„Seien Sie ein Segen für die Menschen“: Bischof Dr. Franz Jung weiht vier Männer bei einem feierlichen Gottesdienst im Kiliansdomzu Diakonen

„Seien Sie ein Segen für die Menschen“: Bischof Dr. Franz Jung weiht vier Männer bei einem feierlichen Gottesdienst im Kiliansdomzu Diakonen

WÜRZBURG – Bei einem Pontifikalgottesdienst am Samstag, 26. September, im Würzburger Kiliansdom hat Bischof Dr. Franz Jung unter Handauflegung und Gebet Dr. Bernd Reitwiesner (55) aus Kirchschönbach, Julian Thurn (33) aus Würzburg und Steffen Willinger (42) aus Marktheidenfeld zu Ständigen Diakonen geweiht.

Thurn verpflichtete sich zudem, zukünftig zölibatär zu leben. Ebenso empfing der Mariannhillerbruder Anthony Nonso Dim (34) aus Würzburg die Diakonenweihe, der auf dem Weg zur Priesterweihe ist. Der Bischof begrüßte die rund 450 Gläubigen im Dom, die gekommen waren, um die neuen Diakone „auf ihrem Weg im Gebet zu begleiten und zu bestärken“. Die Feier wurde live auf der Homepage (https://www.bistum-wuerzburg.de/glaube-leben/gottesdienste/uebertragungen/) und dem YouTube-Kanal (https://www.youtube.com/@bistumw%C3%BCrzburg) des Bistums übertragen.

An dem Gottesdienst nahmen unter anderem Weihbischof Paul Reder, Regens des Priesterseminars und Ausbildungszentrums im Bistum Würzburg, Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran, Subregens Domvikar Dr. Christian Lutz, Bischöflich Beauftragter für den Ständigen Diakonat, Pastoralreferentin Monika Urbasik, Ausbildungsleiterin für den Ständigen Diakonat, und zahlreiche Domkapitulare, Priester und Diakone sowie Familien und Freunde der neuen Diakone teil. Die Ministrantinnen und Ministranten kamen auch aus den Heimat- und Praktikumsgemeinden der Weihekandidaten.

In seiner Predigt legte der Bischof das Evangelium von der Aussendung der Jünger für den diakonalen Dienst aus. Jesus habe die Jünger jeweils zu zweit ausgesandt. „Ausgesandt wird man nie allein, sondern immer im Team“, sagte Bischof Jung. Das Miteinander bestärke im gemeinsamen Zeugnis und diene der gegenseitigen Korrektur, Hilfe und Unterstützung. „Der diakonale Dienst ist immer Dienst am Team und im Team, gerade in unseren Pastoralen Räumen.“ Jesus habe den Jüngern Vollmacht über die „unreinen Geister“ gegeben, fuhr der Bischof fort. Diese gebe es in großer Zahl, von Neid und Eifersucht bis zu Machtspielchen und übler Nachrede. Die im Weihegebet geforderte Lauterkeit im Wesen sei aber kein dauerhafter Charakterzug, sondern müsse täglich neu errungen werden, etwa durch das Stundengebet.

Bevor sich die Jünger auf den Weg machen, nehme Jesus ihnen alles weg, fuhr der Bischof fort: „Kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld, kein zweites Hemd…“ Dahinter verbergen sich nach seinen Worten zwei Aufträge: „Ihr habt keine Botschaft, Ihr Seid die Botschaft“ und „Bewahrt euch die Geistesgegenwart, wahrzunehmen, was jetzt dran ist.“ Eine Ausnahme sei der Wanderstab. Dieser stehe dafür, auf dem geistlichen Weg nicht stehen zu bleiben. Er erinnere daran, sich vom Herrn in die Weite führen und an die Orte senden zu lassen, an denen man am meisten gebraucht werde. Jesu Aufforderung „Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt“ bedeute, nicht vor Herausforderungen wegzulaufen, sagte Bischof Jung: „Bei jedem Stellenwechsel nimmt Du Dich selber mit.“ Jesus gebe aber auch die Freiheit, weiterzugehen, wenn man in einem Ort nicht aufgenommen werde. „Unsere Aufgabe ist es, zu säen, zu gießen und zu hegen.“ Es sei eine Gnade, zu merken, dass die Arbeit Frucht trage. Doch es sei die Aufgabe Gottes, Wachstum zu schenken. Er wünschte den Männern „von ganzem Herzen“, dass sie mit ihrem Dienst „ein Segen sind für die Menschen, zu denen Sie gesandt sind, die auf Sie warten, die ein Wort des Trostes, der Ermutigung und des geistlichen Zuspruchs brauchen“.

Zu Beginn der Weihe rief Subregens Domvikar Lutz die Kandidaten einzeln auf. Sie versprachen, ihr Leben an Jesus Christus auszurichten und ihm besonders in den Armen, Kranken, Heimatlosen, Notleidenden und allen Ausgegrenzten zu dienen. Dem Bischof gelobten sie Gehorsam. Thurn und Dim erklärten außerdem ihre Bereitschaft, zukünftig zölibatär zu leben. Während der Anrufung der Heiligen lagen die Weihekandidaten als Zeichen der Hingabe an Christus ausgestreckt auf dem Boden. Danach legte ihnen Bischof Jung schweigend die Hände auf und sprach das Weihegebet. Nach der Weihe wurden die Diakone mit Stola und Dalmatik bekleidet und bekamen das Evangelienbuch überreicht. Anschließend umarmten der Bischof und die für die Ausbildung Verantwortlichen die Neugeweihten als Zeichen der brüderlichen Verbundenheit. Die Ehefrauen von zwei Weihekandidaten erklärten bereits zu Beginn der Messe ihre Bereitschaft, den Dienst ihres Ehemannes zu unterstützen.

Im Namen der Neugeweihten dankte Reitwiesner am Ende des Gottesdienstes allen, die die Männer auf ihrem bisherigen Weg begleitet und an der Feier im Dom mitgewirkt haben. Besonders dankte er den Familien und Freunden für ihre Unterstützung und im Namen von Dim dessem Orden und den Mitbrüdern „für die Unterstützung und Toleranz“ auf dem Weg zum Diakon. „Danke dem Herrgott für die Energie, Motivation und vor allem die Gesundheit, die er uns geschenkt hat für diesen langen Weg. Danke Euch allen für das kräftige Mitfeiern, Mitbeten, Mitsingen.“

Domorganist Professor Stefan Schmidt, der Chor der Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer aus Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg) unter der Leitung von Martin Popp und der Chor der Pfarreiengemeinschaft Würzburg-Heidingsfeld unter der Leitung von Katja Neubauer begleiteten den Weihegottesdienst musikalisch. Die Kollekte war für das Jugendförderprojekt „Laudato Si“ von Mariannhillerpater Patrick Musumba in Msata, Chalinze (Region Pwani) in Tansania bestimmt. Dort werden gebrauchte Fahrzeugreifen gesammelt und zu langlebigen Pflastersteinen recycelt. Mindestens 40 Jugendliche erhalten dort eine praktische Ausbildung in Reifenrecycling, Produktion, Arbeitssicherheit und Grundlagen des Unternehmertums. An den Gottesdienst schloss sich eine Begegnung an.

sti (POW)

Auf dem Bild © Kerstin Schmeiser-Weiß (POW) | Bei einem Pontifikalgottesdienst am 26.September 2026 im Würzburger Kiliansdom spendet Bischof Dr. Franz unter Handauflegung und Gebet Dr. Bernd Reitwiesner, Julian Thurn, Steffen Willinger und Mariannhillerbruder Anthony Nonso Dim die Diakonenweihe.

Auf dem anderen Foto © Kerstin Schmeiser-Weiß (POW) | Von links: Steffen Willinger, Julian Thurn, Dr. Bernd Reitwiesner und Bruder Anthony Nonso Dim.

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