WALDKRAIBURG / SCHWEINFURT – Rund 700 Kilometer Wegstrecke lagen am Freitag vor den Mighty Dogs, als sie sich am Mittag auf den Weg zum Auswärtsspiel bei den Waldkraiburger Löwen machten. Die Gastgeber waren vergleichsweise gut in die neue Saison gestartet, während die Schweinfurter offensiv zwar häufig ihr Spiel aufziehen konnten, vor dem gegnerischen Tor aber weiterhin den letzten Schritt vermissen ließen.
Im Vergleich zum vergangenen Wochenende kehrte Pavel Bares in den Kader zurück. Ebenfalls mit dabei waren Neuzugang Dominik Piskor sowie die Förderlizenzspieler Julien und Leon Klein und Michael Adam. Clemens Schulze rückte als Ersatz für den beruflich verhinderten Benny Roßberg ins Aufgebot.
Trotz der verspäteten Ankunft in Waldkraiburg starteten die Mighty Dogs, wie schon in den vergangenen Spielen, gut in die Partie. Bereits nach elf Sekunden gab Renarts Alksnis den ersten gefährlichen Schuss auf Tobias Sickinger im Tor der Löwen ab. Doch wie zuletzt waren es auch an diesem Freitag die Gastgeber, die zuerst jubeln durften. In der dritten Minute tauchte der in Schweinfurt bestens bekannte Jakub Sramek allein vor dem Schweinfurter Tor auf und vollstreckte zum 1:0. Die Reihe um Sramek sorgte in der Folge immer wieder für gefährliche Momente. Doch auch die erste Schweinfurter Reihe fand regelmäßig den Weg vor Sickingers Tor – allerdings erneut ohne das nötige Glück im Abschluss.
Stattdessen war es abermals Sramek, der die Waldkraiburger Fans jubeln ließ und mit einem Distanzschuss auf 2:0 erhöhte. Diesmal ließen sich die Mighty Dogs davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, sondern fanden umgehend eine Antwort. Nur eine Minute nach dem zweiten Gegentreffer leitete Kristers Donins mit einem Aufbaupass auf Tomas Cermak den Gegenschlag ein. Cermak ließ den Puck an der blauen Linie direkt in die Mitte zu Ricards Bernhards prallen, der mit einem satten Schuss auf 2:1 verkürzte. Die Partie blieb anschließend weitgehend ausgeglichen, doch die Schweinfurter Offensive litt erneut unter ihrer mangelhaften Chancenverwertung. Selbst das bislang gut funktionierende Powerplay brachte diesmal keinen Erfolg. Stattdessen bauten die Gastgeber ihre Führung durch ihre erste Reihe wieder auf zwei Tore aus: Dejan Vogl fand per Tip-in einen Weg an Leon Pöhlmann vorbei und stellte auf 3:1.
In den zweiten Spielabschnitt starteten die Mighty Dogs in Überzahl, nachdem Sramek wegen Stockschlags für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Kapital konnten die Schweinfurter daraus allerdings nicht schlagen. Auch die Löwen blieben während ihres ersten Powerplays ohne Torerfolg. Stattdessen bot sich Bernhards die Chance auf einen Unterzahltreffer, doch Haaparanta konnte ihn mit einer starken Aktion stoppen. Offensiv erarbeiteten sich die Mighty Dogs weiterhin gute Möglichkeiten. Dima Litesov hatte nach einem Zuspiel von Cermak viel Platz im Slot, scheiterte jedoch an Sickinger.
Mit zunehmender Spieldauer wurde die Gangart auf dem Eis härter, sodass auf beiden Seiten deutlich mehr Strafzeiten anfielen als noch im ersten Drittel. Mehrfach mussten jeweils Spieler beider Mannschaften wegen übertriebener Härte auf die Strafbank. Während eines weiteren Schweinfurter Powerplays, in dem sich die Offensive um Ricards Bernhards gut in der Angriffszone festgesetzt hatte, kamen die Löwen zu einem Konter. Leon Pöhlmann konnte diesen jedoch mit einer starken Parade im letzten Moment entschärfen. Gegen Ende des Drittels gelang es dem ERV erneut, sich offensiv festzusetzen und die Gastgeber am Wechsel zu hindern. Obwohl die Beine der Waldkraiburger zunehmend müder wirkten, fehlte den Mighty Dogs weiterhin die nötige Durchschlagskraft vor dem Tor, um den Rückstand zu verkürzen.
Im Schlussdrittel mussten die Löwen wegen zu vieler Spieler auf dem Eis zunächst für zwei Minuten in Unterzahl ran. Doch auch diesmal konnten die Mighty Dogs ihre Powerplayquote nicht verbessern und fanden keinen Weg an Sickinger vorbei. Nach einer gefährlichen Druckphase der Gastgeber gelang Ricards Bernhards schließlich der Anschlusstreffer zum 3:2, als er den Puck abstaubte. Plötzlich schien wieder alles möglich. Vier Minuten später erhielten diese Hoffnungen allerdings einen Dämpfer: Leon Decker beförderte einen versprungenen Puck vor dem Schweinfurter Tor über die Linie und stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her.
Wenig später legte Vogl im Powerplay zum 5:2 nach. Der Frust auf Schweinfurter Seite wurde zunehmend sichtbar, und erneut musste ein Spieler des ERV auf die Strafbank. Als auch Litesov für zwei Minuten vom Eis musste, waren die Mighty Dogs für rund eineinhalb Minuten gezwungen, in doppelter Unterzahl zu agieren. Mit viel Einsatz überstanden sie diese Phase jedoch ohne weiteren Gegentreffer. In der anschließenden Unterzahl setzte Ricards Bernhards seinen Mitspieler Dana gekonnt in Szene, der im Slot zum 5:3 traf. Der Treffer gab dem Schweinfurter Spiel noch einmal neue Energie, doch die Chancenverwertung blieb weiterhin eine der großen Baustellen. Eine Minute vor Spielende nahm Trainer Sergej Waßmiller Leon Pöhlmann zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis. Die Löwen bestraften das leere Tor allerdings bereits nach fünf Sekunden und erhöhten auf 6:3. Während des anschließenden Torjubels gerieten einige Spieler an der Bande aneinander, woraufhin auf beiden Seiten weitere Strafen wegen übertriebener Härte ausgesprochen wurden. Zwölf Sekunden vor dem Ende setzte Ovaska mit dem Treffer zum 7:3 den Schlusspunkt einer aus Schweinfurter Sicht enttäuschenden Partie.
Auch wenn die Mighty Dogs diesmal keine der Tiefschlafphasen aus den vergangenen Spielen zeigten, bleibt die Chancenverwertung in der Offensive weiterhin eine große Baustelle. Die Mannschaft erspielte sich über weite Strecken gute Möglichkeiten, belohnte sich dafür aber zu selten. Gleichzeitig nutzten die Waldkraiburger ihre Chancen konsequent und bestraften die Fehler der Schweinfurter eiskalt.
Die nächste Gelegenheit, vor dem Tor effizienter zu werden, bietet sich bereits am Sonntag, den 18.10.2026, um 18 Uhr. Dann empfangen die Mighty Dogs die Peißenberg Miners im heimischen Icedome. Mit Ilya Zheltakov dürfte dabei unter anderem ein weiterer gefährlicher Akteur für die Gäste auflaufen. Vor heimischem Publikum wollen die Schweinfurter die nächste Chance nutzen, um wieder Punkte einzufahren.
STATISTIK:
Tore:
Stand Zeit Team Torschütze 1. Assist 2. Assist
1:0 02:39 EHCW Sramek J. Bison B. Vogl N.
2:0 10:32 EHCW Sramek J. Kokeš M. Cejka M.
2:1 11:13 ERVS Bernhards R. Cermak T. Donins K.
3:1 15:52 EHCW Vogl N. Bison B. Kokeš M.
3:2 48:10 ERVS Bernhards R. Alksnis D. Cermak T.
4:2 52:20 EHCW Decker L. Ovaska S. Maierhofer F.
5:2 54:13 EHCW Vogl N. (5-4) Dzerins A. Ovaska S.
5:3 56:25 ERVS Dana J. (4-5) Alksnis D.
6:3 59:06 EHCW Decker L. (ENG) Happaranta M. Forsberg P.
7:3 59:49 EHCW Ovaska S. Houdek M. Vogl N.
Strafen: Waldkraiburg 18 Min // Schweinfurt 22 Min
Highlights und Pressekonferenz: https://sprade.tv/de/teams/2/schweinfurt-mighty-dogs

