Am Ende gab´s nur ratlose Blicke: Der TSV Bad Königshofen ging bei seinem letzten Auswärtsspiel in Mühlhausen 0:3 unter

Am Ende gab´s nur ratlose Blicke: Der TSV Bad Königshofen ging bei seinem letzten Auswärtsspiel in Mühlhausen 0:3 unter

MÜHLHAUSEN / BAD KÖNIGSHOFEN – Das letzte Auswärtsspiel der neunten Bundesliga-Saison beim Post SV Mühlhausen dürfte wohl zu den drei enttäuschendsten Vorstellungen des TSV Bad Königshofen bei den 192 Auftritten in der TTBL gehören. So wenig dies zu beweisen ist, so verdient war die 0:3-Niederlage mit 1:9 Sätzen.

Bei einem Gegner, gegen den man bisher eine ausgeglichene Bilanz erzielen konnte. Daniel Habesohn verglich die Niederlage hinterher dort, wo er acht Jahre lang für die Thüringer gespielt hatte, mit der ganzen Saison: „Wir sind von Anfang an nicht richtig in Tritt gekommen. Es ist zumindest gut, dass wir nicht abgestiegen sind. Am Ende aber müssen wir die Leistung analysieren und sagen, das war nicht gut genug, was müssen wir besser machen?“

Wie wahr! Es ging nach selbst erkämpftem Klassenerhalt durch den grandiosen Auftritt gegen Grünwettersbach zwar um nichts als die Ehre, wenngleich diese mehr als nichts wert sein sollte. Wenn auch nicht in Bestbesetzung, ohne seinen Leithammel Basti Steger und Xue Fei, darf man so nicht untergehen. Schließlich hat jeder den Anspruch, erste Bundesliga zu spielen. Auch den Postlern fehlten Marcos Freitas (6:9 Bilanz) und Ovidiu Ionescu (6:10). Dafür bestätigten Kay Stumper (9:7) und Steffen Mengel (14:8) ihre Saison-Form. Während Ersatzmann Cheng-Ting Liao aus Taiwan, der in der TTBL noch kein Spiel gewonnen hatte, seinen ersten Triumph feiern durfte.

Den einzigen Satz für den TSV zu gewinnen, gelang im ersten Spiel Filip Zeljko gegen den Nationalspieler Kay Stumper. Der hatte schon bei der 1:3-Niederlage im Hinspiel beide Einzel gewonnen. Als Zeljko mit 11:9 für den Satzausgleich sorgte, waren die TSV-Anhänger, im Fan-Bus angereist, noch bester Hoffnung. Im dritten Satz immer noch, als er ein 4:8 zum 9:8 gedreht hatte. Das hätte vielleicht der Wendepunkt fürs ganze Spiel werden können. Doch es war aus Zeljkos Sicht zu Aufschlag-lastig. Stumper hatte nur Probleme mit den langen Aufschlägen, die Zeljko eben nicht fortwährend spielen kann und insgesamt damit limitiert war.

Besonders herzlich empfangen wurde Mühlhausens ehemaliger Liebling Daniel Habesohn im TSV-Trikot, der den wohl am sichersten einkalkulierten Punkt gegen Liao holen sollte. Doch es war alles nur Konjunktiv bei den Grabfeldern. Der Österreicher hatte zu große Probleme mit dem umfangreichen Aufschlagsreservoir des Taiwanesen. Und er spielte überraschend viel zu verkrampft nach seinem hoffnungsvollen Auftritt gegen Grünwettersbach, wo der Knoten endlich geplatzt schien. Mit 0:3 ging er unter. Liao war mit seinem ersten Sieg doch noch in der Saison angekommen, und mit 0:2 ging der TSV in die Pause.

Was für ein Zeichen hierin vom Teamgeist bei den Postlern: Liao gönnte sich nur eine Minute Erholung, dann stellte er sich seinem Teamkollegen Steffen Mengel (37) als Sparringspartner zur Verfügung. Dann zeigte der Alt- dem Jung-Nationalspieler Andre Bertelsmeier (20), er darf mit zur WM nach London, dessen Grenzen aufzuzeigen. Der wegen seiner Spielweise „der lebende Gummiball“ genannte Mengel machte es kurz. Souverän und taktisch bestens vorbereitet war nur er bei der Tragödie dritter Akt.

Beim Coaching zwischen den Sätzen ging es sehr stoisch zu. Nach dem von Zeljko gecoachten Timeout schaffte Bertelsmeier wenigstens den Anschluss von 3:6 zum 6:6. Nach dem 8:11, nach 112 Minuten inklusive Pause, gab es dann aber nur ratlose Blicke in den Gesichtern der TSV-Ecke. Da gibt es beim letzten Heimspiel am Sonntag gegen Bad Homburg einiges gutzumachen.

Tischtennis-Bundesliga: Mühlhausen – Bad Königshofen 3:0
Kay Stumper – Filip Zeljko 3:1
(11:8/9:11/13:11/11:9)
Cheng Liao – Daniel Habesohn 3:0
(11:7/11:6/11:9)
Steffen Mengel – Andre Bertelsmeier 3:0
(11:7/11:5/11:8)

Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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