Niederlage gegen keinen unschlagbaren Gegner: Der TSV Bad Königshofen ohne Bastian Steger unterlag gegen ebenso ersatzgeschwächte TTF Ochsenhausen

Niederlage gegen keinen unschlagbaren Gegner: Der TSV Bad Königshofen ohne Bastian Steger unterlag gegen ebenso ersatzgeschwächte TTF Ochsenhausen

BAS KÖNIGSHOFEN – Es kam einiges anders als das, was sich ein paar Tage vorher personell bei beiden Vereinen abzeichnete. Beim Titel-Mitfavoriten TTC Ochsenhausen war die Nummer eins Shunzuke Togami auf einem Fernost-Turnier zu lange gebunden – fehlte.

Beim TSV war die Nummer eins und sportliche Lebensversicherung Bastian Steger erkrankt und gar nicht angereist. Während der Ersatz-Einser Andre Bertelsmeier erst in der Nacht von einem Turnier in Schweden gelandet sein soll.

Es war aber noch mehr anders als beim ersten Heimspiel gegen Grünwettersbach. Dort musste man viereinhalb Stunden ausharren und dann doch die Kröte schlucken: eine unglückliche, am seidenen Faden hängende 2:3-Niederlage. Beim zweiten Heimspiel diesen Sonntag war der Käse nach zwei Stunden gegessen. Auch eine Niederlage. Aber keine unglückliche, sondern ein verdienter 3:0-Sieg für die TTF (Tischtennisfreunde) Ochsenhausen. Die wiederum hinter ihrer Nummer eins wesentlich stärker aufgestellt sind als die Königshöfer.

Im ersten Spiel, dem engsten und besten des Tages, war gleich alles drin, was die Sportart an Emotionen, Gefühlswallungen und sportlichen Höchstleistungen mit dem 2,7 g leichten Plastik-Ball möglich macht. Als Andre Bertelsmeier gegen einen Nobody, den 19-jährigen Spanier Daniel Berzosa, WR-Platz 167, in die Box ging, war bei vielen der Führungspunkt für die Gastgeber schon abgebucht. Berzosa trainiert seit einem Jahr im TT-Leistungszentrum in Ochsenhausen und gab sein Bundesliga-Debüt.

Auch nach verlorenem ersten Satz und der ersten Führung überhaupt im zweiten bei 6:5 schien die Wende zum Positiven eingeleitet. Die eineinhalb Sätze den Gegner lesen und selber im Spiel ankommen, schaffte Bertelsmeier ja noch. Er verlor zwar den dritten 7:11, gewann aber den vierten 13:11, in dem er schon drei Matchbälle abwehren musste. Im fünften waren es wieder drei Matchbälle gegen ihn. Diesmal nutzte Berzosa den ersten. 0:1 – ernüchternder Auftakt. Jetzt wäre ein gesunder Steger recht gewesen.

Aber mit Daniel Habesohn hatte man ja noch einen Routinier im Aufgebot. Sein Gegner, der Rumäne Darius Movileanu, 20 Jahre, halb so alt, Neuzugang, WR-Platz 113, solle seinen nächsten Entwicklungsschritt in Ochsenhausen tun. Beide hatten diese Runde erst einen Einsatz. „Makellose Bilanz, 1:0“ wurden sie vom Hallensprecher Jürgen Halbig vorgestellt.

So viel vorweg: Die des rumänischen Ersatzmanns blieb makellos. Als er den ersten Satz gegen den Österreicher 11:8 gewonnen hatte, verstummte vorübergehend selbst „Deutschlands bester Fanclub, die Ping-Pong-Ultras.“ Anstatt allgemeiner leidenschaftlicher Anfeuerung mitunter ein Raunen und Murren, ein völlig unbekanntes Szenario jedenfalls in der Shakehands-Arena.

Von 7:3 im ersten Satz bis 0:5 im zweiten musste der Routinier satzübergreifend 1:13 Punkte abgeben. Aus dieser Talsohle kam er trotz gewonnenem dritten Satz nicht mehr raus, unterlag im vierten 9:11. Das war kein Gegner, gegen den ein stabiler Habesohn verlieren muss – 0:2 zur Pause.

Also musste das TSV-Urgestein Filip Zeljko, im letzten Moment dem TSV-Neuzugang Liao vorgezogen, die Kastanien aus dem Feuer holen. Beim DTTB war schon Liao Cheng-Ting eingetragen, der aber erneut auf der Bank schmoren musste. Gegen den Rumänen Iulian Chirita, der vor einer Woche beim Pokalspiel gegen Düsseldorfs Dang Qiu gewonnen hatte, hätte vielleicht auch er keine Chance gehabt. Zeljko unterlag – so wie seine Mannschaft – 0:3.

Das bedeutet vorerst: Tabellenplatz sieben mit 2:6 Punkten. Nächste Aufgabe: Montag, den 21. September, beim TTC Zugbrücke Grenzau, Zehnter mit ebenso 2:6 Zählern.

Tischtennis Bundesliga TSV Bad Königshofen – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3
Bertelsmeier – Berzosa 2:3 (8:11/11:8/7:11/13:11/7:11)
Habesohn – Movileanu 1:3 (8:11, 5:11/11:7/9:11)
Zeljko – Chirita 0:3 (10:12/9:11/5:11)
Zuschauerzahl: 440

Text und Foto: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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