BONN / WÜRZBURG – Die Fanfreundschaft beider Klubs begann vor mehr als zwei Jahrzehnten und sorgt immer für besondere Stimmung, wenn die Fitness First Würzburg Baskets auf die Telekom Baskets Bonn treffen. Das passiert jetzt zum ersten Mal auf einer großen Bühne.
Am Samstag und Montag treten die unterfränkischen Baskets zu den ersten beiden Spielen des easyCredit BBL-Viertelfinales im Telekom Dome bei den rheinischen Baskets an.
Spiel 1 der Serie findet am Samstag um 20:30 Uhr statt und wird wie sämtliche Partien der easyCredit BBL und der Basketball Champions League live bei Dyn übertragen. Kommentator ist Chris Schmidt, dem mit Philipp Hartwich ein ehemaliger Würzburger Spieler als Experte zur Seite stehen wird. Sprungball zur zweiten Partie im Telekom Dome ist am Montag um 18:30 Uhr. Spiel 3 beginnt am kommenden Freitag (22. Mai) um 20:30 Uhr in der Würzburger tectake Arena, derzeit sind im Onlineshop noch Tickets verfügbar. Sollte danach kein Team drei Siege geholt haben, geht die Serie am 24. Mai um 16:30 Uhr in der Würzburger Turnhölle weiter.
Für die Fitness First Würzburg Baskets ist es das dritte Mal in Folge und das fünfte Mal ingesamt, dass sie ohne Heimvorteil in eine Viertelfinal-Serie gehen (2012, 2016, 2024, 2025, 2026), Nur einmal (2016 gegen Bamberg) gelang dabei nicht der Einzug ins Halbfinale.
In der vergangenen Saison, als die fünf Partien gegen Braunschweig im Wechsel auswärts und zuhause gespielt wurden, gelang der entscheidende Auswärtssieg im fünften Spiel nach Verlängerung in der Volkswagen Halle. 2024 gewannen die Baskets das erste der beiden Spiele in der Ulmer ratiopharm arena und machten die Serie dann mit zwei Heimsiegen im dritten und vierten Spiel zu.
Den entscheidenden Erfolg für Platz vier und das Heimrecht für den Fall eines fünften Spiels holten sich die Telekom Baskets Bonn vor zwei Monaten in der tectake Arena, als sie sich mit 87:81 durchsetzen konnten. Die Fitness First Würzburg Baskets sicherten sich zwar den direkten Vergleich, weil sie am 1. Spieltag mit 72:61 in Bonn gewonnen hatten, kommen in der Endabrechnung aber auf einen Sieg weniger als die Rheinländer.
„Wie man an ihren Ergebnissen und ihrer Platzierung erkennen kann, hat Bonn eine sehr starke Mannschaft. Sie haben die Hauptrunde mit einigen wichtigen Siegen stark beendet. Was aber noch wichtiger ist: Sie haben ein sehr ausgeglichen besetztes Team mit vielen Spielern, die mehr als zehn Punkte pro Spiel machen. Außerdem sind sie sehr stark am Brett, in den letzten fünf Spielen haben sie im Schnitt mehr als 16 Offensivrebounds geholt“, sagt Dejan Mihevc, Co-Trainer der Fitness First Würzburg Baskets: „Wir sind bereit für die Playoffs, die Jungs arbeiten gut im Training. Ich denke, dass wir durch unsere Saison sehr gut auf diese Situation vorbereitet sind. Wir erwarten einen sehr harten Kampf, aber unsere Spieler werden alles auf dem Spielfeld lassen und alles dafür tun, um die drei Siege zu holen.“
In der Tat hat keine Mannschaft in der BBL-Hauptrunde mehr Offensivrebounds geholt als die Telekom Baskets Bonn (15,5), zusammen mit den zweitwenigsten Ballverlusten (12,2) der Liga ist die gute Arbeit am Brett der Hauptgrund dafür, dass die Rheinländer die meisten Abschlüsse aus dem Spiel (69,1) und die viertmeisten Freiwurfversuche (22,8) haben. Damit kompensieren die Telekom Baskets erfolgreich die schwächste Dreierquote (27,2 Prozent) und die schlechteste Freiwurfquote (65,8 Prozent) der Liga.
Beide Teams gehen mit dem Rückenwind von fünf Siegen aus ihren letzten sieben Spielen in die Serie. Von bisher 28 BBL-Spielen gegen Bonn seit 2011 haben die Würzburger Baskets 16 gewonnen, die Hälfte davon im Telekom Dome.
Mit Spielmacher Grayson Murphy haben die Telekom Baskets und den zweitbesten Vorlagengeber (6,4 Assists) und den erfolgreichsten Bälledieb (1,9 Steals) der Liga in ihren Reihen, dazu kommen 10,2 Punkte und 4,6 Rebounds pro Partie. Unterstützt wird der US-Amerikaner im Backcourt seit Beginn der Rückrunde von seinem nachverpflichteten Landsmann Jalen Finch, der mit 13,7 Punkten pro Partie Bonns Topscorer ist. Mit Tylan Birts, Alijah Comithier und Jeff Garrett Jr. Kommen drei weiteren US-Boys auf eine zweistellige Punkteausbeute im Schnitt.
Mit Patrick Heckmann haben die Telekom Baskets Bonn einen Spieler im Kader, der vor zehn Jahren schon einmal in den Playoffs gegen die Fitness First Würzburg Baskets gespielt hat: Heckmann holte in der Saison 2015/2016 ohne Playoff-Niederlage die Meisterschaft mit Bamberg und erzielte in den drei Viertelfinal-Derbys gegen Würzburg knapp 8 Punkte pro Spiel. Zusammen mit Shooting Guard Joel Aminu und Center Michael Kessens bildet der 34-jährige Flügelspieler eine starkes deutsches Trio in der Rotation von Bonns Cheftrainer Mayrko Stankovic.
Die Kontrahenten im Statistikvergleich:
Punkte pro Spiel: Würzburg 81,8 – Bonn 83,9
Gegnerische Punkte pro Spiel: Würzburg 80,2 – Bonn 80,3
Zweierquote: Würzburg 52,7 Prozent – Bonn 56 Prozent
Dreierquote: Würzburg 35,8 Prozent – Bonn 27,2 Prozent
Feldwurfquote: Würzburg 45,6 Prozent – Bonn 44,3 Prozent
Freiwurfquote: Würzburg 76,3 Prozent – Bonn 65,8 Prozent
Assists: Würzburg17,0 – Bonn 17,5
Rebounds: Würzburg 35,1 – Bonn 40,0
Offensivrebounds: Würzburg 10,9 – Bonn 15,5
Steals: Würzburg 7,5 – Bonn 8,1
Ballverluste: Würzburg 14,0 – Bonn 12,2
Blocks: Würzburg 2,8 – Bonn 2,0
Fouls: Würzburg 22,9 – Bonn 21,6

