WÜRZBURG / HOHENROTH – „Wir bedanken uns, dass wir heute ins Studio kommen dürfen!“ Lars Hallbauer (54) und Ingo Hauser (62) aus der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth bei Gemünden (Landkreis Main-Spessart) waren Anfang April in der Fernsehredaktion des Bistums Würzburg im Medienhaus am Kardinal-Döpfner-Platz zu Gast.
Sie besichtigten das Studio, sprachen selbst eine Moderation ein und erlebten, wie ein Beitrag am Computer geschnitten wird. Michaela Johannsen, als freie Redakteurin unter anderem beim ökumenischen Kirchenmagazin „Kirche in Bayern“ tätig, hatte den Kontakt hergestellt und den Besuch organisiert.
Hallbauer wollte sehen, wie Fernsehen gemacht wird. Sein Freund Hauser begleitete ihn. Das Team der Fernsehredaktion hatte einen Moderationstext vorbereitet, doch beide improvisierten lieber. Im Aufnahmestudio, in dem auch die Moderation für das ökumenische Fernsehmagazin „Kirche in Bayern“ aufgezeichnet wird, stellten sie sich gemeinsam vor den grünen Hintergrund. „Grüß Gott! Ich freue mich, heute hier zu sein mit meinem Kollegen Lars. Wir machen uns einen schönen Tag in Würzburg und sind bei Euch im Studio“, legte Hauser los. Dann interviewten sie sich gegenseitig zu ihrer Arbeit und ihren Hobbys. Hallbauer erzählte von der Arbeit in der Gärtnerei und Dorfmeisterei und warb für den Kräutertag am 3. Mai in Hohenroth. Hauser verriet, dass er schon einmal im Fernsehstudio des ZDF in Berlin war und selber mit dem Handy Filme drehe und moderiere. Zum Schluss der Aufnahme dankten sie allen Menschen, die ihnen am Herzen liegen. Hallbauer, der an Krebs erkrankt ist, dankte besonders „viele tausend Mal meinen Krankenschwestern“.
Beim anschließenden Rundgang durch die Redaktion sahen sie unter anderem, wie am Computer Filme geschnitten werden. Heiko Säle, Technischer Leiter der Fernsehredaktion, demonstrierte, wie der grüne Hintergrund zum Beispiel gegen eine Ansicht von Würzburg ausgetauscht werden kann. Zum Abschluss des Besuchs überreichten Bernhard Schweßinger, Leiter des Medienhauses und Geschäftsführer von „Kirche in Bayern“, sowie Verwaltungsleiterin Petra Billich den beiden Gästen jeweils ein Playmobil-Set mit den Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan, das in einer limitierten Sonderedition anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg kreiert wurde.
Der SOS-Kinderdorfverein setzt sich dafür ein, benachteiligte Menschen zu stärken, ihnen neue Perspektiven zu eröffnen und ihre Lebenschancen nachhaltig zu verbessern. In der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth leben nach eigenen Angaben 163 erwachsene Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung in 18 familiären Hausgemeinschaften zusammen. In 14 Arbeitsbereichen finden sie Beschäftigung – von Gärtnerei und Landwirtschaft über Schreinerei und Metallwerkstatt bis zu Bäckerei oder Weberei. Jeweils acht Personen leben in einem Haus und werden dort von einem Betreuerpaar oder im Teammodell begleitet. Die Bewohnerinnen und Bewohner können über das Erreichen des Rentenalters hinaus in der Dorfgemeinschaft bleiben.
sti (POW)
Auf dem Bildern © Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)
Schlüpften für einen Vormittag in die Rolle von Fernsehmoderatoren: Lars Hallbauer (links) und Ingo Hauser aus der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth.
Michaela Johannsen hatte den Besuch organisiert. Hinter der Kamera Technischer Leiter Heiko Säle.
Technischer Leiter Heiko Säle (links) zeigt Ingo Hauser und Lars Hallbauer, wie ein Beitrag am Computer geschnitten wird und der grüne Hintergrund zur Stadtsilhouette von Würzburg wird.



