Ausweitung der Betriebszeiten: Christoph 18 fliegt künftig auch in den ersten Nachtstunden

Ausweitung der Betriebszeiten: Christoph 18 fliegt künftig auch in den ersten Nachtstunden
Foto: Christian Schuster

LANDKREIS WÜRZBURG – Künftig wird der in Ochsenfurt stationierte Rettungshubschrauber Christoph 18 auch bei einsetzender Dämmerung und in den ersten Nachtstunden zum Einsatz kommen. Das hat der Ministerrat heute auf Vorschlag von Innenminister Joachim Herrmann beschlossen.

Grundlage hierfür ist ein Gutachten des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement zur Ausdehnung der Betriebszeiten der bayerischen Rettungshubschrauber. Ein vom bayerischen Innenministerium in Auftrag gegebenes Bedarfsgutachten empfiehlt die Ausweitung der Betriebszeiten.

Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, der für die Sicherstellung des Rettungsdienstes in den Landkreisen Kitzingen, Main-Spessart, Würzburg sowie der Stadt Würzburg verantwortlich ist, hatte am 5. April 2024 beim bayerischen Innenministerium einen Antrag auf Erweiterung der Bereitschaftszeiten am Standort Ochsenfurt gestellt. „Technische Innovationen ermöglichen den Einsatz von Nachtsichtgeräten im Routinebetrieb der Luftrettung, ohne dabei Abstriche in der Flugsicherheit machen zu müssen“, erklärt Zweckverbandsvorsitzende Christine Haupt-Kreutzer den damaligen Beschluss des politischen Gremiums.

Landrat Thomas Eberth freut sich über die Entscheidung des BayStMI, die Betriebszeiten von Christoph 18 auf die sogenannten Randzeiten auszuweiten. „Ochsenfurt liegt optimal im nordbayerischen Raum. Unsere Crews können hier einen entscheidenden Beitrag leisten, Schwerverletzte und Schwerkranke schnellstmöglich zu versorgen und in geeignete Kliniken zu fliegen“, sagt Landrat Eberth. Auch an den Standorten Bayreuth, Ingolstadt, Kempten und Suben in Österreich werden die Betriebszeiten perspektivisch erweitert.

Einsatz von Nachtsichtgeräten in Ochsenfurt baut auf Pilotprojekt in Ulm auf

Die Besatzungen des in Ulm stationierten Rettungshubschraubers Christoph 22 haben bereits in einem Pilotversuch umfassende Erfahrungen mit Nachtsichtgeräten gesammelt. Nach Prognose des Gutachters könnten die Ochsenfurter Rettungsflieger bei einer Erweiterung der Betriebszeiten jährlich etwa 175 Einsätze mehr absolvieren. Derzeit meldet sich Christoph 18 täglich um 7 Uhr dienstbereit bei der Integrierten Leitstelle Würzburg und beendet den Dienst mit Einbruch der Dunkelheit. „Künftig wird unser Rettungshubschrauber in den Wintermonaten bis etwa 20:15 Uhr und in den Sommermonaten von 7 Uhr bis 21:45 Uhr einsatzbereit sein“, so die Verbandsvorsitzende Christine Haupt-Kreutzer.

Die für den Nachtflug notwendige Ausbildung der Piloten und Notfallsanitäter ist zeitlich sehr aufwändig. Aktuell kann der ADAC nicht absehen, bis wann alle Teams eingewiesen und das Luftrettungsstation nachtflugtauglich sein wird. Schulungsbedarf gibt es auch für die Disponenten der Integrierten Leitstellen im Einsatzbereich von Christoph 18.

ZRF-Geschäftsführer Paul Justice weist darauf hin, dass bei Einsätzen in der Dunkelheit besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind, „insbesondere bei der Routenplanung anhand von Wetterdaten und bei der Luftraumerkundung vor der Landung“. Die Auswertung der Ulmer Pilotversuchsdaten zeigt, dass die Integrierten Leitstellen bei Nachteinsätzen eine mittlere Verzögerung von etwa acht Minuten im Vergleich zu bodengebundenen Rettungsmitteln berücksichtigen müssen.

Christoph 18 ist am 31. Juli 1980 in Ochsenfurt erstmals in Betrieb gegangen. Heute gehört der gelbe Rettungsflieger zu den mit den bundesweit meisten Einsätzen.

Auf dem Bild: Der in Ochsenfurt im Landkreis Würzburg stationierte Christoph 18 gehört bundesweit zu den Rettungshubschraubern mit den meisten Einsätzen. Er soll künftig auch bei einsetzender Dämmerung und den ersten Nachtstunden fliegen.
Foto: Christian Schuster

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