HAMBURG / WÜRZBURG – Die Fitness First Würzburg Baskets gehören zum dritten Mal in Folge zu den besten sechs Teams der easyCredit BBL-Hauptrunde. Das Team von Headcoach Sasa Filipovski lieferte am 33. Spieltag eine über weite Strecken sehr souveräne Vorstellung ab und setzte sich mit 90:73 (48:35) bei den Veolia Towers Hamburg durch.
Zuvor hatten die MHP Riesen Ludwigsburg ihr Heimspiel gegen den FC Bayern München Basketball mit 78:86 verloren, damit haben die Baskets Tabellenplatz fünf vor dem letzten Hauptrunden-Spieltag am Sonntag sicher und treffen im Viertelfinale ab dem 16. Mai aller Voraussicht nach auf die Telekom Baskets Bonn.
Die Gäste aus Würzburg dominierten die Partie im Hamburger Inselpark ab der 7. Spielminute und holten sich bereits in der ersten Halbzeit einen Vorsprung von 24 Punkten (20:44, 17. Minute). Die Gäste starteten in den letzten drei Minuten des zweiten Viertels eine Aufholjagd, konnten den Rückstand im weiteren Spielverlauf aber nur noch einmal in den einstelligen Bereich bringen.
Topscorer Marcus Carr (31 Punkte/7 Assists) und der ehemalige Hamburger Brae Ivey (15 Punkte/4 Dreier) erzielten zusammen mehr als die Hälfte der Würzburger Zähler und führten die Fitness First Würzburg Baskets zu einem ungefährdeten Auswärtssieg. „Wir haben als Team heute unseren Job gemacht, gut verteidigt und physisch gespielt. Es war ein Pflichtsieg für uns, um unseren Playoff-Spot zu sichern“, sagte Ivey hinterher live bei Dyn.
Ob die Baskets am letzten Spieltag der Hauptrunde noch eine Chance auf Rang vier haben werden, steht erst nach Ende des Spiels Bonn gegen Trier am Freitagabend fest. Am Sonntag um 16 Uhr geht es in der tectake Arena gegen die MHP Riesen Ludwigsburg. Tickets für die Partie sind im Onlineshop und am Sonntag ab 15 Uhr an der Tageskasse der Turnhölle erhältlich.
Der Vorverkauf für das erste Playoff-Heimspiel beginnt für Dauerkarten-Inhaber am Montag mit einem Vorkaufsrecht für ihre reservierten Plätze. Der freie Verkauf startet am kommenden Donnerstag, 14. Mai.
Jetzt aber zum Spielverlauf in Hamburg: Für die „Türme“ ging es in ihrem letzten Heimspiel der Hauptrunde hauptsächlich darum, sich mit einer guten Leistung von ihren gut 3000 Heim-Fans zu verabschieden. Die sahen in den ersten gut sechs Minuten eine Partie auf Augenhöhe, in der die Gastgeber ihre ersten beiden Dreier trafen und nach 79 Sekunden mit 6:3 in Führung lagen.
Mit zunehmendem Verlauf des ersten Viertels bekamen die Baskets ihre Gegenspieler mit physischer Verteidigung aber immer besser in den Griff und ließen kaum noch erfolgversprechende Abschlüsse zu – in den letzten acht Minuten des ersten Abschnitts trafen die Hausherren nur noch drei Würfe.
Mit zwei Freiwürfen stellte Niklas Wimberg den Spielstand nach sechs ausgeglichenen Minuten auf 14:13, dann legten die Gäste einen viertelübergreifenden 11:0-Lauf hin, der sich im weiteren Verlauf als vorentscheidende Phase der Partie erweisen sollte – Christian Skladanowski traf in der 11. Minute per Korbleger zur ersten zweistelligen Führung (14:24). Marcus Carr erzielte in der ersten Halbzeit starke 17 Punkte, Brae Ivey kam im zweiten Viertel dank drei Dreiern auf 12 Zähler.
In der 17. Minute hatten die Fitness First Würzburg Baskets den Abstand auf stolze 24 Zähler ausgebaut (20:44), ließen danach aber die nötige Konzentration vermissen, so dass die Hamburger den Rückstand durch einen 10:1-Lauf bis zur Pause auf 35:48 verkürzen konnten.
Dieses Momentum konnten Towers-Topscorer Devon Daniels (22 Punkte) und seine Kollegen auch mit ins dritte Viertel nehmen: In der 25. Minute traf Daniels von der Freiwurflinie zum 47:54 – es war zu diesem Zeitpunkt ein 27:10-Zwischenspurt der Gastgeber.
Die Baskets reagierten, Marcus Carr und Brae Ivey mit seinem vierten Dreier erzielten die nächsten acht Punkte: Bbeim Spielstand von 47:62 in der 27. Minute waren die Sorgenfalten auf der Stirn von Baskets-Headcoach Sasa Filipovski schon fast wieder verschwunden.
Die Hamburger kämpften sich im Anschluss durch einen Wimberg-Dreier und einen Daniels-Layup noch einmal auf zehn Punkte heran (54:64), vor allem die Dreierquote der Gastgeber war aber zu schwach, um den Würzburger Auswärtssieg noch einmal in Gefahr zu bringen. Nach den ersten beiden Dreiern zu Beginn des Spiels gelangen den Türmen nur noch drei weitere Distanztreffer bei 28 Versuchen.
Die Baskets machten es deutlich besser (13 von 25 / 52 Prozent) und trafen auch immer wieder schwierige Würfe. Deswegen blieb es auch nach dem dritten Viertel (56:68) immer bei einer zweistelligen Führung der Gäste. Nach einem Dreier von Christian Skladanowski lagen sie in der 36. Minute mit 59:77 vorne, nach einem letzten Aufbäumen der Hausherren machten Johnathan Stove (65:80 – 36. Minute) und Davion Mintz (69:85 – 38. Minute) mit weiteren Distanztreffern den Deckel drauf auf den Auswärtssieg und damit mindestens Platz fünf nach der BBL-Hauptrunde.
Veolia Towers Hamburg – Fitness First Würzburg Baskets 73:90
(14:22, 21:26, 21:20, 17:22)
Für Würzburg spielten:
Marcus Carr 31 Punkte/3 Dreier (7 Assists), Brae Ivey 15/4, Davion Mintz 12/2, Christian Skladanowski 10/1 (7 Rebounds), Eddy Edigin 7, David Muenkat 6/2, Charles Thompson 6, Johnathan Stove 3/1, Alen Pjanic.
Top-Performer Hamburg:
Devon Daniels 22/1, Leonard Thorpe Jr. 16/1, Niklas Wimberg 5/1 (9 Rebounds).
Key Stats:
Dreierquote: Würzburg 52 Prozent – Hamburg 17 Prozent
Assists: Würzburg 16 – Hamburg 10
Feldwurfquote: Würzburg 50 Prozent – Hamburg 38 Prozent
Brae Ivey, Fitness First Würzburg Baskets:
„Hamburg ist meine erste Heimat in Deutschland. Es hat sich gut angefühlt, hierher zu kommen und bekannte Gesichter und meine Hamburger Familie zu sehen. Wichtiger war aber, dass wir heute als Mannschaft unseren Job gemacht haben. Es war ein Pflichtsieg für uns, um unseren Playoff-Spot zu sichern. Wir haben gut verteidigt, unseren Gameplan umgesetzt und physisch gespielt. Ich wusste bis jetzt gar nicht, dass Ludwigsburg verloren hat. Wir wussten, dass wir unser Schicksal mit einem Sieg weiter selbst in der Hand haben und haben uns nur auf unser Spiel konzentriert.“
Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Ich bin wirklich stolz auf mein Team. Wir haben in dieser Saison erneut die Erwartungen übertroffen. Zwei Spiele pro Woche mit nur sechs Importspielern zu spielen, ist nicht einfach. Die Hauptrunde im schlechtesten Fall auf Platz fünf abzuschließen und in die Runde der besten 16 Teams in der Champions League einzuziehen, ist eine großartige Leistung. Vielen Dank auch an die Fans, die heute dabei waren, dieser Sieg gehört auch ihnen. Wir müssen uns jetzt schnell erholen, auch weil wir zwei Verletzungen hinnehmen mussten. Wir haben jetzt noch das Heimspiel am Sonntag gegen Ludwigsburg, dann werden wir uns auf die Playoffs konzentrieren. Hamburg ist ein toller Standort, sie hatten es nicht leicht in der Saison. Sie haben Charakter bewiesen, dafür gebührt ihnen Respekt, und sie haben auch heute sehr hart gekämpft. Ich wünsche dem Standort in Zukunft weiterhin das Beste, denn Hamburg ist eine Basketballstadt.“
Benka Barloschky, Headcoach Veolia Towers Hamburg:
„Wir haben strukturell gut genug gespielt, um das Spiel auch gewinnen zu können. Am Ende war in diesem Spiel die Trefferquote ausschlaggebend, vor allem von der Dreierlinie. Würzburg hat hochprozentig getroffen, wir nicht. Und das ist dann auch schon die Geschichte. Ich glaube, dass wir Phasen hatten, gerade in der ersten Halbzeit, in denen wir nicht so konsequent gespielt haben, wie wir es eigentlich wollten. Und da haben wir den Vorsprung zu groß werden lassen. Das haben wir in der Pause angesprochen, in der zweiten Halbzeit nachjustiert. Ich denke, alle haben es gesehen – wir haben uns aufgeopfert, hatten genügend Runs produziert. Aber der letzte Push kam dann nicht. Und dann muss man auch sagen, dass mit Carr, Mintz und Brae Ivey auf der anderen Seite drei Spieler sind, die einfach genug Qualität haben, auch schwierige Würfe zu treffen.“
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

