SCHWEINFURT – Eine Unternehmergeschichte wirft ein echtes Schlaglicht auf das Thema gelungene Integration. Es geht um Amira Charaf Iddin, die vor zwei Jahren in der Nähe des Schweinfurter Hauptbahnhofs den „Jima Salon“ eröffnete.
Nun steht am kommenden Montag, den 5. Oktober, die Feier des zweijährigen Bestehens an: Jeder Interessent ist von 15:00 bis 19:00 Uhr im Salon herzlich willkommen. Und die Geschichte geht stark weiter: Der Salon wurde gerade modernisiert, die Familie schafft neue Ausbildungsplätze, und rund um den Hauptbahnhof ist der Betrieb mittlerweile eine feste, neutrale Anlaufstelle für alle Bürger geworden.
Amira Charaf Iddin erzählt nun aus ihrer eigenen Perspektive, warum sich der steinige Weg in die Selbständigkeit lohnt – ein Text, der gerade anderen Menschen mit Migrationshintergrund Mut machen soll.
„Am 5. Oktober 2026 feiere ich mit meinem Team das zweijährige Bestehen meines Friseursalons nahe dem Schweinfurter Hauptbahnhof. Zu diesem Geburtstag ist jeder herzlich eingeladen: Wir feiern in der Zeit von 15:00 bis 19:00 Uhr direkt bei uns im Salon. Als Dankeschön für die Unterstützung in den vergangenen 24 Monaten habe ich mir für meine Kunden und alle Gäste ein Glücksrad mit kleinen Geschenken überlegt, und es wird leckeres Essen geben.
Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, wird mir wieder bewusst: Es ist kein einfacher Weg in die Selbständigkeit, gerade wenn man sich in einem neuen Land alles von Null aufbauen muss. Aber dieser Weg lohnt sich.
Seit unserem Einjährigen im vergangenen September ist viel passiert. Ein Moment hat mich im letzten Jahr besonders berührt: Der Zeitungsbericht über mich wurde in Schulen im Unterricht besprochen. Die Lehrer haben ihn als echtes Beispiel für funktionierende Integration genutzt. Das zeigt mir, dass meine Geschichte anderen Menschen Mut machen kann, die als Ausländer nach Deutschland kommen und vor großen bürokratischen und sprachlichen Hürden stehen. Mittlerweile kommen auch regelmäßig Schülerinnen und Schüler zu uns, um im Salon ihr Schulpraktikum zu absolvieren und in den Beruf hineinzuschnuppern.
Auch im Team gehen wir wichtige Schritte nach vorne. Mein Sohn Jad unterstützt mich weiterhin tatkräftig – er ist inzwischen im dritten Lehrjahr und hat das feste Ziel, nach der Ausbildung seinen Meisterbrief zu machen. Besonders stolz bin ich darauf, dass wir im September eine weitere Auszubildende bei uns begrüßen durften. Damit wächst unser kleiner Betrieb, und wir schaffen aktiv neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze hier in der Region.
Rund um den Hauptbahnhof hat sich die Struktur stark verändert: Im Umkreis von einem Kilometer sind wir mittlerweile der einzige Friseursalon, der sich nicht auf eine ganz bestimmte Zielgruppe spezialisiert hat. Bei uns im Jima Salon gibt es keine Ausgrenzung. Egal ob jung oder alt, ob Mann oder Frau, ob aufwendiges Färben oder klassisches Bartschneiden – jeder Mensch ist bei uns willkommen und wird mit oder ohne Termin bedient.
Damit sich unsere Kunden noch wohler fühlen, verändern wir auch das Umfeld Stück für Stück. Erst vor wenigen Tagen haben wir den Salon verschönert, neue Möbel angeschafft und moderne, bequeme Stühle aufgestellt. Ich bin unendlich dankbar für die vielen Stammkunden, die uns mittlerweile regelmäßig ihr Vertrauen schenken. Diese Treue gibt mir und meinem Team die Kraft, jeden Tag das Beste zu geben. Ich blicke mit großer Vorfreude und Spannung darauf, was das nächste Jahr für uns bereitstellt.“
Auf dem Bild: Inhaberin Amira Charaf Iddin und ihr Sohn Jad (im Spiegelhintergrund) im frisch modernisierten Jima Salon.
Bild: Privat
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