GOCHSHEIM – Drei Solarstromprojekte sollen die Gemeinde Gochsheim als neuen Besitzer bekommen, um sie weiterhin zu nutzen. Ansonsten stünde der Rückbau der Anlagen an.
Alljährlich beschließen die Gesellschafter der drei Gochsheimer Solarstromgesellschaften, welche Beträge an die Eigner ausgeschüttet werden. Diesmal stand aber noch eine viel wichtigere Entscheidung an: die Zukunft der Anlage 1 auf dem Dach der Fritz-Zeilein-Halle. Für diese läuft nämlich der Nutzungsvertrag nach 20 Jahren Betriebsdauer aus und eigentlich ist ein Rückbau der kompletten Anlage vorgesehen.
Dies erscheint aber den Anteilsnehmern ökologisch und ökonomisch nicht sinnvoll, da die Anlage noch immer 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung liefert. Dies bestätigte auch die Firma NE-Solartechnik Werneck, die mit der Wartung der Anlage betraut ist.
2001 hatten Bürger den Vorschlag für eine Photovoltaikanlage an die Gemeinde herangetragen, doch vier Jahre gingen ungenutzt ins Land. Deshalb ergriffen die Gochsheimer unter Regie von Günter Hack und Gerhard Weinbeer die Initiative, kontaktierten Gemeinde, Landratsamt und die Firma Solartechnik Göb Werneck und gründeten 2006 die 1.Solarstromgesellschaft.
Diese schloss mit der Gemeinde Gochsheim einen 20-Jahres-Vertrag, investierte netto 131.700 Euro in eine Anlage auf dem Dach der Fritz-Zeilein-Halle (FZH) und übernahm Kontrolle und Wartung der Anlage. Neben dem Mietvertrag waren eine Elektronik- und eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Durch das EEG-Gesetz wurde der Strompreis für 20 Jahre festgeschrieben.
Da die neue Anlage hervorragende Ergebnisse lieferte, folgten 2007 und 2008 weitere auf den Dächern der Grund- und Mittelschule mit vergleichbaren Konditionen.
Gerhard Weinbeer war bei der Wartung gefordert, wenn ein Wechselrichter ausgetauscht wurde, ein neuer Router keine Daten lieferte, Bauteile durch die Baumaßnahmen verstaubt waren oder Updates bei der Software notwendig wurden.
2025 lieferten die FZH-Anlage für rund 14.500 Euro, Schule 1 für 13.500 Euro und Schule 2 für 14.000 Euro Strom.
Die beiden ehrenamtlichen Geschäftsführer der Solarstromgesellschaft wurden nun ermächtigt, dass, nach einem Vertrag mit der Gemeinde die FZH-Anlage zum Jahresende unentgeltlich an Gochsheim übergeht, welches die Anlage weiterbetreibt. Sollte ein Rückbau innerhalb der nächsten drei Jahre notwendig werden, wäre die Gesellschaft finanziell an den Kosten beteiligt. Ähnliche Verträge sollen für die beiden Schulanlagen folgen.
Bis Jahresende haben die drei Anlagen voraussichtlich 1.632.812 Kilowattstunden geliefert, womit man 544 Haushalte mit je 3000 kWh versorgen oder 30 Haushalte über 20 Jahre komplett mit Strom versorgen könnte, informierte Weinbeer. 1.142.000 kg CO2 wurden durch die drei Anlagen eingespart.
Auf den Bildern:
Die PV-Anlage auf dem Dach der Fritz-Zeilein-Halle wird 20 Jahre alt und soll noch in diesem Jahr in den Besitz der Gemeinde Gochsheim übergehen.
Die Geschäftsführer Günter Hack und Gerhard Weinbeer (vorne rechts) freuten sich, dass viele Anteilseigner zur Jahreshauptversammlung kamen und ihre Zustimmung zum weiteren Vorgehen gaben.
Zwei weitere PV-Anlagen der Solarstromgesellschaft Gochsheim befinden sich seit 2007 bzw. 2008 auf dem Dach der Grund- und Mittelschule Gochsheim.
Foto: Gerhard Weinbeer
Das letzte Bild zeigt die beiden ehrenamtlichen Geschäftsführer Gerhard Weinbeer und Günter Hack, die sich gegenseitig für ihre Arbeit dankten und sich zum Erfolg der Solarstromgesellschaften gratulierten.
Text und Fotos: Peter Volz

