Austritt von Kohlenmonoxid: Arbeiter in großer Gefahr, sechs weitere Menschen betroffen

Austritt von Kohlenmonoxid: Arbeiter in großer Gefahr, sechs weitere Menschen betroffen
Foto: Michael Will, Pressesprecher des BRK Haßberge

EBERN IM LANDKREIS HASSBERGE – Der Austritt von Kohlenmonoxid in einer Werkstatt hat einen Arbeiter am Dienstagmittag (28. Oktober) in Lebensgefahr gebracht.

Der Mann wurde durch den Rettungsdienst aus dem Gefahrenbereich gerettet und nach notärztlicher Versorgung anschließend in eine Klinik eingeliefert. Weitere sechs Personen waren betroffen, konnten aber vor Ort ambulant behandelt werden.

Am Dienstag, kurz nach 12:00 Uhr, wurde die Rettungswagen-Besatzung der BRK-Rettungswache Ebern zu einem scheinbar zunächst internistischen Routineeinsatz in die Coburger Straße alarmiert. Wenige Minuten später traf der Rettungswagen ein und fand einen Mann mit massiven Kreislaufbeschwerden an seinem Arbeitsplatz vor. Unmittelbar nach Betreten der großräumigen Halle, die als Werkstatt genutzt wird, schlug bei der Rettungswagen-Besatzung der Kohlenmonoxidmelder an und zeigte einen massiv hohen Wert an.

So hoch, dass bei einem unkontrollierten Aufenthalt in der Halle für alle Beteiligten massive gesundheitliche Gefahren gedroht hätten. Sofort brachten die Retter den bereits kaum mehr gehfähigen Mann ins Freie und begannen mit der notfallmedizinischen Erstversorgung. Ebenfalls wurden zwei Ersthelfer, die sich bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes um den Mann kümmerten, aufgefordert, die Halle sofort zu verlassen und nicht mehr zu betreten.

Parallel dazu ließ die Besatzung über die Integrierte Leitstelle Schweinfurt einen Notarzt und die Feuerwehr zur Gefahrenabwehr alarmieren. Kurz darauf traf die Freiwillige Feuerwehr Ebern ein und begann damit, der Ursache für den Kohlenmonoxid-Austritt zu suchen. In der Halle und einem angrenzenden Büro wurden Werte von über 300 ppm Kohlenmonoxid gemessen. Ein Wert, der bei längerem Aufenthalt zu deutlichen Vergiftungssymptomen und Bewusstlosigkeit führen kann.

Nach notfallmedizinischer Erstversorgung wurde der 63-jährige Arbeiter mit dem Rettungswagen zur weiteren intensivmedizinischen Versorgung ins Klinikum Coburg transportiert. Zur Einsatzstelle wurde ebenfalls der BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst gerufen, der zur weiteren Absicherung zwei Krankentransportwagen nachalarmieren ließ.

Im weiteren Verlauf des Einsatzes stellte sich heraus, dass neben dem Arbeiter und zwei Ersthelfern noch weitere Personen von dem Kohlenmonoxid-Austritt betroffen waren. In einer direkt an der Halle angrenzenden Praxis für Ergotherapie wurde bei insgesamt vier Personen ebenfalls eine – wenn auch geringfügige – Belastung durch Kohlenmonoxid festgestellt. Die vier und die beiden Ersthelfer wurden vom Rettungsdienst untersucht, mussten aber nicht in eine Klinik eingeliefert werden.

Wodurch genau es zu dem Kohlenmonoxid-Austritt gekommen ist, blieb zunächst unklar. Die Heizungsanlage des Gebäudes schied als Ursache offenbar aus, was auch ein Fachmann der Gasversorgung zunächst so einschätzte. Möglicherweise kommt für die massiv erhöhten Werte nach Einschätzung der Feuerwehr der Gebrauch eines Gabelstaplers in Frage, der in der geschlossenen Halle mehrere Stunden lang für Montagearbeiten betrieben wurde. Die Polizei hat an Ort und Stelle weitere Ermittlungen aufgenommen.

Stichwort: Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid (CO) ist ein farbloses, geruchloses und toxisches Gas, das bei unvollständiger Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Materialien entsteht, wie zum Beispiel bei der Verbrennung von Holz, Gas oder Öl.
Wenn Menschen Kohlenmonoxid einatmen, bindet es sich mit dem Hämoglobin im Blut. Dadurch wird der Transport von Sauerstoff im Blut stark beeinträchtigt, da das Kohlenmonoxid die Sauerstoffbindung verdrängt. Das führt zu einer schlechteren Sauerstoffversorgung der Gewebe und Organe.

Die Auswirkungen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung können je nach der Menge des eingeatmeten Gases und der Dauer der Exposition variieren. Symptome einer leichten Vergiftung können Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und Verwirrung sein. Bei einer moderaten Exposition (mittlere Konzentrationen) können Herzrhythmusstörungen und Brustschmerzen auftreten. Bei schwerer Exposition (hohe Konzentrationen) kommt es zu Bewusstseinsverlust, Krampfanfällen, Atemstillstand und gar zum Tod.

Die Gefahren von Kohlenmonoxid sind besonders hoch in geschlossenen Räumen, in denen unvollständige Verbrennung stattfinden kann, wie beispielsweise in Wohnungen mit defekten Heizungsanlagen oder in geschlossenen Garagen mit laufenden, motorbetriebenen Fahrzeugen. Sind Räume mit Kohlenmonoxid belastet, müssen sie ausreichend belüftet werden, um das Risiko einer Vergiftung zu minimieren.

Text & Foto: Michael Will, Pressesprecher des BRK Haßberge

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