Zu teure und wenig überzeugende Ballaststoff-Limos im Check: Verbraucherzentrale Bayern offenbart cleveres Marketing und wenig Nutzen

Zu teure und wenig überzeugende Ballaststoff-Limos im Check: Verbraucherzentrale Bayern offenbart cleveres Marketing und wenig Nutzen

BAYERN – Erfrischungsgetränke mit Aussagen wie „präbiotisch“, „darmfreundlich“ oder „High Fiber“ sollen die Verdauung unterstützen, die Darmgesundheit fördern und das Mikrobiom positiv beeinflussen. Doch erfüllen ballaststoffangereicherte Limonaden diese Versprechungen?

Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Bayern mit acht Produkten zeigt: Der gesundheitliche Nutzen der sogenannten High-Fiber-Drinks ist meist begrenzt. Zwar enthalten die Getränke zugesetzte Ballaststoffe wie Inulin, Dextrine oder Akazienfasern. Ob sie in einem Getränk aber genauso wirken wie Ballaststoffe in festen Lebensmitteln, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

Vorsicht bei Gesundheitsversprechen

Die Verbraucherschützer sehen vor allem die gesundheitsbezogenen Aussagen auf Produkten und Unternehmenswebseiten kritisch. “Diese entsprechen teilweise nicht den Vorgaben der europäischen Health-Claim-Verordnung“, sagt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. „In der EU dürfen Hersteller solche Aussagen nur verwenden, wenn sie wissenschaftlich belegt und zugelassen sind.” Einige Angaben wurden bereits aufgrund der Kritik der Verbraucherzentralen angepasst oder zurückgenommen. Weitere Aussagen werden derzeit von den Verbraucherzentralen rechtlich geprüft.

Ballaststoff-Limo ersetzt keine Linsensuppe

High-Fiber-Drinks sind vor allem ein Marketingprodukt mit hohem Preis. Die Getränke kosten im Durchschnitt fünf Euro pro Liter. Wer mehr Ballaststoffe aufnehmen möchte, sollte vor allem auf Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse setzen.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert