WALDRENNACH / SCHWEINFURT – Was für ein Kraftakt, was für ein Abend für den TV Oberndorf am letzten Spieltag der Saison! Mit einem 5:2-Auswärtssieg im Play-Down-Rückspiel der 1. Faustball-Bundesliga beim TV Waldrennach und einem anschließend klar gewonnenen Entscheidungssatz rettet sich der TVO vor dem Abstieg aus der Faustball-Bundesliga.
Nach der Niederlage im Hinspiel war die Ausgangslage klar: Ein Sieg musste her – und selbst der würde womöglich nicht reichen. Entsprechend hoch war die Spannung in der Waldrennacher Sporthalle, wo die Gastgeber auf lautstarke Unterstützung bauen konnten. Doch Oberndorf hielt dem Druck stand.
Von Beginn an war zu spüren, dass die Gäste die Partie an sich reißen wollten. Im Angriff setzten Oliver Bauer und Robin Göttert früh Akzente. Mit vielen kurz gespielten Angaben und variablen Rückschlägen brachten sie Waldrennachs Abwehr immer wieder in Bedrängnis.
Der Lohn: Satz eins ging mit 11:7 an Oberndorf. Auch im zweiten Durchgang blieb der TVO am Drücker. Die Abwehr um Janne Habenstein, Robin Treuheit und Fabian Sagstetter arbeitete diszipliniert, kratzte mehrere schwierige Bälle und leitete schnelle Gegenangriffe ein. Mit 11:8 stellten die Schweinfurter auf ein wichtiges 2:0.
Doch wer dachte, die Hausherren würden sich früh geschlagen geben, sah sich getäuscht. Waldrennach erhöhte den Aufschlagdruck und profitierte von kleinen Ungenauigkeiten im Oberndorfer Spiel. Doch Oberndorf kam noch einmal heran, konnte sich in die Satzverlängerung retten, doch der Satz drei ging knapp mit 12:10 an die Gastgeber.
Unten geht´s weiter, vorher gratuliert der Garten und Landschaftsbau Daniel Preiß den Oberndorfern zum Klassenerhalt:

Kurzzeitig drohte das Spiel zu kippen, doch Oberndorf antwortete stark nach der Satzpause. Besonders Oliver Bauer übernahm Verantwortung in den entscheidenden Momenten des vierten Satzes. Wie im kompletten bisherigen Spielverlauf leistete man sich in der 1. Satzhälfte viele Leichtsinnsfehler, und musste sich kräftezehrend zurückkämpfen. Doch mit konsequentem Spiel und den eigenen Stärken, die man in der zweiten Satzhälfte sich erspielte, holte sich der TVO ein 11:9 und damit die 3:1-Satzführung.
Satz fünf entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Selbes Spiel wie bisher: Oberndorf früh in Rückstand und einem 1:5 vor der Brust. Dann lange Ballwechsel, spektakuläre Abwehraktionen auf beiden Seiten – Faustball auf höchstem Niveau. Oberndorf holte auf, glich zum 10:10 aus, behielt die Ruhe und gewann erneut knapp mit 12:10.
Waldrennach gab jedoch nicht auf. Angetrieben vom stimmungsvollen Publikum verkürzten die Gastgeber mit einem 11:9 im sechsten Satz. Als sie auch im siebten Durchgang dranblieben, war die Anspannung auf dem Feld greifbar. Mehrere strittige Blockaktionen zum Satzende brachten auch noch Feuer in die Partie. Doch Oberndorf biss sich durch – 11:9, 5:2 nach Sätzen im Rückspiel.
Damit war klar: Wegen der Hinspielniederlage musste ein alles entscheidender Satz her. Nach einer zehnminütigen Pause vor dem Entscheidungssatz zeigte der TV Oberndorf dann seine vielleicht beste Leistung des Abends. Die Defensive stand wie eine Mauer, Zuspiel und Angriff griffen perfekt ineinander. Waldrennach wirkte nun gehemmt, machte zudem viele Eigenfehler während Oberndorf mit jedem Punkt sicherer wurde.
Bauer verwandelten seine Chancen konsequent, die Abwehr räumte weiter kompromisslos ab – und plötzlich zog der TVO davon. Mit 6:3 wechselte man die Seiten. Und Oberndorf blieb kompromisslos, machte Punkt um Punkt gegen die deutlich neben sich stehenden Waldrennacher. Mit einem klaren 11:4 im Entscheidungssatz machte Oberndorf den Klassenerhalt perfekt.
Nach einem wahren Nervenspiel darf der TV Oberndorf nun aufatmen: Der Abstieg ist abgewendet. „Wir haben uns heute immer wieder trotz vieler großer Rückstände zurückgekämpft. Im letzten Satz wollten wir es besser machen und keinem Rückstand hinterherlaufen, um es den Waldrennachern so schwer wie möglich zu machen. Das hat letztendlich auch geklappt und wir konnten ihnen das erste Mal in der Partie unser Spiel aufzwingen“, resümiert Robin Göttert nach dem Spiel. Nun lässt man eine beschwerliche Hallensaison hinter sich und schaut mit Vorfreude auf die kommende Feldsaison.
Kommenden Samstag geht es in der Schwarzwaldhalle Birkenfeld dagegen um Drinbleiben oder Absteigen, wenn der TV Waldrennach in der nun wirklich letzten Partie den TV Neugablonz empfängt.
Auf dem Bild von Joachim Sagstetter von links:
Cedric Sauter, Janne Habenstein, Fabian Sagstetter, Robin Treuheit, Oliver Bauer und Robin Göttert


