Stefan Labus und die Freien Wähler denken weiter an eine Long-COVID-Ambulanz für die Schweinfurter Krankenhäuser

Stefan Labus und die Freien Wähler denken weiter an eine Long-COVID-Ambulanz für die Schweinfurter Krankenhäuser

SCHWEINFURT – Stadtrat Stefan Labus, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, freut sich über ein Gutachten, wonach die Krankenhäuser in Schweinfurt vor einr positiven Zukunft stehen.

„Die Vorstellung des Gutachtens durch Professor Norbert Roeder zeigt deutlich: Die Zukunft der Kliniken in der Region Schweinfurt ist positiv. Besonders erfreulich ist, dass auch das Josef-Krankenhaus, dessen Schließung ursprünglich zum 31.12.2024 vorgesehen war, im Gutachten eine gute Perspektive bescheinigt bekommt“, schreibt Labus in einer Pressemitteilung.

Und weiter: „Damit dürfte nun endgültig klar sein, wie wichtig es war, das Krankenhaus vor der Schließung zu retten. Jetzt sind auch die bisherigen Gegner im Stadtrat sowie die neue Rathausspitze gefragt, Mut und echte Kooperationsbereitschaft zu zeigen.

Für die Zukunft unserer Stadt ist es von zentraler Bedeutung, dass die Menschen in Schweinfurt wohnortnah und qualitativ hochwertig medizinisch versorgt werden. Dafür braucht unsere Stadt beide starken Krankenhausstandorte: das Leopoldina-Krankenhaus und das Josef-Krankenhaus – und vor allem ein gutes Zusammenspiel beider Häuser.

Das Josef-Krankenhaus steht für starke Altersmedizin, ambulante Versorgung sowie menschliche Nähe und Verlässlichkeit. Das Leopoldina ergänzt dies mit modernster Technik, spezialisierten Fachabteilungen und wissenschaftlicher Kompetenz als Maximalversorger. Beide Häuser haben ihre jeweiligen Stärken. Gemeinsam sind sie unschlagbar.

Ein Thema liegt uns dabei besonders am Herzen: Long COVID. Viele Betroffene in unserer Region fühlen sich bis heute nicht ernst genommen. Dabei ist Long COVID eine große gesundheitliche und gesellschaftliche Herausforderung. Während für viele Menschen Corona längst Vergangenheit ist, kämpfen andere weiterhin täglich mit schweren Folgen wie Erschöpfung, Atemproblemen oder Konzentrationsstörungen – Symptome, die den Alltag massiv einschränken.

Gerade für diese Menschen darf die Politik nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Politik muss dort handeln, wo Menschen konkret Hilfe brauchen. Es reicht nicht aus, immer nur auf weitere Forschung, neue Diskussionen oder andere politische Ebenen zu verweisen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind wichtig – aber genauso wichtig ist praktische Unterstützung vor Ort.

Eine Long-COVID-Ambulanz in Schweinfurt wäre deshalb ein wichtiger und konkreter Schritt: ein Ort, an dem Betroffene endlich feste Ansprechpartner finden; ein Ort, an dem Diagnostik, Beratung und Therapie koordiniert zusammengeführt werden; und ein Ort, an dem auch die Erfahrungen der Patientinnen und Patienten systematisch erfasst werden, damit wir die tatsächlichen Spätfolgen dieser Erkrankung besser verstehen.

Eines ist klar: Die Realität der Betroffenen verschwindet nicht dadurch, dass man das Thema aus der politischen Debatte verdrängt. Forschung darf nicht als Ausrede dienen, politisch untätig zu bleiben. Wenn Menschen heute unter Long COVID leiden, dann müssen wir heute Strukturen schaffen, die ihnen helfen.

Dazu gehören Transparenz, Zusammenarbeit und Offenheit – mit Ärztinnen und Ärzten, Kliniken, Therapeutinnen und Therapeuten, Krankenkassen, Selbsthilfegruppen und den Betroffenen selbst. Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern nachvollziehbar und gemeinsam. Politik muss zuhören, organisieren und ermöglichen.

Schweinfurt kann hier vorangehen. Wir haben engagierte medizinische Einrichtungen, kompetente Fachleute und eine Stadtgesellschaft, die zusammenhält. Was jetzt gebraucht wird, ist der politische Wille, die Dinge anzupacken.

Es muss sichergestellt werden, dass Erkrankte in der Region Schweinfurt eine klare erste Anlaufstelle erhalten. Von dort aus soll – wenn nötig – eine gezielte und abgestimmte Weiterbehandlung inklusive wissenschaftlicher Begleitung erfolgen. Dafür braucht es eine standortübergreifende gesundheitspolitische Zusammenarbeit in Schweinfurt.

Als Freie-Wähler-Fraktion werden wir deshalb demnächst konkrete Schritte für die Planung eines ambulanten Long-COVID-Zentrums in Kooperation beider Krankenhäuser beantragen.“

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