SCHWEINFURT / ANSBACH – Der eine Trainer war aber mal so richtig stinkesauer, der andere versuchte seine überdeutliche Kritik in noch halbwegs verschleierten Worten auszudrücken. Das Regionalliga-1:1 am Dienstagabend in der Schweinfurter Riedel Bau-Arena hatte sein Nachspiel, was in erster Linie mit der Szene in der 66. Minute zu tun hatte.
Da lief Kauris Bausenwein beim Stand von 0:0 alleine auf Ansbachs Keeper Nils Leidenberger zu, an ihm vorbei, ehe er abhob und flog, statt auf´s leere Tor weiter zu laufen. Diverse Bilder zeigen ziemlich deutlich einen Kontakt des Schlussmanns mit dem Schnüdel-Offensiven. Der hatte zuvor schon Gelb gesehen – und flog nun vom Platz, weil Schiedsrichter Maximilian Riedel keine Berührung gesehen haben wollte. Von „Unsportlichkeit“ und „Schwalbe im Strafraum“ schreibt auch heute noch der Bayerische Fußball-Verband im Internet.
Zu dem Thema nachher mehr. Vorab das: In Überzahl köpfte Eric Weeger Ansbach zur Führung, hatte durch den eingewechselten Dino Nuhanovic ordentliche Gelegenheiten auf das 2:0. Doch in Unterzahl glichen die Schweinfurter aus. Durch Johannes Theinhardt unhaltbaren Schuss. Der Abwehrmann wurde vom eingewechselten Maximilian Stahl bedient. Das wiederum brachte Niklas Reutelhuber auf die Palme.
„Das kotzt mich richtig an. Das sind zwei verlorene Punkte und darf nicht passieren“, grantelte Ansbachs Coach beim Fernseh-Interview und blieb auch in der offizellen Pressekonferenz kurzgehalten: „Nach einem 1:0 in Überzahl nicht zu gewinnen, das ist Wahnsinn. Ich bin bedient! So kann man nicht verteidigen. Wir hatten die Chance zum 2:0, wir hätten sie eher killen können.“ Weiteres wollte er nicht äußern, bevor er die Szene sah, die zum Platzverweis führte. „Ich kann nicht sagen, ob´s ein Elfmeter war. Dass ihr ihn fordert, ist aber klar!“ Inzwischen dürfte er einsehen: Der Punkt in Schweinfurt geht in Ordnung, auch weil Philipp Hack (5.), Mike Dellinger (50.) und Valentin Schmitt (60.) den FC 05 in Führung hätten bringen können, hätte nicht Nils Leidenberger drei Mal toll parierte.
„Wenn Philipps Freistoßball gleich zu Beginn rein geht, dann läuft die Partie anders“, weiß Schweinfurts Coach Jan Gernlein, der nach sieben Partien ohne Sieg, nur 14 Punkten aus 13 Partien und nun eben zwei Remis zuhause gegen gewiss schlagbare Gegner von Teilen der Fans schon angezählt wird. In erster Linie entzürnte ihn die 66. Minute…
„Zu einem Fußballspiel gehören zu Beginn 22 Spieler und drei Personen, die sich auch damit beschäftigen müssen… Wieso sollte sich ein Spieler, der am Torwart vorbei geht, der einen Kontakt bekommt, der zudem mit Gelb belastet ist, hinlegen? Da wird völlig unnötig ins Spiel eingegriffen. Aber gerade in München wird man das wieder anders sehen, da muss man ja alle schützen. Man kann nicht immer Repekt erwarten und sich dann anders verhalten!“
In der Pressekonferenz legte er nochmal nach: Ein Unparteiischer in dieser Liga müssen ausreichend Qualität haben. Man habe aber an seiner Körpersprache gesehen, wie unwohl er sich fühlte, als er merkte, dass Gelb einen Platzverweis zur Folge hatte. Aber: „Lauris geht ja nicht grundlos zu Boden. Ich kann eher damit leben, wenn er den Elfmeter nicht gibt als wenn er auch noch auf Schwalbe entscheidet. Respekt aber vor meinem Team, ich ziehe den Hut, das dann in Unterzahl noch zu drehen und in jeder Sekunde alles zu geben. Aber es ist Scheiße, wenn man nach dem Spiel über den Schiedsrichter sprechen muss!“
Bis zum Wochenende sollten sich die Gemüter wieder beruhigend. Dann brauchen Ansbach im Kellerduell und Derby gegen Greuther Fürth 2 und Schweinfurt beim FC Augsburg 2 unbedingt weitere Punkte. Notfalls auch jeweils wieder nur einen.
Ohne eine (allerdings kaum angekündigte) Freikartenaktion wären es wohl weniger als die ofizielle 1.316 Zuschauer im ziemlich leeren Rund geworden. Knapop ein Jahr zuvor war ja noch der VfL Osnabrück zu Gast in Schweinfurt. Die Zuschauerzahl in der Riedel Bau-Arena hat sich nach dem direkten Wiederabstieg gedrittelt, mal abgesehen vom ersten Auftritt der Münchner Löwen. Das nächste Heimspiel wieder Freitagabend gegen Schlusslicht Landsberg findet erneut parallel zu einem Eishockey-Heimspiel der Mighty Dogs statt.
In Aubstadt kamen die Grabfelder ebenfalls zu einem Remis in Unterzahl. Allerdings fielen vor und nach Gelb-Rot für Servero Sturm Mitte der zweiten Halbzeit in der von 391 Zuschauern besuchten Partie gegen Illertissen keine Tore. Mit 15.000 Zuschauern war das Grünwalder Stadion auch beim 2:1 des TSV 1860 München gegen bayreuth ausverkauft. Tabellenführer ist nun der FC Memmingen, nachdem Buchbach gegen Augsburg 2 zuhause mit 1:4 unterlag. Dann folgen schon die Löwen und Unterhaching, beide mit jeweils zehn Punkten mehr auf dem Konto, als die der gegen den Abstieg kämpfende 1. FC Schweinfurt 05 hat…
Sport König aus Werneck im Landkreis Schweinfurt präsentiert den regionalen und lokalen Fußball. Darunter folgen noch die Statistik, dann das Video der Pressekonferenz und darunter viele Fotos der Partie Schweinfurt gegen Ansbach.

Fußball-Regionalliga Bayern: 1. FC Schweinfurt 05 – Spvgg Ansbach: 1:1 (0:0)
Schweinfurt: Jan Mottl – Kevin Frisorger (ab 86. Radzivon Hushcha), Pietro Besso, Johannes Theinhardt – Lauris Bausenwein, Nils Piwernetz (ab 86. Leonard Krasniqi), Kevin Fery, Philipp Hack (ab 75. Maximilian Stahl), Jason Prodanovic – Michael Dellinger, Valentin Schmitt (ab 62. Gil Ebner); Trainer: Jan Grenlein
Ansbach: Nils Leidenberger – Luis Althaus (ab 82. Mirko Puscher), Matthias Hahn, Eric Eeeger, Riko Manz – Tobias Dietrich, Ben Müller (ab 82. Janis Gesell) – Lukas Schmidt (ab 62. Leon Stauber), Nico Hayer (70. Dino Nuhanovic), Björn Angermeier (ab 70. Tarkan Ücüncü) – Patrick Kroiß; Trainer Niklas Reutelhuber.
Schiedsrichter: Maximilian Riedel (FC Horgau) – Michael Krug, Alessa Plass
Tore: 0:1 (71.) Eric Weeger, 1:1 (89.) Johannes Theinhardt
Gelbe Karten: Fery, Bausenwein, Ebner – Weeger, Heyer
Gelb-Rot: Lauris Bausenwein (66.)
Zuschauer: 1.316






























