UNTERPFAFFENHOFEN / BERGTHEIM – Der HSV Bergtheim hat auch das Rückspiel der Relegation erfolgreich für sich entschieden und sich mit einem 24:21‑Auswärtssieg in Unterpfaffenhofen den Verbleib in der Handball-Oberliga gesichert.
Dabei musste das Team erneut eine besondere Herausforderung meistern: Trainer Radovan Suchy stand kurzfristig aus privaten Gründen nicht zur Verfügung, so dass Stephan Dinkel die Verantwortung alleine übernehmen musste. Trotz dieser ungeplanten Umstellung zeigte Bergtheim eine beeindruckende Mischung aus Ruhe, Anpassungsfähigkeit und mannschaftlicher Geschlossenheit.
Erste Halbzeit – Nervöser Beginn, Rückstand und starke Antwort. Der Start in die Partie war geprägt von hoher Anspannung. Beide Teams agierten zunächst vorsichtig und suchten Stabilität, sodass sich bis zur 9. Minute ein ausgeglichenes Spiel entwickelte (5:5). Doch anschließend verlor Bergtheim kurzzeitig den Zugriff. U’hofen‑Germering nutzte Fehler konsequent aus und setzte sich bis zur 17. Minute auf 11:7 ab. In dieser Phase zog Stephan Dinkel seine erste Auszeit – ein wichtiger Wendepunkt. Die Ansprache zeigte Wirkung: Bergtheim agierte fortan ruhiger, strukturierter und sicherer. Die Abwehr fand besseren Zugriff, im Angriff wurden die Chancen geduldiger herausgespielt. Schritt für Schritt kämpfte sich der HSV zurück und stellte in der 25. Minute den 12:12‑Ausgleich her. In der Schlussphase der ersten Halbzeit drehte Bergtheim das Spiel sogar komplett: Bis zur 29. Minute erspielte sich das Team eine 13:15‑Führung, ehe die Gastgeberinnen kurz vor der Pause noch auf 14:15 verkürzten.
Zweite Halbzeit – Kampfgeist, Nervenstärke und die entscheidende Wende. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein intensives, hart umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften zeigten großen Kampfgeist, die Führung wechselte mehrfach, und bis zur 46. Minute blieb alles völlig offen (18:18). Dann folgte eine kritische Phase für Bergtheim: Eine 2‑Minuten‑Zeitstrafe brachte den HSV in Unterzahl, und U’hofen‑Germering verwandelte den Strafwurf zum 20:18 (49.). Die Gastgeberinnen witterten ihre Chance – schließlich mussten sie mit mindestens vier Toren Unterschied gewinnen, um die Relegation noch zu drehen.
In dieser Drucksituation nahm Dinkel eine erneute Auszeit. Er beruhigte sein Team, erinnerte an die Ausgangslage und fokussierte die Spielerinnen neu. Die Botschaft war klar: Noch ist nichts verloren – der Gegner steht weiterhin unter Zugzwang. Die Reaktion war beeindruckend. Trotz Unterzahl spielte Bergtheim nun mutig, klar und entschlossen. Innerhalb weniger Angriffe glich der HSV zum 20:20 aus (51.) – ein Moment, bei dem die Gastgeberinnen sichtbar den Glauben an sich verloren. Der Druck, in den verbleibenden Minuten noch einen 4‑Tore‑Vorsprung herausspielen zu müssen, wurde immer größer. Ein verworfener Strafwurf und eine weitere 2‑Minuten‑Zeitstrafe gegen U’hofen‑Germering verschärften deren Situation zusätzlich.
Bergtheim nutzte diese Schwächephase routiniert: Zwei schnelle Treffer stellten auf 20:23 (56.) – die Entscheidung war gefallen, der Sieger der Relegation stand fest. Die Gastgeberinnen nahmen zwar noch eine Auszeit, doch Bergtheim erhöhte kurz darauf auf 20:24. Der letzte Treffer des Spiels gehörte Unterpfaffenhofen‑Germering, doch am 21:24‑Endstand änderte das nichts mehr.
Dankeschön an Fans, Trainerteam, BetreuerInnen und Unterstützerinnen.
Ein großes Dankeschön geht an die zahlreich mitgereisten Fans, die die lange Anreise auf sich genommen haben und das Auswärtsspiel mit ihrer Leidenschaft praktisch zu einem Heimspiel machten. Ihre unermüdliche, lautstarke Unterstützung trug die Mannschaft durch schwierige Phasen und war ein entscheidender Faktor für den Erfolg.
Ebenso gebührt ein herzliches Dankeschön Radovan Suchy, Stephan Dinkel sowie allen Betreuerinnen und Betreuern, die sich dieser ungeplanten Herausforderung nach Abschluss der eigentlichen Saison spontan gestellt haben. Ihr Einsatz, ihre Flexibilität und ihr Zusammenhalt haben den Gewinn der Relegation überhaupt erst möglich gemacht.
Ein besonderer Dank geht außerdem an die drei ehemaligen Spielerinnen, die sich ebenfalls dieser ungewöhnlichen Situation gestellt haben. Sie unterstützten das Team nicht nur sportlich, sondern gaben auch wichtigen Rückhalt und zusätzliche Stabilität in einer Phase, in der jede helfende Hand zählte.
Der Klassenerhalt ist gesichert und die Damen 1 des HSV Bergtheim bleiben auch in der kommenden Saison in der Oberliga Nord. Somit sind auch die Plätze der Damen 2 in der Bezirksoberliga und der Damen 3 in der Bezirksliga sicher, die sonst jeweils hätten absteigen müssen. Jetzt kann sich der HSV auf die Feierlichkeiten am 3. – 5. Juli zum 20-jährigen Vereinsjubiläum freuen und ordentlich feiern.
Handball, Frauen, Relegation: SC Unterpfaffenhofen‑Germering – HSV Bergtheim 21:24 (14:15)
Es spielten: Schmöger L., Kager C., Lichtlein L. (1), Heizenröther M. (9/3), Wolf A. (3), Flohr J. (3), Brand S., Dötsch, J., Lichtlein H. (5/1), Hofmann N., Dinkel S. (2), Maurer, J., Hartl T. (1), Tucher A. (TW), Kunzmann P. (TW).

