UNTERFRANKEN – Das Citizen-Science-Projekt zum Schutz des seltenen Schwarzen Apollo ist erfolgreich gestartet. Zur Auftaktveranstaltung an der Thüringer Hütte kamen zahlreiche Naturfreunde, um sich aktiv für den Erhalt dieser stark gefährdeten Schmetterlingsart einzusetzen, indem sie sich auf die Suche nach der Futterpflanze Lerchensporn machten.
Eingeladen hatten die Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und das Biodiversitätszentrum Rhön – und viele Freiwillige folgten dem Aufruf. Die Rhön zählt zu den Hotspots der biologischen Vielfalt und bietet seltenen Arten wie dem Schwarzen Apollo einen wertvollen Lebensraum. Doch der bedrohte Tagfalter kommt deutschlandweit nur noch in wenigen Mittelgebirgen vor.
Durch das Treffen führte Tina Bauer von der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats, die mit viel Begeisterung spannende Einblicke in die Welt des Schwarzen Apollo gab. Von seiner Lebensweise über seine besonderen Ansprüche bis hin zu praktischen Tipps zur Kartierung wurde deutlich: Jeder Beitrag zum Erhalt der Art ist lohnenswert. Besonderes Augenmerk galt dem für das Vorkommen des Schwarzen Apollo entscheidenden Lerchensporn – der wichtigen Futterpflanze des Falters.
Dann ging es auf die Suche: Gemeinsam hielten die Teilnehmenden Ausschau nach dem Lerchensporn, schärften ihren Blick und entdeckten erste Pflanzen in der Umgebung der Thüringer Hütte. Ein geeigneter Moment, um Theorie und Praxis zu verbinden und Freude für den Artenschutz zu wecken. Zum Abschluss wurden die Einsatzgebiete verteilt, in denen die Freiwilligen nun im Frühjahr eigenständig Lerchensporn-Bestände erfassen. Allen Helferinnen und Helfern wurde ein herzliches Dankeschön ausgesprochen, denn klar ist: Dieses Projekt lebt vom Mitmachen – und jede helfende Hand macht einen Unterschied.
Das Citizen-Science-Projekt zum Schutz des Schwarzen Apollo wurde 2023 als bürgerwissenschaftliches Projekt unter der Federführung der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und des Biodiversitätszentrums Rhön ins Leben gerufen. 25 Freiwillige engagierten sich in den Jahren 2023 und 2024 mit großem Engagement und erfassten in vorgegebenen Gebieten die Futterpflanze der Apollo-Raupen: bestimmte Lerchensporn-Arten (Corydalis). Der Schwarze Apollo ist jedoch weiterhin stark gefährdet, weswegen in diesem Jahr das Vorkommen von Lerchensporn in weiteren Gebieten erfasst wird. Ziel des bürgerwissenschaftlichen Projekts ist es, anhand des Vorhandenseins von Lerchensporn auf weitere mögliche Verbreitungsgebiete des Schwarzen Apollos zu schließen.
Wer sich für Citizen Science im Biosphärenreservat Rhön interessiert, findet weitere Infos hier: https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/natur/projekte-im-bereich-natur/buergerwissenschaftliche-arterfassung
Das Biodiversitätszentrum Rhön mit Sitz in Bischofsheim in der Rhön beschäftigt sich mit der Förderung der biologischen Vielfalt in den bayerischen Mittelgebirgen. Als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis entwickelt das Zentrum modellhafte Projekte zur Steigerung der Biodiversität. Gemeinsam mit den Bewirtschaftern erprobt es praxistaugliche und übertragbare Handlungskonzepte und bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse für die Fachwelt und Öffentlichkeit auf.
Damit leistet das Biodiversitätszentrum einen Beitrag zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und trägt zum Aufba
u und Schutz des europäischen ökologischen Netzes „Natura 2000“ mit seinen Arten und Lebensräumen bei.
www.bioz.bayern.de
Auf dem Bild:
Gelungener Auftakt beim Citizen-Science-Projekt zum Schutz des Schwarzen Apollo. Tina Bauer vom Biosphärenreservat Rhön (2. von rechts) informiert die Freiwilligen, die sich aktiv für den Erhalt der stark gefährdeten Schmetterlingsart einsetzen.
Foto: Biodiversitätszentrum Rhön/Marina Wolz

