SCHWEINFURT – Anlässlich der Sitzung am Dienstag, den 24.2.2026, der Bayerischen Staatsregierung in der Kunsthalle Schweinfurt wird die IG Metall Schweinfurt gemeinsam mit Betriebsräten von ZF, SKF, Schaeffler, Bosch Rexroth, Preh, Senertec und Valeo ein Positionspapier „Für Arbeit und Aufschwung in der Region Main-Rhön“ übergeben.
Die Lage ist nach wie vor kritisch. Seit Anfang 2024 sind in der Region bereits rund 3.500 Industriearbeitsplätze verloren gegangen – ein Trend, der sich durch bereits beschlossene Abbauprogramme weiter verschärfen wird. Die Folgen reichen weit über die Werkstore hinaus: Verlust von Arbeitsplätzen im Handel und Handwerk, Belastungen für Kommunen, steigende Risiken für soziale Sicherungssysteme.
Regionale Stärken bieten enorme Chancen
Trotz dieser kritischen Lage hebt das Forderungspapier der IG Metall Schweinfurt die strategischen Vorteile und erheblichen Stärken der Region hervor:
Es sind hier Hightech-Zulieferer mit technologischen Vorsprüngen und hochqualifizierter Belegschaft ansässig.
Es besteht eine ausgeprägte Industrialisierungskompetenz für Zukunftsfelder wie Raumfahrt, Robotik, Wasserstoff und Kreislaufwirtschaft.
Es gibt reichlich Innovationskraft durch neue Technologien – auch dank der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt mit technisch einschlägigen Studiengängen.
Fachkräftebasis und Industriekultur sind sehr ausgeprägt.
Es gibt eine gute regionale Infrastruktur mit hoher Unternehmensdichte, verfügbaren Gewerbeflächen und bezahlbarem Wohnraum.
Diese Stärken sind aus Sicht der IG Metall ein klarer Auftrag an die Politik, an die Bayerische Staatsregierung gezielt in Zukunftsfähigkeit in der Region Main-Rhön zu investieren.
Zentrale Forderungen an die Staatsregierung:
Um den industriellen Kern der Region zu sichern, benennt das Forderungspapier der
IG Metall Schweinfurt strategische Handlungsebenen:
A. Verlässliche und wirksame Förderung
Konsequente Umsetzung aller zugesagten Maßnahmen des „Acht-Punkte-Plans für Schweinfurt“
Explizite Förderfähigkeit von Investitionen in Produktionsanlagen, Umrüstung und industrielle Transformation
B. Zukunftsprojekte beschleunigen
KI‑Gigafactory für die Region Schweinfurt – schnell und verbindlich
Stärkung der Ersten Modellstadt Elektromobilität Bayerns, Bad Neustadt an der Saale
Unterstützung bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder (u. a. Automatisierung, Robotik, Luft‑ und Raumfahrttechnik)
C. Faire Wettbewerbsbedingungen sichern
Mehr politisches Gewicht Bayerns für faire internationale Wettbewerbsbedingungen
Investitionsorientierte europäische Industrie- und Förderpolitik
D. Region stärken – Wertschöpfung vor Ort halten
Local-Content-Ansatz bei Vergabe und Investitionen
Bessere Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen, Erweiterungen und Ansiedlungen
E. Transformation gestalten
Stärkung der Produktivität durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz
Schnellere Entscheidungsprozesse in Politik und Behörden
Industrielle Transformation gemeinsam gestalten – ohne Stellenabbau als Standardlösung
Thomas Höhn, Geschäftsführer der IG Metall Schweinfurt, betont: „Unser Ziel ist klar: Wir wollen industrielle Wertschöpfung in der Region Main-Rhön halten, neue Geschäftsfelder erschließen und den Menschen Perspektiven bieten. Dafür übergeben wir unsere Vorschläge. Der Standort darf nicht weiter geschwächt werden, sondern muss mit neuen Chancen aus dem industriellen Wandel hervorgehen. Diese Region bietet so viel und hat noch so viel Potenzial – wir wollen Impulse setzen, damit diese Chancen auch konsequent genutzt werden.“
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

