GEROLZHOFEN – Über die Platanen am Marktplatz in Gerolzhofen wird diskutiert. „Durchaus zurecht. Eine Gesellschaft lebt von Diskussionen“, sagt Bürgermeister Thorsten Wozniak.
Und er versichert: „Ich bemühe mich, die Diskussion auf einen Informationsstand zu führen, was allerdings schon mehrfach öffentlich besprochen wurde, denn die Pläne wurde öffentlich ausgestellt.
Wozniaks Ansichten:
- „Natürlich kann versucht werden, die Platanen am Brunnen zu erhalten. Ob sie überleben, ist allerdings (nach Meinung von Experten, auf die ich mich verlassen muss) sehr ungewiss. Beim Erhalt an der Stelle würden die Wurzeln (und damit die Bäume) wahrscheinlich zu stark beschädigt werden, so dass die Überlebenswahrscheinlichkeit geringer ist, als sie an anderer Stelle einzupflanzen.“
- „Auch beim Erhalt der Platanen muss im Wurzelbereich gearbeitet werden, es sind nicht reparable Schäden zu erwarten (Leitungen liegen unter und neben den Wurzeln).“
- „Der Versuch des Erhalts an gleicher Stelle wird sehr hohe Kosten verursachen – der Erfolg ist allerdings ungewiss.“
- „In Summe stehen am Marktplatz nach der Sanierung 13 Bäume mehr als aktuell.“
- „Am Brunnen werden natürlich neue Bäume gepflant.“
Die weiteren Ausführungen des Bürgermeisters von Gerolzhofen:
“ Der Marktplatz muss saniert werden; u.a. sind Wasserleitungen 80 bis 100 Jahre alt, auch Kanal und Elektro muss erneuert werden. Aufgrund des Zustands des Pflasters entstehen regelmäßig Unfälle, die u.a. auch zu Bänderrissen und Knochenbrüchen führten. Pflaster einfach neu zu verlegen, funktioniert nicht: Man muss in die Tiefe graben, der Unterbau muss ordentlich gemacht werden.
Wegen den Baumaßnahmen an Leitungen, Wasser- und Brunnentechnik, Kanal und Pflasteraufbau/Unterbau müssen die Platanen mindestens für die Baumaßnahme entfernt werden. Würde man sie an der Stelle belassen, würden die Baggerarbeiten wahrscheinlich für ein schnelles Ende sorgen.
Die Wurzeln der Platanen dürften in die Breite gehen; d.h. bei der Entfernung der Platanen werden mindestens kleine Wurzeln beschädigt, aber wahrscheinlich auch generell der Wurzelbereich. Nachdem die Platanen so sorgsam wie möglich „rausgehoben“ werden, werden sie an anderer Stelle neu eingepflanzt. Um sie wieder am Brunnen einzupflanzen, müssten sie nun erneut ausgegraben und wieder verpflanzt werden.
Wahrscheinlich würden nun erneut Wurzeln beschädigt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie an der Stelle vernünftig anwachsen (mit viel Pflegeaufwand) wird mit weniger als 50 Prozent eingeschätzt. Ich bin mir nicht sicher, ob das geschickt wäre (unabhängig von der Diskussionen bzgl. Kosten, Zuschüsse durch die Regierung und den damit verbundenen Planungswettbewerb). Sinnvoller, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Bäume überleben, ist sicherlich, die Bäume nicht mehrfach umzupflanzen.
Deshalb sollen am Brunnen drei neue Bäume gepflanzt werden. An der Kirche (Marktplatz und Marktstraße) sollen zwei neue Bäume zusätzlich gepflanzt werden, am Marktplatz selber entsteht ein zusätzliches „Platanen-Dach“ mit zwölf weiteren Bäume.
Das bedeutet: laut Planung werden in Summe 8 Platanen mehr am Marktplatz, insgesamt aber 13 Bäume MEHR als vor der Sanierung stehen.“
FOTOS: Thorsten Wozniak



