„Aller guten Dinge sind vier“: Philipp Lendner bezwingt den Waldkirchen-Fluch und holt Bronze

„Aller guten Dinge sind vier“: Philipp Lendner bezwingt den Waldkirchen-Fluch und holt Bronze

WALDKIRCHEN / SCHWEINFURT – Es war eine Reise mit einer ganz persönlichen Mission: Bei den Bayerischen Meisterschaften der Junioren, Frauen und Männer im Gewichtheben ging es für Philipp Lendner vom AC 82 Schweinfurt um weit mehr als eine vordere Platzierung.

Am Ende kehrte er nicht nur mit der Bronzemedaille, sondern auch mit drei neuen Bezirksrekorden aus dem Bayerischen Wald zurück.

Für den Schweinfurter Heber war die Wettkampfbühne in Waldkirchen in der Vergangenheit kein gutes Pflaster. Die sportliche Historie dort las sich wie eine hartnäckige Fluch-Serie: Beim ersten Start 2017 in der Bayernliga blieb Lendner gesundheitlich angeschlagen mit 195 Kilogramm im Zweikampf unter der magischen 200-Kilo-Marke. Zwei Jahre später folgte an gleicher Stelle ein bitterer Wettkampf mit drei ungültigen Versuchen im Reißen, und auch beim Bayern-Cup 2022 lief es mit drei Fehlversuchen im Stoßen nicht besser. Da der AC 82 Schweinfurt und der TSV Waldkirchen mittlerweile in unterschiedlichen Ligen heben, bot sich bei den diesjährigen Titelkämpfen die seltene Gelegenheit zur sportlichen Revanche.

In der neu formierten Gewichtsklasse der Aktiven bis 95 Kilogramm startete Lendner im Reißen sicher mit 110 Kilogramm. Die anschließende Steigerung auf 114 Kilogramm konnte in den Durchgängen zwei und drei jedoch nicht gültig zur Hochstrecke gebracht werden. Damit hatten Lendner und Marco Lilienblum (AC Kaufbeuren) die gleiche Reißlast bewältigt, und auch Shimon Kempin (TSV Forstenried) hatte mit 108 Kilogramm noch alle Chancen auf das Podest.

Im Stoßen entwickelte sich ein wahrer Krimi um den verbleibenden Podestplatz hinter den beiden führenden Hebern Matthias Kuchler (TB 03 Roding) und Sebastian Klameth (KSC Attila Dachau). Lilienblum und Kempin stiegen mit gültigen 125 Kilogramm in die Teildisziplin ein. Lendner konterte direkt und bewältigte 132 Kilogramm im ersten Versuch. Während Kempin im dritten Versuch an 133 Kilogramm scheiterte und den Wettkampf mit 129 Kilogramm im Stoßen beendete, brachte Lilienblum eben jene 133 Kilogramm zur Hochstrecke.

Lendner zog im zweiten Versuch mit starken 136 Kilogramm nach. Doch die Konkurrenz schlief nicht: Marco Lilienblum bewies Nervenstärke, brachte auch im dritten Durchgang 138 Kilogramm gültig zur Hochstrecke und schob sich damit in der Zweikampfwertung mit insgesamt 248 Kilogramm hauchdünn vor den Schweinfurter.

Lendner stand damit vor seinem letzten Versuch massiv unter Druck: Die Medaille war verloren, wenn hier kein Konter folgte. Für den dritten Durchgang wurden 139 Kilogramm auf die Hantel geladen – ein Gewicht, das er zwingend bewältigen musste, um am Kontrahenten vorbeizuziehen. Lendner behielt die Nerven, brachte die Last gültig zur Hochstrecke und sicherte sich mit einer Zweikampfleistung von 249 Kilogramm den verdienten dritten Platz auf dem Podium.

Mit seinen Leistungen von 110 Kilogramm im Reißen, 139 Kilogramm im Stoßen und den 249 Kilogramm im Zweikampf ist Philipp Lendner nun offizieller Inhaber aller drei Bezirksrekorde in der neuen Gewichtsklasse „Männer -95 kg“. Der vierte Anlauf in Waldkirchen brachte somit das lang ersehnte sportliche Happy End und besiegelte das Ende der alten Fluch-Serie.

Auf den Bildern:

Foto 1: Entscheidung im letzten Versuch:
Philipp Lendner vom AC 82 Schweinfurt bezwingt bei den Bayerischen Meisterschaften in Waldkirchen die 139 Kilogramm im Stoßen. Mit dieser Leistung sicherte er sich nicht nur die Bronzemedaille, sondern auch drei neue Bezirksrekorde in der neuen Gewichtsklasse bis 95 Kilogramm. (Foto: Ulrike Zehner)

Foto 2 (Siegerehrung Männer -95 kg):
Der Schweinfurter Heber Philipp Lendner (rechts) bei der Siegerehrung auf dem dritten Platz der Bayerischen Meisterschaft. Nach einem packenden Zweikampfduell holte er mit insgesamt 249 Kilogramm Bronze nach Schweinfurt. (Foto: Ulrike Zehner)

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