150 Jahre DAV: Würzburg blickt auf eine bewegte Geschichte und eine starke Partnerschaft

150 Jahre DAV: Würzburg blickt auf eine bewegte Geschichte und eine starke Partnerschaft
Foto: Petra Steinbach

WÜRZBURG – Auf 150 Jahre Geschichte, beeindruckendes ehrenamtliches Engagement und eine enge Verbundenheit mit der Stadt und der Region blickt die Sektion Würzburg des Deutschen Alpenvereins (DAV) zurück.

Die Ausstellung „ZeitSpuren – Eine Bilderreise durch den DAV Würzburg“ würdigt die Geschichte der DAV-Sektion Würzburg und ihr vielfältiges Engagement für Sport, Gemeinschaft und die Region.

Bürgermeister Joachim Spatz eröffnete im Oberen Foyer des Rathauses die Ausstellung, die die wichtigsten Entwicklungen der Sektion seit ihrer Gründung beleuchtet.

Die Sektion Würzburg wurde im Oktober 1876, kurz nach der Gründung des Deutschen Alpenvereins, ins Leben gerufen und spielte eine wichtige Rolle bei dessen Ausbreitung nach Norden. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Würzburg ein bedeutender Ort für den Wiederaufbau des DAV. Bis heute hat die Stadt einen festen Platz im Verband. So fand im Juli dieses Jahres der erste bundesweite DAV-Strategiegipfel in Würzburg statt.

„Die DAV-Sektion Würzburg ist seit 150 Jahren eng mit unserer Stadt verbunden und ein wichtiger Akteur unserer Stadtgesellschaft“, betonte Bürgermeister Spatz. Als größter Sportverein der Stadt leiste der Alpenverein einen wertvollen Beitrag zum sportlichen und gesellschaftlichen Leben in Würzburg und der Region.

Ein besonderes Beispiel für die Leistungsfähigkeit und das Engagement der Sektion ist die alpine Infrastruktur, für die sie Verantwortung trägt. Dazu zählt vor allem die Vernagthütte auf 2.755 Metern Höhe in den Ötztaler Alpen in Tirol – das mit Abstand höchstgelegene Haus Würzburgs. Die jüngste umfassende Sanierung der Hütte erforderte Investitionen von rund 3,8 Millionen Euro. Mehr als 15.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden geleistet. Dieses Engagement verdeutliche, was durch den Einsatz vieler Freiwilliger und das gemeinsame Anpacken erreicht werden könne, hob Spatz hervor.

Der DAV bringe die Berge auch mitten nach Würzburg. Das moderne Kletterzentrum in der Zellerau sei ein hervorragendes Beispiel für die enge Partnerschaft zwischen Stadt und Sektion. Die Stadt unterstütze die Entwicklung unter anderem durch die Bereitstellung des Grundstücks im Rahmen einer Erbpacht. Als „Berghütte in der Stadt“ sei das Kletterzentrum weit mehr als eine Sportstätte: Es biete Raum für Begegnung, Inklusion und Gemeinschaft.

Das Angebot der DAV-Sektion reicht weit über das klassische Bergsteigen hinaus. Klettern, Wandern, Mountainbiken, Fitness, gemeinsame Touren und Ausbildungsangebote eröffnen Menschen unterschiedlicher Altersgruppen vielfältige Möglichkeiten, aktiv zu sein. Nicht zuletzt schule der DAV den sensiblen Umgang mit der Natur und ermögliche Naturerlebnisse abseits einer reizüberfluteten, hektischen Welt.

Besonders wertvoll sei der Beitrag des Vereins zur Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen sowie zu einem aktiven und gesunden Älterwerden. Getragen werde diese breite Palette an Aktivitäten vor allem durch das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder.

Mit Blick auf die Zukunft betonte Spatz die Bedeutung der weiteren Zusammenarbeit zwischen Stadt und DAV. Gemeinsam gelte es, den Bergsport noch mehr Menschen zugänglich zu machen – insbesondere Schülerinnen und Schülern sowie Seniorinnen und Senioren. Auch die Kooperation mit Schulen biete Chancen, Bewegung und Naturerlebnisse stärker im Alltag zu verankern.

Das 150-jährige Jubiläum sei deshalb nicht nur Anlass, auf eine beeindruckende Vereinsgeschichte zurückzublicken, sondern auch, neue Perspektiven zu entwickeln. Die Ausstellung im Rathaus macht die Entwicklung der Sektion Würzburg über eineinhalb Jahrhunderte sichtbar und würdigt die Menschen, die den Verein geprägt haben und bis heute tragen.

Professor Dr. Norbert Menke, erster Vorsitzender der DAV-Sektion Würzburg, zitierte in seinem Grußwort den satzungsgemäßen Zweck des DAV: „die Kenntnisse von den Alpen zu erweitern und zu verbreiten und ihre Bereisung zu erleichtern.“ In den Gründungsjahren der Sektion Würzburg ging es also darum, Menschen aus der Stadt und Region Würzburg den Zugang zum Bergsport zu ermöglichen, Kenntnisse über die Berge zu vertiefen sowie Gemeinsinn zu stärken. „Dieser Grundgedanke prägt den Deutschen Alpenverein und unsere Sektion Würzburg bis heute“, so Menke. Auch Norbert Menke sieht in der in den Bergen erlebbaren Entschleunigung in einer immer schnelllebigeren digitalen Zeit eine hohe Attraktivität und Erklärung für beständig steigende Mitgliederzahlen des DAV und der Sektion Würzburg.

Menke gedachte dem kürzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden Karlheinz Lang mit lobenden Worten für dessen Pioniergeist. Lang hat die Sektion Würzburg des DAV über 60 Jahre gestaltet und geprägt.

Mit einem herzlichen Dankeschön würdigte Menke das jahrzehntelange Engagement für die Sektion Würzburg des DAV von Herbert Erk als Bergkamerad, Ausbilder sowie lange Jahre als Schriftführer und zweiter Vorsitzender im Vorstand. Die aktuelle Ausstellung „ZeitSpuren“ hat Erk maßgeblich gestaltet und umgesetzt.

Die Ausstellung „ZeitSpuren – Eine Bilderreise durch den DAV Würzburg“ kann noch bis 30. Oktober im Würzburger Rathaus besichtigt werden.

Die Öffnungszeiten sind: Montag bis Donnerstag von 8.00 – 18:00 Uhr, Freitag von 8:00 – 13:00 Uhr.

Das Obere Foyer ist barrierefrei erreichbar. Der Eintritt ist frei.

Auf dem Bild: Eröffnung der Ausstellung „ZeitSpuren – Eine Bilderreise durch den DAV Würzburg“. V.l.n.r.: Ausstellungsgestalter Herbert Erk (DAV Würzburg), Kurt Markert (Referat Hütten und Bauwesen DAV Würzburg), Prof. Dr. Norbert Menke (1. Vorsitzender DAV Würzburg), Bürgermeister Joachim Spatz, Waltraud Markert (Veranstaltungsreferat DAV Würzburg), Tilman Zöller (dahinter; Betriebsleitung Kletterzentrum Würzburg) und Marlyn Weimer (Betriebsleitung Service Kletterzentrum Würzburg)
Foto: Petra Steinbach

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert