Literatur Live im Falkenhaus: Spionage, Mythos Wald und starke Frauen!

Literatur Live im Falkenhaus: Spionage, Mythos Wald und starke Frauen!

WÜRZBURG – „Der Herbst ist immer unsere beste Zeit.“ – Frei nach Johann Wolfgang von Goethe startet die Stadtbücherei Würzburg am 29. September mit einem besonderen Literaturprogramm im Falkenhaus.

Gemeinsam mit der Domschule Würzburg lädt die Stadtbücherei Alexandra Stahl ein, die mit ihrem neuen Roman „Tschikago“ Einblicke in das Leben ihrer Großeltern in der fränkischen Heimat und ihrer Arbeit als Freiwillige in einem Berliner Seniorenheim gibt. Eine eigenwillige Biografie, gewürzt mit dialektalen Schmankerln aus dem südlichen Deutschland – „noch Bayern, aber wir sind schon nahe bei Frankfurt (und das ist schlimmer als Tschikago)“.

Am 8. Oktober begrüßt die Stadtbücherei Lilli Tollkien, deren Debütroman „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert wurde. Der Roman erzählt von einer düsteren Kindheit und Jugend im linken Berlin der 1980er-Jahre. Die Hauptfigur Lale wächst in einem Ausnahmezustand auf: Die Mutter kann aufgrund von Drogenproblemen nicht für sie sorgen, der Vater sitzt im Gefängnis. Doch Lale wird zur Heldin ihrer eigenen Geschichte. Sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit und sucht auf dem schmalen Grat zwischen Selbstbestimmung und Überforderung ihren Weg.

Am 28. Oktober entführt Bestsellerautor Kristof Magnusson sein Publikum mit einer Lesung aus seinem neuen Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“ in die frühen 1990er-Jahre. Die klug-komische Spionagegeschichte erzählt von Jakob Dreiser, einem jungen deutschen Lyriker, der auf einer Gartenparty der russischen Botschaft von einem frustrierten BND-Mann angeworben wird. Plötzlich steckt er mitten in zwielichtigen Geschäften um einen Militärhubschrauber aus dem Ostblock – und wird in die Turbulenzen des postsowjetischen Russlands hineingezogen. Heiter, turbulent und spannend – ein Roman, der unterhält und zum Nachdenken anregt.

Am 3. November präsentiert Hanna Häffner ihren von Kritik und Leserschaft gefeierten Roman „Die Riesinnen“. In dem fiktiven Schwarzwald-Dorf Wittenmoos leben drei Generationen ungewöhnlicher Frauen: groß, schlank und auffällig. Sie ragen buchstäblich über die Dorfgemeinschaft hinaus – und doch sind sie tief in ihr verwurzelt. Der Roman erzählt von der Sehnsucht nach Freiheit und Zugehörigkeit, von den Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern und von der Kraft der Natur, die das Leben der Frauen prägt. Ein lang nachhallendes Werk über Identität, Widerstand und den eigenen Weg.

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2026, bei der Tschechien Ehrengastland ist, begrüßt die Stadtbücherei Würzburg am 12. November die Autorin Jarka Kubsová. Die in der ehemaligen Tschechoslowakei geborene Schriftstellerin liest aus ihrem aktuellen Roman „Im Licht des neuen Tages“ – eine magisch-verdichtete Geschichte zwischen Wahrheit und Fiktion. Die Protagonistin Elli Hajek zieht sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurück. Dort taucht sie ein in die Erinnerung an Viktoria, eine mysteriöse Frau, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte: In den dunklen, märchenhaften Wäldern Böhmens begibt sich Elli auf die Suche – nach Viktorias Schicksal und nach sich selbst.

Alle Lesungen beginnen um 19.30 Uhr im Lesecafé der Stadtbücherei im Falkenhaus Einlass ab 19 Uhr. Der Eintritt für die Lesungen beträgt 12 €, ermäßigt 8 €.

Der Kartenvorverkauf (ggf. Abendkasse) findet für alle Literatur Live Veranstaltungen ab 1. September in der Stadtbücherei im Falkenhaus statt. Die Eintrittskarten können auch online per ePayment bezahlt werden.

Text: Frank Paulus

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