieser Geschlossenheit unsere Gemeinde hervorragend weiterentwickeln.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister René Schäd, ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute, Tatkraft und auch eine glückliche Hand,
Liebe Anwesende,
ich bin mit Wehmut aber mit noch größerer Dankbarkeit aus dem Amt geschieden.
24 Jahre Bürgermeister des Marktes Stadtlauringen zu sein, war für mich nicht nur ein Beruf. Es war Verantwortung, Verpflichtung und Herzensangelegenheit zugleich.
Ich danke Ihnen allen – für Vertrauen, Unterstützung, Kritik und für die vielen Begegnungen, die mein Leben bereichert haben.
Herzlichen Dank.
Oft heißt es, es war mir eine Ehre. Ja das war es auch.
Aber noch mehr war es mir ein Anliegen!
Machen Sie es gut und bleiben Sie gesund.“
Mit langanhaltendem Applaus und großer Dankbarkeit verabschiedeten die Anwesenden ihren Bürgermeister und würdigten dessen engagierten Einsatz für die Gemeinde über viele Jahre hinweg.
Fotos: W. Steinruck
Text: Tanja Raab



