„Starke Kinder stärken“: Kita-Leitungen tauschen sich in Heustreu zu Prävention und Kinderschutz aus

„Starke Kinder stärken“: Kita-Leitungen tauschen sich in Heustreu zu Prävention und Kinderschutz aus

LANDKREIS RHÖN-GRABFELD – So viel geballte Kompetenz auf einen Fleck in Sachen Kindertagesstätten gibt es nicht jeden Tag. In der Festhalle Heustreu gab es genau diese, als sich die Leitungen der Kitas in Rhön-Grabfeld zu ihrer Dienstbesprechung trafen. Eingeladen hatte die Fachaufsicht Kindertagesstätten am Landratsamt Rhön-Grabfeld.

Zu Beginn sprach die neue Landrätin Sonja Rahm zum Leitungspersonal. Auch im Landkreis befinde sich die Kindergartenlandschaft im Wandel. Neue Anforderungen, veränderte Trägerschaften und steigender Unterstützungsbedarf machen Austausch und Zusammenarbeit, so die Landrätin, wichtiger denn je. Gemeinsam sollen daher Lösungen entwickelt werden – immer mit dem Wohl der Kinder im Mittelpunkt.

Nach Informationen der Fachaufsicht am Landratsamt referierte Isabelle Samtleben vom Verein „Wildwasser“ in Würzburg zum Thema „Umgang mit sexuellen Übergriffen unter Kindern in der Einrichtung“.

Sie sensibilisierte die Kindergartenleitungen für einen fachlich sicheren und zugleich kindgerechten Umgang mit dem Thema. Dabei machte sie deutlich, dass kindliche Sexualität zur normalen Entwicklung gehört und von sexuellen Übergriffen klar abgegrenzt werden müsse. Entscheidend seien insbesondere ein Machtgefälle und die Unfreiwilligkeit einer Handlung.

Anhand praxisnaher Beispiele erläutert Samtleben, wie pädagogische Fachkräfte Übergriffe erkennen, einordnen und angemessen darauf reagieren können. Im Mittelpunkt stehe dabei immer der Schutz des betroffenen Kindes. Wichtig seien eine ruhige und klare Reaktion, eine gemeinsame Einschätzung im Team sowie eine wertschätzende, aber konsequente Kommunikation mit allen Beteiligten.

Zugleich betonte die Referentin die Bedeutung von Prävention. Dazu gehörten ein offener Umgang mit kindlicher Sexualität, klare Regeln für sogenannte Körpererkundungsspiele, altersgerechte Aufklärung sowie die Stärkung von Kinderrechten und Selbstbewusstsein. Fachkräfte seien gefordert, Kindern Sprache für ihre Gefühle und Grenzen zu geben und ihnen zu vermitteln, dass Hilfe holen kein „Petzen“ sei.

In diesem Zug plant der Landkreis, am Präventionsprojekt „STARKE KINDER KISTE!“ teilzunehmen. Das Programm richtet sich an Kitas, damit Fachkräfte und Eltern sowie Sorgeberechtigte frühzeitig mit Prävention und Ich-Stärkung aller Kinder beginnen können.

Zentral ist dabei die Selbstwertstärkung. Mit Hilfe von Schutzschätzen wie Spielen, Büchern und Liedern erarbeiten die Fachkräfte in den Einrichtungen spielerisch wichtige Präventionsbotschaften mit den Kindern. Angedacht ist, dass jeweils circa drei Kitas im Verbund mit einer Kiste im Rotationsverfahren arbeiten.

Für die Finanzierung der Kisten hofft die Fachaufsicht Kindertagesstätten am Landratsamt um Unterstützer. Weitere Informationen hierzu erteilt die Fachaufsicht (Tel.: 09771 / 94 456.)

Zum Ende des gemeinsamen Treffens stellte die Fachaufsicht ein Fortbildungsangebot für Kita-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter mit Experten aus verschiedenen Fachinstitutionen vor. Das Thema dreht sich auch hier um den Umgang mit übergriffigem Verhalten und Grenzüberschreitungen im Kita-Kontext. Die Fortbildung soll im Herbst dieses Jahres im Landratsamt stattfinden.

Auf den Fotos:

Landrätin Sonja Rahm sprach zu Beginn der Dienstbesprechung der Kita-Leitungen von Rhön-Grabfeld ein Grußwort.

Der Landkreis plant, am Präventionsprojekt „STARKE KINDER KISTE!“ teilzunehmen. Zur Finanzierung werden noch Unterstützer gesucht.

Fotos: Christian Hüther / Landkreis Rhön-Grabfeld

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