Der abgelehnte und “unrealistische wünsch-dir-was”-Silvesterantrag der Würzburger Fraktion der Linken

Der abgelehnte und “unrealistische wünsch-dir-was”-Silvesterantrag der Würzburger Fraktion der Linken
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

WÜRZBURG – In der vergangenen Stadtratssitzung des 22.10.2026 ließ die Fraktion Die Linke den Antrag “Ein gutes Neujahr für Alle“ zur Abstimmung geben. Ein Antrag, der ihnen nun schon seit längerer Zeit am Herzen liegt.

Durch den Antrag wollen die Linken keine feierliche Tradition verbieten lassen, sondern einen langfristigen ressourcenschonenderen Umgang mit der starken Belastung, die die Neujahrsnacht jährlich darstellt erwirken.

Die Feuerwerke der Silvesternacht bedeuten für viele Menschen und Tiere nämlich Angst, Lärmbelastung und erhöhten Arbeitsaufwand. Feuerwerkskörper verursachen Verletzungen, Brände, starke Lärmbelastung, erhebliche Mengen an Feinstaub und versetzen Tiere in einen Zustand der Angst und Panik. Diese Belastung wurde bereits von verschiedenen Stellen wahrgenommen und daher zum Anlass für mehrere Petitionen genommen, die das Böllern gänzlich verbieten wollen.

Neben der Petition der Gewerkschaft der Polizei ist hier auch die Petition eines Zusammenschlusses verschiedener Organisationen zu nennen. Zu den Unterschreibenden gehören neben der Deutschen Umwelthilfe auch das deutsche Kinderhilfswerk, das Jane Goodall Institut, Peta, die deutsche Lungenstiftung E.V. und viele mehr.

Der Anlass zur kritischen Überarbeitung des Umgang mit Feuerwerken ist daher von verschiedenen Stellen schon gegeben – und trotzdem traf der Antrag im vergangenen Stadtrat nicht nur auf Ablehnung, sondern auf die empörte Reaktion des Fraktionsvorsitzenden der Stadtratsfraktion der SPD. Der Antrag wurde hierbei als “unrealistisch” und “wünsch-dir-was-Antrag” bezeichnet und als zu aufwendig für die Verwaltung abgetan.

Eine Einschätzung, die nicht nur verblüfft, sondern schlichtweg nicht nachhaltig durchdacht scheint. Die Ressourcen, die Jahr für Jahr in die akute Deeskalation, Brandlöschung, Reinigung und Regulierung fließen, sollten in dieser Diskussion die eigentliche Rolle spielen.

Die Antragstellerin Luise Haberland äußert sich: “Der Antrag soll dazu anregen, in neue Richtungen zu denken. Dies sollte im Interesse aller demokratischen Parteien im Stadtrat sein. Wenn anstelle von Änderungsanträgen solch ein Antrag in seiner Gänze sogar von einigen Grünen und SPD/Volt abgelehnt wird stellt sich mir die Frage, welche Ideen diese Stadträte:innen für ein besseres Neujahr in Würzburg haben.”

Der Verwaltungsaufwand, der durch den vorgelegten Antrag entstehen würde, ist im Antrag für das kommende Jahr vorgesehen und ließe somit den Referaten ausreichend Zeit, um mögliche Konzepte entwickeln und prüfen zu können. Der Ansatz der Linken ist es mit Blick auf die Zukunft nachhaltige und ressourcenschonende Konzepte zu entwickeln, die langfristig gezielt Ressourcen einsparen.

„Dieser Antrag ist für mich nicht nur ein persönliches Herzensanliegen. Auch in Gesprächen mit Kolleg:innen, Bekannten und Bürger:innen wird immer wieder deutlich, dass der Wunsch nach einem rücksichtsvolleren und sichereren Jahreswechsel besteht. Es geht also keineswegs nur um unsere eigene Überzeugung, sondern auch darum, Anliegen aus der Stadtgesellschaft aufzugreifen. Umso bedauerlicher ist es, dass unser Antrag nun keine Mehrheit gefunden hat. Gerade im Interesse der Bürgerinnen und Bürger hätten wir uns gewünscht, dass dieser Impuls ernsthaft aufgegriffen und wie von der Verwaltung vorgeschlagen, weiterverfolgt wird“, so Anna-Maria Dürr.

Die Erarbeitung eines Konzepts im Rahmen der städtischen Möglichkeiten für einen möglichst sicheren, rücksichtsvollen und gemeinschaftlichen Jahreswechsel für die Identifizierung von sichereren Feuerwerkszonen und den Aufbau temporärer Infrastruktur in Form von Toiletten, Beleuchtung, Abfallentsorgung und sanitätsdienstliche Absicherung erachten wir als Fraktion daher für sinnvoll, nachhaltig und längst überfällig. Auch die Erarbeitung einer Informations- und Sensibilisierungskampagne fordern die Linken und wollen so ein Überdenken des städtischen Umgangs mit Feuerwerken anstoßen – für ein rücksichtsvolleres Würzburg.

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