Weichen für die zukünftige Stadtentwicklung gestellt: Gerolzhofens Stadtrat berät Maßnahmenvorschläge im Rahmen der ISEK-Erstellung

Weichen für die zukünftige Stadtentwicklung gestellt: Gerolzhofens Stadtrat berät Maßnahmenvorschläge im Rahmen der ISEK-Erstellung
Fotografin: Christiane Wichmann

GEROLZHOFEN – Wie soll sich Gerolzhofen in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Stadtrat bei seiner Klausurtagung am vergangenen Samstag, 17. Oktober 2026. Im Mittelpunkt stand die weitere Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) mit Vorbereitenden Untersuchungen (VU).

Dabei wurden die erarbeiteten Maßnahmenvorschläge vorgestellt und diskutiert, die Städtebauförderung erläutert sowie die Grundlagen für ein zukünftiges Sanierungsgebiet thematisiert. Die Klausur wurde durch das Büro Perleth und Partner vorbereitet und moderiert.

Bürgermeister Thorsten Wozniak betont, dass die Klausur ist ein wichtiger Baustein im laufenden Planungsprozess ist. Ziel des ISEK ist, „Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsbedarfe in Gerolzhofen aufzuzeigen und eine langfristige Grundlage für die städtebauliche Erneuerung zu schaffen“.

Städtebauförderung als wichtige Unterstützung

Zum Auftakt erhielten die Stadträtinnen und Stadträte einen Überblick über die Städtebauförderung. Thematisiert wurden unter anderem die Fördervoraussetzungen, die Fördersystematik, der jährliche Verfahrensablauf sowie die Finanzierungsmöglichkeiten.

Deutlich wurde dabei die Bedeutung der Städtebauförderung für Kommunen, die ihre Ortskerne stärken, öffentliche Räume aufwerten und auf aktuelle Herausforderungen wie den demografischen Wandel, den Klimawandel und den Strukturwandel reagieren möchten.

Die Fördermittel von Bund und Freistaat Bayern können dazu beitragen, städtebauliche Maßnahmen umzusetzen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Förderung sind eine sorgfältige Planung, eine realistische Finanzierung und die Abstimmung der einzelnen Projekte auf die Entwicklungsziele der Stadt.

31 Maßnahmen für Gerolzhofens Zukunft

Ein zentraler Tagesordnungspunkt war die Vorstellung der ausgearbeiteten Maßnahmenvorschläge für die zukünftige Stadtentwicklung. Sie wurden im Rahmen des ISEK-Prozesses mit den unterschiedlichsten Bürgerbeteiligungsformate erarbeitet und sollen dazu beitragen, die identifizierten städtebaulichen Herausforderungen gezielt anzugehen.

Die Maßnahmen decken unterschiedliche Themenfelder ab und berücksichtigen sowohl die Entwicklung der Altstadt als auch die Gestaltung öffentlicher Räume und die Verbesserung der Lebensqualität. Bei der Klausur hatten die Mitglieder des Stadtrats Gelegenheit, die einzelnen Vorschläge zu erörtern, ihre Inhalte zu hinterfragen und mögliche Anpassungen einzubringen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Priorisierung der Maßnahmen. Dabei geht es darum, eine Grundlage für die weitere Planung zu schaffen und die nächsten Schritte der Stadtentwicklung sinnvoll zu strukturieren. Die Reihenfolge der Maßnahmen bildet dabei eine Orientierung für die weitere Bearbeitung; die konkrete Umsetzung hängt unter anderem von den jeweiligen Planungsständen, den finanziellen Möglichkeiten und den Förderbedingungen ab.

Zukünftiges Sanierungsgebiet im Blick

Darüber hinaus wurden die Vorbereitenden Untersuchungen und die geplante Sanierungssatzung erläutert. Vorgesehen ist, ein Sanierungsgebiet „Altstadt Gerolzhofen“ förmlich festzulegen und das bestehende Sanierungsgebiet „Friedenstraße“ in das neue Gebiet zu integrieren. Der genaue Gebietsumgriff und die weiteren formalen Schritte sind Teil des laufenden Verfahrens.

Ein förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet kann wichtige Voraussetzungen für die städtebauliche Erneuerung schaffen. Neben der gezielten Entwicklung des öffentlichen Raums und der Beseitigung städtebaulicher Missstände können sich daraus auch Vorteile für private Eigentümerinnen und Eigentümer ergeben, beispielsweise durch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten bei entsprechenden Sanierungsmaßnahmen.

Nächste Schritte bis zum Abschluss des ISEK

Die Klausurtagung knüpfte an die bisherigen Arbeitsschritte an. Dazu gehören die Bestandsaufnahme und Analyse, die Evaluierung des Integrierten Handlungskonzepts aus dem Jahr 2009 sowie verschiedene Beteiligungsangebote für die Bürgerinnen und Bürger. Deren Anregungen sind in die Erarbeitung der Maßnahmenvorschläge eingeflossen.

Daniel Hausmann, GEO attraktiv, der das Projekt für die Stadt maßgeblich begleitet, informiert, dass nun die weitere und finale Ausarbeitung des ISEK mit Vorbereitenden Untersuchungen folgt. Laut aktuellem Projektzeitplan soll der Stadtrat im Januar 2027 das ISEK beschließen und im Anschluss ist eine Abschlussveranstaltung im Februar für Bürgerinnen und Bürger vorgesehen.

Auf dem Bild: Der Stadtrat von Gerolzhofen bei seiner Klausurtagung am 17. Oktober 2026. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung und die Beratung der Maßnahmen für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Mit im Bild Joachim Perleth (2. von links) vom Büro Perleth und Partner und in der Mitte Bürgermeister Thorsten Wozniak.
Fotografin: Christiane Wichmann

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