SCHWEINFURT – Nur eines der letzten acht Spiele verlor Wacker Burghausen, das in dieser Saison schon Bayreuth, Bayern München 2, die Münchner Löwen und zuletzt Unterhaching schlug. Mit sechs Punkten mehr im Gepäck reisen die Oberbayern am Samstag zum FC 05, der nur eine seiner vergangenen zehn Partien gewann.
Die Sache mit dem Favoriten erklärt sich damit selbst im drittenletzten Hinrundenmatch der Schnüdel, die nach dem Gastspiel bei Schwaben Augsburg vor und nach der Reise zum TSV 1860 auch noch den TSV Aubstadt und Bayern München 2 empfangen. In Heimspielen, in denen an sich gute Kulissen die Kampfkasse füllen sollten. Werbung dafür sollte das Team am Samstag machen. Besser wäre das. Auch um den Absturz auf einen Relegationsplatz zu verhindern. Mit Greuther Fürth 2 und Aubstadt duellieren sich zeitgleich die beiden Mannschaften hinter den Schweinfurtern. Übrigens in Ansbach, die Partie wurde verlegt.
4-5-7 – das ist nach 16 der 36 Saisonpartien die wenig erfreuliche Bilanz für den Drittliga-Absteiger Schweinfurt, der den freien Fall nur dann aufhalten kann, wenn bald die Wende zum Guten gelingt. Am besten schon gegen Burghausen, das freilich auch nur eines seiner letzten fünf Spiele gewann. So erklärt sich der mittelmäßige Platz acht. Beispielsweise reichte es gegen Fürth 2 zuhause nur zu einem 3:3.
Rund 1200 Zuschauer werden am Samstag ab 14 Uhr in der Riedel Bau-Arena erwartet, davon bis zu 100 weit reisende Fans aus Burghausen. Beim FC 05 werden Nicolas Pfarr, Lukas Mrozek, Luka Kalandia und auch Jason Prodanovic fehlen. Der fünffache Torschütze trainiert zwar schon wieder, hat sich aber eine leichte muskuläre Verletzung zugezogen. Ihn könnte Martin Thomann ersetzen.
„Wir haben den Abstiegskampf ausgerufen“, gibt Jan Gernlein zu, „das muss in die Birne rein. Und jetzt ist das Toreschießen das allererste, was klappen muss“, sagt der Trainer nach sechs erzielten Treffern in den vergangenen neun Partien. Wichtig sei, „weniger schön, aber einen Ticken erfolgreicher zu sein“.
Dabei ruft er zwei Begriffe auf: „Mal eine Drecksau sein“ sollen die Spieler, dem Team gehe bisweilen „die Dreckigkeit ab“. Akteure wie Kristian Böhnlein, der mit dem Rad beim Training vorbei schaute, oder auch Nicolas Pfarr fehlen diesbezüglich aktuell. Stichwort Böhnlein: Nach Achillessehnenriss im Sommer sei sein Heilungsprozess normal. „Die Ärzte sagen, dass er diese Saison nicht mehr spielt, von ihm aus kommt da aber ein Nein“, berichtet Gernlein.
Dass nach schon 16 Runden noch kein Spieler eine Sperre nach fünf Gelben Karten absitzen musste, weißt auf vielleicht zu brave Kicker hin. Dabei betont der Coach, dass er sich durchaus auch mal nicht so brave Jungs auf dem Rasen wünscht, jedoch aber jederzeit eine faire Truppe. Daran soll sich auf keinen Fall etwas ändern.
Wie ist Burghausen einzuschätzen? „Sie sind stark abhängig von ihrem Ausnahmespieler Felix Bachschmid“, lobt Gernlein den schon elffachen Torschützen, und dann sei auch entscheiden, ob Noah Agbaje einen guten oder schlechten Tag erwischt. „Ich erwarte ein offenes Spiel. Zuhause wollen wir von Anfang an zeigen, dass wir da sind. Und auch wenn der Gegner scheinbar sich in einer besseren Situation befindet, so sind wir nicht weit weg. Wir wollen Burghausen aber nicht ins offene Messer rennen.“
„Bei uns zuhause können wir gegen jede Mannschaft gewinnen, wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen und ekelig sind. Es ist unser Anspruch, unsere Heimspiele zu gewinnen. Und wenn das klappt, dann fahren wir mit einem anderen Gefühl zum Vorrunden-Abschluss nach Augsburg“, sagt Jan Gernlein auch noch, und er weiß: „Wir brauchen Tore. Davon reden wir seit Wochen. Dass wir sie schießen können, haben alle schon beweisen. Aber wir brauchen mindestens eines für ein Unentschieden.“
Neun verschiedene Schützen haben die Schnüdel bislang zu vermelden, aber eben auch nur eine einzige Partie ohne Gegentreffer: Nur in Vilzing klappte es mit einem 1:0. Das war das zweite von drei Spielen mit Sieg, als Ende August elf Punkte aus sechs Partien auf der Tafel standen und die Träume von mehr wuchsen. Aus den zehn Begegnungen danach kamen dann gerade mal noch sechs Zähler dazu…
Unser Aufmacherbild entstand im September 2024, also vor etwas mehr als zwei Jahren, und es zeigt Martin Thomann in der Partie gegen Wacker Burghausen, die vor über 3.000 Zuschauern mit einem 3:2 für die Schnüdel endete. Damals trafen Michael Dellinger, Luca Trslic und Sebastian Müller. Die beiden letztgenannten Spieler laufen inzwischen für die Stuttgarter Kickers auf, die in der Regionalliga Südwest als Fünfter schon einigen Rückstand haben zu den überaschend die Tabelle anführenden Aufsteigern VfR Aalen und VfR Mannheim. Als 13. in Abstiegsgefahr: Der FSV Frankfurt mit Victor Kleinhenz, am Samstag Gastgeber des Tabellendritten SGV Heilbronn-Freiberg mit Tim Latteier.
Der regionale und lokale Fußball wird präsentiert von Sport König aus Werneck im Landkreis Schweinfurt.


