STADT UND LANDKREIS WÜRZBURG – Regional genießen, saisonal entdecken und Landwirtschaft vor Ort erleben: Der Biomarkt der Öko-Modellregion stadt.land.wü. hat Erzeugerinnen und Erzeuger aus dem Landkreis Würzburg mitten in die Stadt gebracht.
Die eintägige Veranstaltung auf dem Unteren Markt zeigte die Vielfalt der heimischen Bio-Landwirtschaft und ermöglichte den direkten Austausch mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Bilanz des Erntejahrs
Gerade das Erntejahr 2026 zeigt, was Regionalität und Saisonalität konkret bedeuten: Knoblauch konnte noch rechtzeitig vor der Hitzewelle geerntet werden, Kichererbsen überzeugten mit hervorragender Qualität, während Kartoffeln vielerorts aufgrund schwieriger Wachstumsbedingungen klein blieben. Nicht jedes Produkt ist zu jeder Zeit in gleicher Menge verfügbar.
Von A wie Apfel bis Z wie Zuckerhut machte der Biomarkt die Vielfalt des heimischen Bio-Anbaus im Spätsommer und Herbst sichtbar. „Regionale Erzeuger und lokale Nahversorgung zu stärken ist ein wichtiger Baustein, um die Wertschöpfung und wohnortnahe Versorgung stärker miteinander zu verbinden. Damit erfüllt der 3. Regionale Biomarkt im Herzen der Stadt gleich mehrere Aspekte unseres verabschiedeten Klimaschutzkonzepts“, sagte Stadtratsmitglied Rena Wiesner bei der Eröffnung.
Der Öko-Landbau in der Region wächst
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat sich der Ökolandbau in der Region in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzfläche stieg von 11,8 Prozent im Jahr 2021 auf 16,3 Prozent im Jahr 2025. Im Weinbau wuchs der Öko-Anteil von 14 auf 15 Prozent. Zugleich nahm das Interesse an einer Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung deutlich zu: Die Zahl der Teilnehmenden an den Umstellerveranstaltungen der Öko-Modellregion erhöhte sich von 22 im Jahr 2022 auf 92 im Jahr 2026.
Landrat Thomas Eberth sieht darin auch eine Bestätigung der Arbeit der Öko-Modellregion stadt.land.wü. und einer Idee, die ihn bereits seit 2021 beschäftigt: Erzeuger aus dem Landkreis bei einem Bauernmarkt mitten in der Stadt mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern zusammenzubringen. „Das ist für die Stärkung der gesamten Region langfristig nur von Vorteil. Am Ende soll die ganze Region von einer Verbindung zwischen regionaler Landwirtschaft und Verbrauchern profitieren“, so Eberth, der genauso wie Öko-Modellregionsmanagerin Hanna Dorn dem Kreistag und der Sparkasse Mainfranken Würzburg für die bereitgestellten Mittel zur Unterstützung des Projekts dankte.
Bergtheimer Mulde als größtes Bio-Gemüseanbaugebiet Bayerns
Auf die besondere Bedeutung des Bio-Anbaus in der Region verweist auch Dorit Bollmann aus dem Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken, das die Öko-Modellregion fachlich, organisatorisch und finanziell unterstützt. „Mit der Bergtheimer Mulde beherbergt der Landkreis Würzburg das größte Bio-Gemüseanbaugebiet Bayerns. Rund ein Drittel des im Freistaat verkauften Bio-Gemüses stammt von dort. Jetzt muss es nur noch den direkten Weg auf die Teller der Bürgerinnen und Bürger finden“, so Bollmann. Zugleich zählt die Region zu den trockensten Bayerns. Umso wichtiger ist die Netzwerkarbeit der Öko-Modellregion mit Blick auf die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen.
Nach inzwischen drei regionalen Biomärkten soll nun gemeinsam mit den teilnehmenden Erzeugerinnen und Erzeugern Bilanz gezogen werden: Was hat sich bewährt? Wo besteht Verbesserungspotenzial? Und wie lässt sich das Angebot noch besser auf die Bedürfnisse von Erzeugern und Verbrauchern abstimmen? Angesichts einer abnehmenden Zahl an Bio-Märkten und Bio-Läden sollen auch neue Vermarktungswege geprüft werden. Ein möglicher Ansatz sind Bio-Feierabendmärkte, wie sie bereits in anderen Städten erprobt werden. Ziel bleibt, den Absatz regional produzierter Bio-Lebensmittel langfristig zu stärken und den Bürgerinnen und Bürgern einen einfachen Zugang zu diesen Produkten zu ermöglichen.
Welchen Mehrwert die Veranstaltung bietet, zeigt auch die Auszeichnung durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus sowie die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern: Der Bio- und Streuobstmarkt vergangenes Jahr in Würzburg erhielt das Prädikat „Schönster Bio-Erlebnistag 2025“.
Auf dem Bild: Über die Auszeichnung des Bio- und Streuobstmarkts als „Schönster Bio-Erlebnistag 2025“ und die positive Entwicklung der Öko-Modellregion stadt.land.wü. freuen sich Dorit Bollmann aus dem Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken (von links), der Klimaschutzmanager der Stadt Würzburg, Markus Leisegang, Projektmanagerin Hanna Dorn, Stabstellenfachbereichsleiter Rico Neubert, Landrat Thomas Eberth und Stadträtin Rena Wiesner.
Foto: Michael Grönert

