WÜRZBURG – Die Demenzbeauftragte des Uniklinikums Würzburg schulte in diesem Frühjahr bei zwei Veranstaltungen Seelsorgerinnen und Seelsorger zu sinnvollen Kommunikationswegen und hilfreichen Unterstützungsmöglichkeiten bei kognitiv veränderten Menschen.
Verena Schmidt ist seit vergangenem Jahr die Demenzbeauftragte des Uniklinikums Würzburg (UKW). Zu ihrer Arbeit gehören maßgeschneiderte Schulungen für unterschiedliche Zielgruppen, bei denen sie Möglichkeiten zu einem adäquaten und wertschätzenden Umgang mit kognitiv veränderten Menschen aufzeigt. Dieses Angebot nutzte vor wenigen Wochen das Seelsorgeteam des UKW für die Weiterbildung von sechs angehenden katholischen Priestern sowie Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten. Die Seelsorgenden aus den Bistümern Würzburg und Speyer absolvieren derzeit ein Praktikum am Würzburger Krankenhaus der Maximalversorgung.
Allseitige Bedürfnisse immer wieder neu definieren
Inhalte der 90-minütigen Veranstaltung im Konferenzraum der UKW-Seelsorge waren unter anderem Demenzformen, Kommunikationswege mit kognitiv veränderten Patientinnen und Patienten sowie deren besonderen Bedürfnisse im Kontext der religiösen Betreuung. „Die Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger sind zentrale Gesprächspartner für unsere Patientinnen und Patienten, deren Angehörige, aber auch für die Pflegekräfte, weil sie einen ganz anderen Zugang zu hochrelevanten Themen des Klinikalltags haben“, beschreibt Verena Schmidt und fährt fort: „Dabei muss die Sicht auf die Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten immer wieder neu definiert werden – angepasst an die generationsbedingten Besonderheiten der Versorgenden und der Empfangenden. Nicht zuletzt deshalb sind solche Austauschformate so wichtig.“ Und Peter Kees, der als Leiter des katholischen Seelsorgeteams des UKW die Schulung gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Regina Augustin initiierte, kommentiert: „Bei der Planung des Praktikums war es uns wichtig, die jungen Kolleginnen und Kollegen mit Themen in Berührung zu bringen, die ihnen auch außerhalb der Klinik – bei ihrer Arbeit in den Pfarreien und Pastoralen Räumen – begegnen. Und da steht das Thema Demenz an vorderer Stelle. Deshalb sind wir Frau Schmidt sehr dankbar, dass sie sich bereiterklärt hat, diese Einheit zu gestalten und ihr praxisnahes Wissen weiterzugeben“.
Altenheimseelsorge als neutrales Bindeglied
Ähnliche Schulungsinhalte vermittelte Verena Schmidt bei einer zweiten Veranstaltung in diesem Frühjahr auch an „UKW-Externe“. Geleitet von Diakon Kai-Uwe Starke, der im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Würzburg für die Altenheimseelsorge und Kirche im Quartier zuständig ist, kamen im ehemaligen Evangelischen Betsaal des UKW sieben erfahrene Altenheimseelsorgerinnen und -seelsorger zusammen, zwei weitere waren über die Online-Plattform Zoom zugeschaltet. Den externen Kontakt hatte zuvor Peter Meyer, der Leiter des evangelischen UKW-Seelsorgeteams, hergestellt. „Wir sind in Altenheimen und im Sozialraum tätig, wo wir häufig als neutrales Bindeglied zwischen Angehörigen und Betroffenen fungieren. Wir begleiten beide Parteien und entlasten durch Gespräche. Mit dem aktuellen Stand der Medizin und den Empfehlungen zum Umgang mit Menschen mit Demenz sowie deren Angehörigen ist unsere Arbeit sehr bereichert“, bedankte sich Diakon Starke nach der dreistündigen Veranstaltung.
Auch die Demenzbeauftragte konnte viele Impulse aus dem Treffen mitnehmen. „Zum Beispiel wurde im Gespräch deutlich, wie wichtig es ist, die Angehörigen ‚sichtbarer‘ zu machen und dass diese von der Altenheimseelsorge sehr gut mit aufgefangen werden. Da können wir im Krankenhaus das Netzwerken mit den Kolleginnen und Kollegen der Seelsorge weiter verstärken“, betont Verena Schmidt.
Text: Pressestelle / UKW
Auf dem Bild: Die Demenzbeauftragte Verena Schmidt (Dritte von rechts) mit den Praktikantinnen und Praktikantinnen des katholischen Seelsorgeteams des Uniklinikums Würzburg.
© Florian Herzog / UKW

