Der tägliche Callcenterbetrug: 73 Jahre alter Senior übergibt Bargeld, die Polizei ermittelt und warnt

Der tägliche Callcenterbetrug: 73 Jahre alter Senior übergibt Bargeld, die Polizei ermittelt und warnt

HAMMELBURG IM LANDKREIS BAD KISSINGEN- Ein 73-Jähriger wurde am Sonntagmittag Opfer eines Callcenterbetruges und übergab in der Folge einen hohen fünfstelligen Betrag an eine unbekannte Abholerin. Die Polizei sucht Zeugen und warnt vor der gängigen Betrugsmasche.

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen erhielt ein 73-jähriger deutscher Staatsbürger am Sonntag, gegen 13:00 Uhr, einen Anruf von einem vermeintlichen Polizeibeamten, der erklärte, dass sein Anwesen auf einer sichergestellten Liste von potentiellen Einbruchsobjekten aufgetaucht sei. Der Rentner solle nun seine Wertgegenstände an die Polizei übergeben um diese vor möglichen Einbrechern zu schützen.

Im weiteren Verlauf erschienen zwei Abholer, ein Mann und eine Frau, und ließen sich Wertgegenstände im hohen fünfstelligen Bereich übergeben. Anschließend flüchteten sie.

Die Kripo Würzburg hat die Ermittlungen übernommen und bittet um Hinweise.

Die unbekannten Abholer wurden wie folgt beschrieben:

Täter 1:

Männlich
Dunkler Teint
Circa 21 Jahre alt
Dunkle Haare
Dunkel Kleidung
Sprach Deutsch mit Akzent

Täter 2:

Weiblich
Circa 160 cm groß
Dunkle Haare
Grauer Pullover

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizeiinspektion Würzburg unter der Telefonnummer 0931/457-1732 zu melden.

Im Verlauf des Sonntags kam es im Bereich Hammelburg noch zu vier weiteren Betrugsversuchen. Diese wurde durch die Angerufenen aber frühzeitig erkannt und es kam zu keinem finanziellen Schaden.

Die Polizei warnt vor Telefonbetrügern, die ihre Maschen in Variationen immer wieder auch an bekanntes Tagesgeschehen anpassen.

Die Präventionskampagnen des Polizeipräsidiums Unterfranken:

Bereits Ende 2020 hat das Polizeipräsidium Unterfranken die Präventionskampagne “Leg´auf!” ins Leben gerufen. Zusätzlich startete im Juli 2022 auch an unterfränkischen Schulen die Kampagne „Ich schütze Oma und Opa“. Mit den Kampagnen „Ich schütze Oma und Opa“ sowie „Chill mal Oma“ setzt die unterfränkische Polizei nun auf die Unterstützung von Jugendlichen sowie Schülerinnen und Schülern. Diese sollen Großeltern sowie ältere Bekannte auf die Betrugsmaschen der Täter aufmerksam machen.

Das Ziel dieser Kampagnen ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie „Enkeltrickbetrug“ und „Falsche Polizeibeamte“ zu informieren, zu sensibilisieren und Verhaltenstipps zu geben.

Die wichtigsten Botschaften sind:

Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.
Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben.
Weder Polizei noch Justiz werden Sie jemals telefonisch auffordern, Geld zu überweisen!
Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen!
Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen - bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl)!
Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen!

Weitere Informationen:

Leg‘ auf!: Die Bayerische Polizei – Präventionskampagne – LEG‘ AUF! in Unterfranken (bayern.de)

Dort finden sie zudem weiterführende Links zu den Kampagnen:

„Ich schütze Oma und Opa“
„Chill mal Oma“

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