IHK-Umfrage „Going International“: Mainfrankens Exporteure kämpfen gegen wachsende Handelshürden

IHK-Umfrage „Going International“: Mainfrankens Exporteure kämpfen gegen wachsende Handelshürden

MAINFRANKEN – Auch die regionalen Unternehmen spüren, dass die Welt rauer wird. Zölle, Bürokratie und politische Unsicherheit belasten das internationale Geschäft bayerischer Unternehmen so stark wie seit Jahren nicht mehr, wie die aktuelle Umfrage „Going International 2026“ zeigt.

Sieben von zehn bayerischen Unternehmen stoßen beim Auslandsgeschäft auf Handelshemmnisse. Das ist der höchste Wert seit Jahren und ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Haupttreiber sind höhere Zölle, wachsende Bürokratielasten und die Unberechenbarkeit der US-Handelspolitik.

Die Ergebnisse der Umfrage „Going International 2026“, an der 404 bayerische Betriebe teilgenommen haben, dürften auch Unternehmen in Mainfranken bekannt vorkommen: Die Region ist exportstark, mittelständisch geprägt und in genau jenen Branchen zuhause – Maschinenbau, Industrie, Chemie –, die von den aktuellen Entwicklungen am stärksten betroffen sind.

Trübe Aussichten in vielen Märkten

Die Geschäftslage in den internationalen Zielmärkten zeigt insgesamt einen negativen Trend. Besonders betroffen sind das Vereinigte Königreich, der Asien-Pazifik-Raum, die USA sowie China. Etwas besser stellt sich die Situation in der Eurozone sowie in Norwegen und der Schweiz dar.

Ein Blick nach vorn gibt wenig Anlass zur Zuversicht: In nahezu allen Regionen liegen die Geschäftsperspektiven für das Jahr 2026 im negativen Bereich, allen voran in Asien, China und den USA. Einzig Mittel- und Südamerika bilden eine positive Ausnahme.

Der mit Abstand am häufigsten genannte Störfaktor sind höhere Zölle, insbesondere im Nordamerika-Geschäft. Aber auch lokale Zertifizierungsanforderungen, verschärfte Sicherheitsvorschriften und Exportkontrollregime setzen den Unternehmen zu. Hinzu kommen hausgemachte Bürden: EU-Regulierungen wie Lieferkettensorgfaltspflichten, Verpackungsauflagen und Ausfuhrbürokratie werden von einer großen Mehrheit der Befragten als spürbare Belastung für das Auslandsgeschäft empfunden.

Die Unberechenbarkeit der amerikanischen Handelspolitik trifft bayerische Exporteure hart. Wer in die USA liefert, gibt die gestiegenen Zollkosten überwiegend an seine Kunden weiter. Ein Teil der Unternehmen reduziert jedoch lieber das Exportvolumen oder nimmt geringere Margen in Kauf. Bei Investitionsplänen dominiert Zurückhaltung: Viele Unternehmen vertagen Vorhaben, die eigentlich beschlossen waren.

„Buy European“ und Mercosur

Die Diskussion um eine stärkere Präferenz für europäische Produkte löst bei den meisten Unternehmen keine Begeisterung aus: Als größte Herausforderung gilt der bürokratische Aufwand für Herkunftsnachweise, als größtes Risiko mögliche Gegenmaßnahmen von Handelspartnern. Beim EU-Mercosur-Abkommen überwiegt bislang eine abwartende Haltung – konkrete Maßnahmen hat die große Mehrheit der Befragten noch nicht ergriffen.

Relevanz für Mainfranken

Die Umfrage „Going International 2026“ wurde deutschlandweit durchgeführt und enthält keine gesonderte Auswertung für einzelne IHK-Bezirke wie Mainfranken. Die Ergebnisse dürften die Situation in der Region jedoch in hohem Maße treffen: Die befragten Betriebe sind überwiegend mittelständisch geprägt, stark exportorientiert und in Branchen aktiv, die auch in Mainfranken bedeutend sind: Maschinenbau, Handel sowie Chemie-, Pharma- und Kunststoffindustrie.

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