Wichtiger Eckpfeiler: Biobank-Erweiterung stärkt medizinische Forschung am Uniklinikum Würzburg

Wichtiger Eckpfeiler: Biobank-Erweiterung stärkt medizinische Forschung am Uniklinikum Würzburg

WÜRZBURG – Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) wurde ein wichtiger Eckpfeiler für die medizinische Forschung am 8. Mai feierlich eröffnet.

Mit mehr Platz und modernsten Technologien bietet die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg (ibdw) optimale Voraussetzungen, Wissenschaftlern wertvolle humane Bioproben bereitzustellen.

Neue Technologie für höchste Qualität: Mit Blick auf ihre zentrale Rolle als Partnerin der medizinischen Forschung hat die ibdw ihre technische Infrastruktur gezielt ausgebaut und damit die Voraussetzungen für zukünftige Entwicklungen nachhaltig gestärkt. Neben den bestehenden minus 80 Grad Lagern können Bioproben nun auch in einem automatisierten Hochleistungslagersystem in der Gasphase von flüssigem Stickstoff bei minus 185 Grad Celsius aufbewahrt werden. Ergänzend ermöglicht ein automatisierter Arbeitsplatz die Verarbeitung bei minus 100 Grad Celsius ohne Unterbrechung der Kühlkette.

Das erhöht nicht nur die Effizienz, sondern verbessert auch den Arbeitsschutz für die Mitarbeitenden. Gleichzeitig setzt die ibdw auf eine umweltfreundlichere Technologie ohne den Einsatz von ozon- und klimaschädlichen Kältemitteln.

Mit den Anforderungen der Forschung wachsen

„Unsere Biobank arbeitet seit über zehn Jahren erfolgreich und hat sich als verlässlicher Partner der Forschung etabliert“, betont Prof. Dr. Roland Jahns, Direktor der ibdw. „Die jetzige Erweiterung um ein großes modernes Stickstofflager mit Automatisation erlaubt uns – dank Unterstützung des UKW und der Julius-Maximilians-Universität – insbesondere unseren onkologischen Verbünden wie dem Nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT) ein besseres Leistungsspektrum und mehr Lagerkapazität bei minus 185° Grad anzubieten. Der aktuelle Ausbau ist ein klares Signal, mit dem der steigende Bedarf der medizinischen Forschung an hochwertigen Bioproben und stabilisierten humanen Zellen auch zukünftig gedeckt werden kann“, so Jahns. Die Bauarbeiten erstreckten sich über einen Zeitraum von zwei Jahren und wurden vollständig im laufenden Betrieb umgesetzt.

Mit Blick auf zukünftige Entwicklungen ist die Technik der Biobank modular aufgebaut. Das System lässt sich flexibel an steigende Probenzahlen und neue wissenschaftliche Anforderungen anpassen. Unterschiedliche Probenformate können integriert und bestehende Labor- sowie Automationssysteme problemlos angebunden werden.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die lückenlose Dokumentation: Jeder Verarbeitungsschritt einer Probe bleibt über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg eindeutig nachvollziehbar – von der Einlagerung bis zur späteren Nutzung in der Forschung. Sensible Patientendaten bleiben dabei geschützt!

Investition in die Medizin von morgen

„Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg (UKW): „Der Ausbau der Biobank setzt ein starkes Zeichen für den Forschungsstandort Universitätsmedizin Würzburg, für die Region aber auch national. Die Biobank zählt zu den leistungsstärksten Standorten deutschlandweit. Sie ist eine wichtige Grundlage, um den medizinischen Fortschritt auch in Zukunft zu gestalten. Von diesem Fortschritt werden zahlreiche Patientinnen und Patienten profitieren.“

Neben dem Universitätsklinikum hat sich auch die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) an den Kosten im sechsstelligen Bereich maßgeblich beteiligt.

„Die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg ist eine zentrale Infrastruktur für unsere Medizinische Fakultät und eine wichtige Investition in die Zukunftsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Würzburg. Über solche Projekte freue ich mich ganz besonders“, betont Dr. Uwe Klug, Kanzler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Auch Institutionen wie das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) unterstützen die Weiterentwicklung von Biobanken durch die Förderung von Fachpersonal und die Etablierung gemeinsamer Standards. Der Standort Würzburg ist dabei aktiv in diese überregionalen Strukturen eingebunden.

Wie hilft die ibdw der modernen Forschung?

Ob Krebsforschung, Immunologie oder personalisierte Medizin: Viele wissenschaftliche Fortschritte beginnen mit hochwertigen Bioproben. Hier setzt die ibdw an, eine gemeinsame Einrichtung des UKW und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Sie sammelt, verarbeitet und lagert humane Bioproben unter streng kontrollierten Bedingungen und stellt sie der Wissenschaft zur Verfügung.

Ziel ist es, diese wertvollen Proben langfristig sicher und qualitätskontrolliert zu lagern und mit ihnen verlässliche Grundlagen für neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu schaffen, sowohl direkt hier am Standort Würzburg als auch überregional.

Text: Jörg Fuchs / UKW

Auf den Fotos:

Feierliche Einweihung (v. l.): Philip Rieger (Kaufmännischer Direktor), Prof. Tim J. von Oertzen (Ärztlicher Direktor), Prof. Roland Jahns (Leiter der ibdw), Dr. Uwe Klug (Kanzler der Universität Würzburg) und Dekan Prof. Matthias Frosch.

Die Schlüsselübergabe durch die Architekten Michael Haas und Stephan Haas (1. und 2. von rechts) an die Vertreter des Vorstands des Uniklinikums, den Leiter der Biobank und den Kanzler der Universität.

Die neuen hochmodernen Kryolager der ibdw ermöglichen die sichere Lagerung empfindlicher Bioproben bei extrem niedrigen Temperaturen. Der geschlossene Aufbau schützt das Personal und ermöglicht eine weitgehende Automatisierung der Probenlagerung.

Mittels der ASKION C-line® Workbench werden humane Bioproben bei bis zu −185 °C kontrolliert eingefroren und automatisiert weiterverarbeitet.

© Jörg Fuchs / UKW

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