Bilanz Hitzetelefon: Mehr als nur ein Anruf – persönliche Gespräche gegen die Einsamkeit an heißen Tagen

Bilanz Hitzetelefon: Mehr als nur ein Anruf – persönliche Gespräche gegen die Einsamkeit an heißen Tagen
Fotografin: Sabine Troll

WÜRZBURG – Im Rahmen einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung bedankte sich die Stadt Würzburg nun bei allen ehrenamtlichen Anruferinnen und Anrufern des Hitzetelefons für ihr Engagement während der Saison 2026.

Dabei wurden Erfahrungen ausgetauscht und persönliche Eindrücke aus den vergangenen Monaten geteilt. Stellvertretend berichteten Claudia Baitsch und Hildegard Mußmächer, die beide ehrenamtlich im Rahmen der Seniorenvertretung Stadt Würzburg tätig sind, von ihren Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Dabei wurde deutlich: Das Hitzetelefon war weit mehr als eine Möglichkeit, Informationen zum Umgang mit hohen Temperaturen zu erhalten. Es schenkte Aufmerksamkeit, bot Gelegenheit zum Austausch und schuf persönliche Verbindungen.

Baitsch berichtete von vielen schönen Gesprächen, bei denen neben dem Thema Hitze auch persönliche Erlebnisse und gemeinsame Interessen zur Sprache kamen. Besonders für Menschen, deren Angehörige weiter entfernt leben und sich nur selten melden, waren die regelmäßigen Anrufe eine willkommene Abwechslung. Einige warteten bereits auf den nächsten Anruf.

Auch Mußmächer hob die große Dankbarkeit der Angerufenen hervor. Besonders wichtig sei es, zuzuhören und die Menschen einfach erzählen zu lassen. Denn häufig gehe es neben praktische Tipps zum Hitzeschutz, auch um persönliche Sorgen, Gefühle und den Wunsch nach menschlichem Kontakt. Mit der Zeit entstehe ein Vertrauensverhältnis. Wie belastend die Hitze sein kann, verdeutlichte die Aussage einer Angerufenen: „Der Lockdown während Corona war schlimm, aber die Hitze ist noch schlimmer. Während Corona musste man im Haus bleiben, während der Hitze muss man im dunklen Haus bleiben.“ Besonders bewegend war auch eine Reaktion zum Ende der Saison: Als Mußmächer einer Angerufenen mitteilte, dass dies nun der letzte Anruf sei und die Hitzetelefone nun wieder pausieren würden, antwortete diese spontan: „Sagen Sie denen doch, dass Sie sie behalten sollen.“

Die Rückmeldungen zeigen eindrücklich, welche Bedeutung das Hitzetelefon für die Menschen hatte. Die Anrufe vermittelten nicht nur wichtige Informationen zum Hitzeschutz, sondern vor allem Aufmerksamkeit, Interesse und das Gefühl, dass jemand an sie denkt.

Die Abschlussveranstaltung war ein herzliches Dankeschön an alle ehrenamtlichen Anruferinnen und Anrufer, die sich bereit erklärt haben, Telefonate im Rahmen des Hitzetelefons zu übernehmen, und mit ihrem Engagement zum Gelingen des Angebots beigetragen haben. Ihr Engagement hat gezeigt: Hitzeschutz bedeutet auch, zuzuhören, soziale Kontakte zu fördern und Menschen an heißen Tagen nicht allein zu lassen.

Interesse am Hitzetelefon?

Wer das Hitzetelefon in der kommenden Saison nutzen oder sich ehrenamtlich als Anruferin oder Anrufer engagieren möchte, kann sich beim Pflegestützpunkt Stadt Würzburg melden, Telefon: 0931 20781413,E-Mail: pflegestuetzpunkt@stadt.wuerzburg.de

Auf dem Bild:

Hintere Reihe (von links nach rechts): Dr. Christian Potrawa (1. Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Würzburg und Umgebung), Hildegard Mußmächer (Mitglied der Seniorenvertretung der Stadt Würzburg), Sabina Severin (ehrenamtliche Anruferin).

Vordere Reihe (von links nach rechts): Claudia Baitsch (Mitglied der Seniorenvertretung der Stadt Würzburg), Lisa-Marie Köchel (Leitung des Pflegestützpunkts der Stadt Würzburg), Prof. Dr. Johannes Fischer (2. Vorsitzender der Seniorenvertretung der Stadt Würzburg).

Fotografin: Sabine Troll

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