The World’s Smartest Smart Home: Veitshöchheimer Unternehmen bekommt in Hamburg einen Preis

The World’s Smartest Smart Home: Veitshöchheimer Unternehmen bekommt in Hamburg einen Preis

HAMBURG / VEITSHÖCHHEIM BEI WÜRZBURG – Die CASAIO GmbH aus Veitshöchheim bei Würzburg hat den KNX Award 2026 in der Kategorie „Smart Home – Europe“ gewonnen.

Ausgezeichnet wurde ein Smart-Home-Großprojekt in Hamburg, das unter dem Titel „The World’s Smartest Smart Home“ ins Rennen ging.

Die KNX Association kürte am 6. Oktober die Sieger unter den nominierten Projekten aus aller Welt. Mit dem Preis geht eine der begehrten Auszeichnungen für intelligente Gebäudetechnik nach Unterfranken.

KNX und die KNX Awards

KNX entstand mit dem Ziel, einen gemeinsamen Standard für die Gebäudeautomation zu schaffen, damit Produkte unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren können. In einem Smart Home auf KNX-Basis kann grundsätzlich jedes KNX-zertifizierte Gerät eingebaut werden.

Rund 500 Hersteller bieten inzwischen über 8.000 zertifizierte Produkte an – das eröffnet enorme Gestaltungsspielräume. Durch diese schiere Zahl an Optionen lassen sich Smart Homes gestalten, die sowohl beim Design als auch bei den Funktionen sehr individuell sind.

Hinter KNX steht die KNX Association, ein internationaler Zusammenschluss von Herstellern und Unternehmen, der den KNX-Standard verwaltet und weiterentwickelt. Alle zwei Jahre zeichnet sie besondere Projekte auf der ganzen Welt mit den KNX Awards aus.

Dabei gibt es verschiedene Kategorien zu gewinnen, etwa für Innovation, Nachhaltigkeit oder Bildung, den Publikumspreis sowie regionale Smart-Home- und Smart-Building-Awards.

Ein Rundgang durch die smarte Villa

Die Dimensionen der smarten Villa sind außergewöhnlich: 180 Kilometer Kabel, 25 Elektroverteiler und 21 KNX-Linien bilden die technische Basis des Projekts. Zum Vergleich: In einem klassischen Einfamilienhaus kommen meist nur zwei bis drei KNX-Linien zum Einsatz. Wie viel allein 180 Kilometer Kabel sind, lässt sich kaum vorstellen – aneinandergereiht entspricht das mehr als 500 Runden um ein Fußballfeld.

Nicht nur das Ausmaß der Hardware ist beeindruckend, sondern vor allem das, was sie ermöglicht. Ein kleiner Rundgang durch das Gebäude zeigt, wie ausgeklügelt die dahinterliegende Technik ist.

Wer klingelt, wird über eine Video-Türsprechanlage erfasst, das Bild erscheint auf einem der rund 30 Touchpanels im Haus. Radarsensoren an der Fassade registrieren Bewegungen rund um das Gebäude, die Zutrittskontrolle an den Außentüren regelt, wer das Haus betreten darf.

Wer hingegen mit dem Auto kommt, nimmt den Weg über die Tiefgarage. Auch hier ist die Gebäudeautomation allgegenwärtig: Flache LED-Panels sorgen für eine helle, gleichmäßige Ausleuchtung, und die Schleusentüren ins Haus verbinden Zutrittskontrolle mit Fluchtwegsicherheit – von außen nur mit Berechtigung zu öffnen, von innen jederzeit frei passierbar. Hinzu kommt eine Entrauchungsanlage für den Brandfall. Vom Untergeschoss aus erschließt ein Aufzug die weiteren Etagen des Hauses.

Im Inneren empfängt die Besucher ein Licht, das sich am natürlichen Tagesverlauf orientiert: Das Human Centric Lighting passt Helligkeit und Lichtfarbe an die Tageszeit an – morgens aktivierend, abends warm und gedämpft. Die Vision des Bauherrn: Das Licht soll den Bewohnern künftig beim Gang über die Treppe folgen.

Gesteuert wird das Haus über Taster und Panels oder per Sprache. Der hauseigene Sprachassistent versteht Befehle, aber auch Zusammenhänge: Sagt jemand „Mir ist zu warm und die Sonne blendet“, fährt das Haus eigenständig die Beschattung herunter. Musik ist über Einbaulautsprecher raumweise oder im ganzen Stockwerk abspielbar.

Im Wellnessbereich lässt sich die Sauna bequem per App steuern, schaltbares Glas wechselt auf Knopfdruck von klar zu milchig und sorgt so für Privatsphäre. Ein Stockwerk tiefer wartet der Partykeller mit eigener Showlichttechnik – von Moving Heads bis zur Discokugel – sowie ein Heimkino.

Auch der Garten ist Teil des smarten Systems: Wasserspiele und Fontänen, eine aufwendige Außenbeleuchtung sowie eine Infrastruktur, die bereits heute für künftige Erweiterungen vorbereitet ist.

Eine besondere Herausforderung war es, ein durchgängiges Bedienkonzept zu schaffen. „Das ist die wahre Kunst“, so Dr. Thomas Lübbeke, Gründer und Geschäftsführer von CASAIO. „Ein Smart Home wird nicht allein dadurch nützlich, dass viel Technik drinsteckt. Es muss für die Bewohner und auch für Gäste intuitiv zu bedienen sein.“

Weitere technische Details unter: https://www.knx.org/de/node/104915

Ingenieurskunst trifft auf Entwicklergeist

Das Haus ist nicht nur technisch hoch entwickelt, sondern zugleich ein Forschungsprojekt, in dem die Grenzen intelligenter Gebäudeautomation ausgelotet werden. In enger Abstimmung mit dem Entwicklerteam des Bauherrn plant und programmiert CASAIO dafür die KNX-Installation.

Ein Beispiel ist das Energiemanagement: Studien zufolge lassen sich durch moderne Gebäudeautomation je nach Anwendung signifikante Einsparungen erzielen. Genau hier sollen innovative Lösungen zum Tragen kommen.

Das Haus ist ein ideales Versuchsfeld für nachhaltige Energiekonzepte, weil KNX als offener Standard flexibel erweiterbar ist und sich neue Funktionen auch nachträglich integrieren lassen. Im Zentrum der Forschungsarbeit steht der Gedanke, verschiedene Wärmequellen im Gebäude intelligent miteinander zu vernetzen und Abwärme sinnvoll zu nutzen.

Darüber hinaus beschäftigt sich das mehrköpfige Entwicklerteam mit der Frage, wie ein Zuhause die Bedürfnisse seiner Bewohner besser erkennen und vorausschauend darauf reagieren kann. Künstliche Intelligenz und ein speziell dafür entwickelter Sprachassistent spielen dabei eine zentrale Rolle – mit einem klaren Grundsatz: Die Daten bleiben im Haus. An welchen Lösungen genau gearbeitet wird, will der Bauherr, selbst Teil des Entwicklerteams, nicht verraten.

Wer steht hinter dem Gewinnerprojekt?

Angefangen hat alles mit einem Badlüfter: In seiner Studentenwohnung programmierte Thomas Lübbeke ihn per KNX so, dass er nur noch bei zu hoher Luftfeuchtigkeit ansprang. „Das war für mich ein Schlüsselerlebnis. Von da an wusste ich, wie sehr intelligente Technik den Alltag verbessern kann“, so der Smart-Home-Experte.

2012 plante und programmierte er als Autodidakt die KNX-Anlage im eigenen Altbau und begann schon während der Sanierung, andere Bauherren zu beraten.

2016 gründete er CASAIO. Seitdem hat das Team zahlreiche Smart-Home-Projekte begleitet – vom 60-m²-Loft bis zur 1.500-m²-Villa. Das blieb nicht unbemerkt: Bereits 2018 erhielt CASAIO den KNX Award für ein Plusenergiehaus bei Würzburg.

Neben Full-Service-Projekten unterstützt das Unternehmen auch Bauherren, die ihr Smart Home selbst planen möchten, so wie Lübbeke damals bei seinem eigenen Altbau.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, aber ausruhen werden wir uns darauf nicht“, sagt Lübbeke. „Wir haben bereits viele Ideen, wie wir unser Angebot weiterentwickeln, damit noch mehr Bauherren ihren Traum vom Smart Home verwirklichen können.“

Kurzprofile:

Über CASAIO

Die CASAIO GmbH aus Veitshöchheim bei Würzburg ist auf intelligente Gebäudetechnik mit KNX für private Wohnhäuser spezialisiert. Das 2016 von Dr. Thomas Lübbeke gegründete Unternehmen plant und programmiert Smart Homes im Full-Service und unterstützt mit der KNX-Masterclass Bauherren, die ihr Smart Home selbst planen möchten. CASAIO wurde 2018 und 2026 mit dem KNX Award ausgezeichnet.

Über Dr. Thomas Lübbeke

Dr. Thomas Lübbeke gründete CASAIO 2016 und hat seitdem mit seinem Team zahlreiche Smart-Home-Projekte begleitet. Der KNX-Experte ist zudem Autor des Buchs „Dein Weg zum Smart Home“ und unterstützt mit der KNX-Masterclass Bauherren, die ihr Smart Home selbst planen.

Das Projekt in Zahlen
Auszeichnung KNX Award 2026, Kategorie „Smart Home – Europe“
Verleihung 6. Oktober 2026, KNX Association
Projekttitel The World’s Smartest Smart Home
Standort Hamburg (privates Wohnhaus)
Kabel 180 km (entspricht mehr als 500 Runden um ein Fußballfeld)
Elektroverteiler 25
KNX-Linien 21 (klassisches Einfamilienhaus: 2–3)
Touchpanels rund 30
Licht Human Centric Lighting, Kronleuchter aus 26 einzeln steuerbaren Glaskugeln
Bedienung Taster, Touchpanels, App und kontextverstehende Sprachsteuerung
Besonderheit Forschungsprojekt zu Energiemanagement und KI; Daten bleiben im Haus

Mehr:
https://www.knx.org/de/node/104915
http://web.casaio.de/knx-award-2026-casaio

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