SCHWEINFURT – Mit einem zentralen Warnstreik haben 2.000 Beschäftigte am Mittwoch (04.11.2026) in Schweinfurt lautstark und entschlossen den Druck auf die Arbeitgeber erhöht.
Beschäftigte aus Schweinfurter Betrieben wie ZF, Schaeffler, SKF und Bosch Rexroth legten die Arbeit vorübergehend nieder und machten bei einer Kundgebung sowie mehreren Demozügen deutlich: Die Beschäftigten erwarten ein deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeber. Mit ihrem Protest verliehen sie den Forderungen der IG Metall nach höheren Entgelten und Ausbildungsvergütungen Nachdruck. Aus Sicht der Gewerkschaft wird das bisherige Arbeitgeberangebot weder der Leistung der Beschäftigten noch den Zukunftsanforderungen der Branche gerecht. Die Warnstreikenden machten deshalb klar: Wer täglich zum Erfolg der Unternehmen beiträgt, hat eine faire Beteiligung verdient.
„Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie stemmen seit Jahren Krisen, Transformation und steigende Anforderungen. Sie sorgen mit ihrem Einsatz dafür, dass es auch in schwierigen Zeiten weitergeht. Sie erwarten dafür zurecht Anerkennung“, sagte Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall und Hauptredner bei der Kundgebung in Schweinfurt. „Wenn die Gewinne sprudeln, sind erstmal die Anteilseigner dran – aber sobald es mal schlechter läuft, sollen die Belegschaften allein Opfer bringen? So funktioniert das nicht! Die Arbeitgeber müssen endlich ein Angebot vorlegen, das Respekt gegenüber den Beschäftigten und ihrer Arbeit ausdrückt.“
Die IG Metall Bayern fordert in der Tarifrunde fünf Prozent höhere Entgelte und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Ein Teil der Erhöhung der Ausbildungsvergütungen kann zur finanziellen Mobilitätsunterstützung genutzt werden, etwa für den Erwerb eines Führerscheins. In Krisenunternehmen will die Gewerkschaft tarifliche Regelungen für sichere Zukunft und Beschäftigung in den Betrieben schärfen. Für die Beschäftigten in Boom-Unternehmen erwartet die IG Metall eine tarifliche Gewinnbeteiligung. Darüber hinaus sollen Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen bessergestellt werden.
Am Warnstreik in Schweinfurt beteiligten sich Beschäftigte der Betriebe ZF Multidivisionsstandort, Schaeffler, SKF GmbH, SKF Vertevo Germany GmbH, Bosch Rexroth, ZF Aftermarket, ZF Race Engineering und SRAM. Die Beschäftigten hatten sich in mehreren Demozügen zur Kundgebung in der Gunnar-Wester-Straße begeben.
Fotos: Lando Hass


