Der TV Großwallstadt will seine Erfolgsserie gegen den Dessau-Roßlauer HV fortsetzen

Der TV Großwallstadt will seine Erfolgsserie gegen den Dessau-Roßlauer HV fortsetzen
Foto: Felix Müller

GROSSWALLSTADT – Nach sieben Punkten aus den vergangenen vier Begegnungen kehrt der TV Großwallstadt mit viel Selbstvertrauen in die Untermainhalle zurück.

Am Samstag, den 17. Oktober 2026, empfangen die Wällster um 18 Uhr den Dessau-Roßlauer HV 06. Der Tabellenfünfzehnte der 2. Handball-Bundesliga reist nach einem überraschenden Erfolg gegen Lübeck ebenfalls mit Rückenwind nach Elsenfeld.

Der TV Großwallstadt hat die schwierige Anfangsphase der Saison hinter sich gelassen. Nach drei Niederlagen zum Auftakt holte die Mannschaft von Trainer André Lohrbach aus den folgenden vier Begegnungen 7:1 Punkte. Dem Heimsieg gegen den ASV Hamm-Westfalen folgten das Unentschieden in Coburg sowie die Erfolge gegen den TV Emsdetten und beim TuS Ferndorf.

Gerade der jüngste Auftritt im Siegerland unterstrich die positive Entwicklung. Beim zuvor zu Hause ungeschlagenen TuS setzte sich der TVG deutlich mit 32:24 durch. Mit wechselnden Deckungsformationen verteidigten die Wällster das Ferndorfer Sieben-gegen-Sechs äußerst wirkungsvoll, provozierten Ballverluste und nutzten diese konsequent.

Nach sieben Spieltagen steht der TVG mit 7:7 Punkten und 215:214 Toren auf Tabellenplatz acht.

Dessau setzt gegen Lübeck ein Ausrufezeichen

Der Dessau-Roßlauer HV erlebte bislang einen wechselhaften Saisonstart. Nach einer deutlichen Auftaktniederlage beim TV Emsdetten feierten die Biber gegen die Eulen Ludwigshafen ihren ersten Erfolg. Anschließend musste sich das Team von Trainer Vanja Radić viermal in Folge geschlagen geben – wobei insbesondere die knappen Niederlagen gegen den VfL Eintracht Hagen und bei GWD Minden zeigten, dass Dessau trotz seiner Tabellenposition jederzeit gefährlich ist.

Am vergangenen Sonntag gelang dem DRHV schließlich der erhoffte Befreiungsschlag. Gegen den zuvor erst einmal bezwungenen VfL Lübeck-Schwartau setzte sich Dessau vor eigenem Publikum mit 37:33 durch.

Nach einem 16:17-Pausenrückstand steigerten sich die Biber deutlich und erzielten im zweiten Durchgang 21 Treffer. Selbst eine doppelte Unterzahl brachte die Gastgeber nicht aus dem Rhythmus. Mit einer kompakten Deckung und konsequent ausgespielten Angriffen setzte sich Dessau in der entscheidenden Phase ab.

Mit nun 4:10 Punkten und 219:236 Toren belegt der DRHV Tabellenplatz 15.

Schüler, Nowak und Hadzimuhamedovic im Blickpunkt

Erfolgreichster Dessauer Werfer gegen Lübeck war Mika Schüler mit elf Treffern. Der Rückraumspieler übernahm in wichtigen Situationen Verantwortung und überzeugte mit hoher Abschlussqualität.

Eine zentrale Rolle nimmt zudem Kapitän Marcel Nowak ein. Der Spielmacher ist nicht nur selbst torgefährlich, sondern organisiert das Angriffsspiel und sorgt mit seinem Tempospiel immer wieder für Druck. Beim 37:40 in Minden erzielte er ebenso wie Alen Hadzimuhamedovic elf Tore.

Auch Hadzimuhamedovic hat sich zuletzt als wichtiger Faktor erwiesen. Der Rückraumspieler übernimmt Verantwortung vom Siebenmeterpunkt und wird gemeinsam mit Nowak häufig im Innenblock eingesetzt. Auf den Außenpositionen sorgen Yannick-Marcos Pust und Simon Sirot für Geschwindigkeit.

Im Tor verfügt Dessau mit Philip Ambrosius über einen erfahrenen Rückhalt. Bei seinem 350. Pflichtspiel für den DRHV gelangen ihm gegen Lübeck neun Paraden und zwei Treffer in das verwaiste gegnerische Gehäuse.

Konzentrierte Abwehrarbeit erneut gefragt

Für den TVG wird es darauf ankommen, an die starke Defensivleistung von Ferndorf anzuknüpfen und den Dessauer Rückraum früh unter Druck zu setzen. Gerade nach Ballverlusten schalten die Gäste schnell um und suchen konsequent den Weg in die erste und zweite Welle.

Im eigenen Angriff müssen die Wällster geduldig bleiben und die zuletzt gute Chancenverwertung bestätigen. Dessau verteidigte gegen Lübeck aggressiv, verdichtete die Räume im Zentrum und ließ sich auch durch Unterzahlsituationen nicht aus dem Konzept bringen.

Die Tabellenposition des Gegners darf deshalb nicht täuschen. Der Sieg gegen einen der bisherigen Spitzenklubs hat gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Gleichzeitig möchte der TVG seine eigene Serie fortsetzen und den positiven Trend vor heimischem Publikum bestätigen.

Zwei offene Rechnungen aus der Vorsaison

An die beiden Ligaduelle der vergangenen Spielzeit hat Großwallstadt keine guten Erinnerungen. In der Untermainhalle setzte sich Dessau nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit 34:29 durch.

Noch enger verlief das Rückspiel in der Anhalt-Arena. In einem torreichen Schlagabtausch musste sich der TVG trotz 41 eigener Treffer denkbar knapp mit 41:42 geschlagen geben. Am Samstag bietet sich den Wällstern nun die Gelegenheit, diese Serie zu beenden.

Wer im Kader des TV Großwallstadt stehen wird, ist noch nicht sicher. Connar Battermann musste sich am Montag einer Zahn-OP unterziehen, die verletzten Durmić und Klein machen zwar große Fortschritte in der Reha, müssen aber vorsichtig wieder herangeführt werden.

Auf dem Bild: Žiga Urbič entwickelte sich in den letzten Spielen zu einem sicheren Rückhalt für sein Team
Foto: Felix Müller

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