MANNHEIM / MAINFRANKEN – Wie fühlt sich die Gründungsszene an, wenn man mittendrin ist? Dieser Frage sind 15 Studierende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) beim diesjährigen Q-Summit in Mannheim nachgegangen.
Gemeinsam mit dem Team des neuen Hochschulprojekts genes!s reisten sie für zwei Tage zu einer bundesweiten Konferenz für Innovation, die von Studierenden organisiert wird.
Vor Ort erhielten die Teilnehmenden vielfältige Einblicke in die Startup-Welt: Neben Pitch Battles, Workshops und Paneldiskussionen konnten sie sich über aktuelle Trends informieren und sich direkt mit Akteurinnen und Akteuren der Gründungslandschaft austauschen. Ebenso stand ein Workshop des begleitenden Organisationsteams auf dem Programm. So evaluierten die Studierenden in einem interaktiven Austausch, welche Angebote sie für eigene Gründungsvorhaben an der Hochschule benötigen und wie eine lebendige Gründungskultur an der THWS aussehen könnte.
„Neben der strategischen Arbeit im Workshop war es vor allem das Networking und die Atmosphäre vor Ort, die bei den Studierenden einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben“, so Susanne Reinhard, wissenschaftliche Mitarbeiterin des genes!s-Projekts. Julia Anna Eisenmann, Studierende im THWS-Brückenstudium, blickt positiv auf die Konferenz zurück: „Mein wichtigstes Learning aus zwei Tagen voller Inspiration: ,Vibe coding = Zukunft!ʼ Dadurch sind die Hürden zum Gründen aktuell deutlich geringer als noch vor einigen Jahren. Denn ,jederʼ kann nun selbst auf einfachem Weg MVPs erstellen, ohne Kosten für Entwicklung zu haben“. MVP bedeutet „Minimum Viable Product“ – eine Art Pilotversion als früher Testlauf für eine Geschäftsidee in Produktform. Anders als ein Prototyp ist es bereits im Einsatz auf dem Markt, um die Nachfrage testen zu können.
Dass sich der Mut zu Netzwerken auszahlt, erlebte Justin Benny, Student der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, unmittelbar nach dem ersten Konferenztag. Er nutzte die Gelegenheit für einen spontanen Pitch bei einer Gruppe von Investoren. Sein Fazit: „Das direkte Feedback vor Ort war wertvoller als wochenlanges Planen am Schreibtisch. Manchmal geht es einfach nur darum, die Chance zu ergreifen.“
Auch Naga Amruth Gadan Vishwanath, Student aus der Fakultät Elektrotechnik, war begeistert: „Mich hat besonders beeindruckt, wie die Veranstaltung die Schnittstellen zwischen Robotik, künstlicher Intelligenz und neuen Technologien greifbar gemacht hat“.
Impulse für eine stärkere Gründungskultur
Organisiert wurde die Exkursion im Rahmen des Projekts genes!s, das darauf abzielt, Gründung noch stärker in Lehre und Hochschulkultur der THWS zu verankern. Der Besuch des Q-Summits bildete dabei einen ersten Impuls, um Studierenden praxisnahe Einblicke in die Startup-Szene zu ermöglichen und gleichzeitig ihre Perspektiven in die Weiterentwicklung der Gründungsangebote einzubeziehen.
Bodo Wohlfromm, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Elektrotechnik und Initiator der Exkursion, betont: „Die Teilnahme am Q-Summit war ein wichtiger Schritt, um die Gründungskultur an unserer Hochschule weiter auszubauen. Unserem Team war es wichtig, Studierenden aller Fachrichtungen den direkten Zugang zur Start-up-Welt zu ermöglichen, um ihre Blickwinkel zu erweitern und wertvolle Praxiserfahrungen sammeln zu können. Die dort gewonnenen Eindrücke helfen uns nun dabei, die Gründungslehre im Rahmen von genes!s praxisnah weiterzuentwickeln und passgenaue Angebote für die gesamte Hochschule zu schaffen.“
Neue Transferarchitektur für die Lehre
Im Zentrum von genes!s steht die Entwicklung einer neuen Transferarchitektur für eine gründungsorientierte Lehre an der Hochschule. Ziel ist es, ein Gründungs-Mindset nachhaltig im Hochschulkontext zu etablieren und Gründung als festen Bestandteil von Lehre und Forschung stärker zu verankern. Der Austausch beim Q-Summit gab Einblicke, wie die Perspektiven der Studierenden stärker in die Weiterentwicklung der Gründungsangebote an der THWS einbezogen werden können.
Das Projekt, das am Institut für Digital Engineering (IDEE) angesiedelt ist und von Prof. Dr. Jan Schmitt sowie Prof. Dr. Volker Bräutigam geleitet wird, startete im Oktober 2025. Es wird durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert, ist auf eine Laufzeit von mindestens vier Jahren angelegt und verfügt über eine Gesamtförderung von 3,17 Millionen Euro.
Auf den Fotos:
Die wissenschaftlichen Mitarbeitenden des genes!s Projekts beim Q-Summit in Mannheim (v. li.) Ilija Vrdoljak, Maria Böger, Bodo Wohlfromm, Susanne Reinhard, Samira Wirtz, Markus Engert, Katharina Fernandez und Niklas Lerpscher (Foto: THWS/Susanne Reinhard)
Im Q-Summit-Workshop bringen Studierende ihre Ideen für neue Gründungsangebote an der THWS ein (Foto: THWS/Susanne Reinhard)
Die Teilnehmenden des Q-Summit-Workshops in Mannheim (Foto: THWS/Susanne Reinhard)



