Erich Rößner gab wichtige Tipps zum Baumschnitt: Verein für Gartenbau und Landespflege Gochsheim bot Theorie und Praxis

Erich Rößner gab wichtige Tipps zum Baumschnitt: Verein für Gartenbau und Landespflege Gochsheim bot Theorie und Praxis

GOCHSHEIM – Die Vorstandschaft des VGL Gochsheim teilte den diesjährigen Baumschnittkurs mit dem Fachmann Erich Rößner auf zwei Termine auf: Theorie am 18.2. im AWO-Heim, Praxis am 21.2. auf der Streuobstwiese Rückerschlag.

25 Teilnehmende konnte Reinhold Lamprecht beim 1.Teil begrüßen, darunter den Referenten Erich Rößner und Frau Cornelia Ludwig, die beim Vortrag für die Bilder sorgte.

Zwei Kardinalfehler beim Baumschnitt: Gar nicht schneiden (Motto: Die Natur wird’s schon richten!) oder zu viel schneiden (Das bedeutet extremen Stress für den Baum und schadet mehr als es nutzt. Je mehr man schneidet, desto mehr wächst nach, da die ungekürzten Wurzeln unverändert viele Nährstoffe liefern.)

Rößner gab zunächst Hinweise zum Pflanzschnitt bei neu gepflanzten Bäumen und in den ersten Standjahren. Von den vorhandenen Trieben wählt man drei Leittriebe und den Mitteltrieb aus, wobei der Winkel der Saftwaage etwa 120 Grad betragen soll.

In den ersten Jahren sollten Früchte komplett entfernt werden, da sie dem Baum viel Kraft kosten und eine Last für die dünnen Triebe darstellen.

Danach listete der Referent Hinweise zum Schnitt am Kernobst auf und Bilder verdeutlichten, wie es aussieht, wenn man dagegen verstößt.

Ein Exkurs zum Steinobst folgte: Diese Bäume tragen normalerweise am einjährigen Holz, also sollte man kurz nach der Ernte die abgetragenen Triebe entfernen oder deutlich kürzen. Ein Problem beim Pfirsich: die Unterscheidung zwischen echten und falschen Fruchttrieben.

Im letzten Teil seines Vortrags erläuterte Rößner die Bedeutung der Unterlagen, auf welche die Edelreißer aufgesetzt werden. Hier muss man sich an der Gartengröße und der zur Verfügung stehenden Pflanzfläche orientieren. Die schönsten Früchte wachsen in der Regel im Bereich der Baumkrone. Wenn diese in 7-10 Metern Höhe ist, kann man Schnittmaßnahmen und Ernte nur mit sehr viel Aufwand betreiben.

Der begeisterte Naturschützer gab noch Hinweise zu Streuobstwiesen, sehr bedeutsamem Totholz, dem Freihalten der Baumscheiben in den ersten Wuchsjahren und Sonderformen wie Spalierbäumen und Spindelbüschen.

Für den Praxisteil sollten die Teilnehmenden eigene Gartengeräte mitbringen.

Praxis auf der Streuobstwiese am Rückerschlag

Das „Aprilwetter“ hielt viel Abwechslung parat, aber die Teilnehmergruppe war gerüstet. Erich Rößner zeigte an den Bäumen ein paar Versäumnisse früherer Jahre, die man nur noch zum Teil beheben kann, z.B. zu viele Leitäste, eine sehr schwach ausgeprägte Krone oder einseitige Überbetonung.

Zunächst erklärte der Baumfachmann die wichtigsten Gerätschaften, dann erklärte er seine Schnitte und danach durfte jeder, der wollte, sich mit einem der jungen Obstbäume auseinandersetzen, manche eher zurückhaltend, andere schnittfreudiger. Nach der Baumschnittaktion warteten Kaffee und Kuchen auf die kräftig durchgeblasenen Teilnehmenden. Vorsitzender Lamprecht dankte den Mitwirkenden, besonders dem renommierten Baumfachmann und Pomologen Erich Rößner.

Auf den Fotos:

Der zuletzt gezeigte blühende Apfelbaum war zwar eine optische Augenweide, machte aber auch Schnittfehler deutlich. Referent Erich Rößner (Bildmitte) mit den beiden Vorsitzenden Reinhold Lamprecht (links) und Dr. Ernst Bartels vom VGL Gochsheim, die sich bei allen bedankten, die gekommen waren.

Trotz des durchwachsenen Wetters nutzten rund 20 Obstbaumfreunde das Angebot des VGL Gochsheim und kamen auf die Streuobstwiese am Rückerschlag, um sich von Erich Rößner (6.v.l.) Tipps für das richtige Schneiden junger Obstbäume zeigen zu lassen.

Wie eine Tulpenblüte sollen die drei oder vier Leitäste den Mitteltrieb umgeben, ohne sich gegenseitig zu bedrängen. Die Endknospen sollen beim Rückschnitt außen stehen, damit der Baum in die Breite und nicht in die Höhe wächst.

Text und Foto: Peter Volz

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert