Ein Landkreis, 34 Kulturangebote: „1 Stunde Kultur“ lud zum Entdecken ein – die dritte Auflage führte von morgens bis abends durch die Kulturszene zwischen Rhön und Fränkischem Saaletal

Ein Landkreis, 34 Kulturangebote: „1 Stunde Kultur“ lud zum Entdecken ein – die dritte Auflage führte von morgens bis abends durch die Kulturszene zwischen Rhön und Fränkischem Saaletal
Foto: Landkreis Bad Kissingen/Leopold Werner

LANDKREIS BAD KISSINGEN – Morgens Kunst auf sich wirken lassen, nachmittags bei einer Führung in die Geschichte eintauchen und abends unterm Sternenhimmel der Musik lauschen: Wer am vergangenen Samstag im Landkreis Bad Kissingen unterwegs war, konnte sich sein eigenes Kulturprogramm zusammenstellen.

Die dritte Auflage der „1 Stunde Kultur“ bot 34 Programmpunkte an zahlreichen Orten im Landkreis. Rund 180 Menschen gestalteten den Aktionstag mit, der auch in diesem Jahr vom Projektmanagement Kultur des Landkreises koordiniert wurde.

Neu war in diesem Jahr das Motto „Rund um die Uhr!“: Statt gleichzeitig fanden die jeweils einstündigen Angebote gestaffelt zwischen 10 und 21 Uhr statt. So konnten Besucherinnen und Besucher mehrere Stationen ansteuern. Das Programm reichte von Musik und Theater über Kunst und Heimatgeschichte bis zu Aktionen, bei denen das Publikum selbst mitmachen konnte.

In Bad Kissingen sorgten historische Kurgäste in Gewändern des 19. Jahrhunderts für ungewöhnliche Begegnungen im Kurpark und Rosengarten. In der Fußgängerzone lud der Integrationsbeirat mit einem Flashmob zum Mittanzen ein. Wer es ruhiger mochte, konnte im Pavillon der Religionen Mantras mitsingen oder in der Oberen Saline die Ausstellung der Künstlergruppe ART97688 besuchen. Im Kardinal-Döpfner-Museum stand das Leben des aus Hausen stammenden Kardinals im Mittelpunkt. In Aschach verband eine musikalische Lesung Geschichte und Musik.

Auch im Saaletal gab es viel zu entdecken: Das Museum Herrenmühle in Hammelburg widmete sich Brot und Wein. Später trafen auf dem Marktplatz Hammelburger Weine auf Schokolade aus der belgischen Partnerstadt Turnhout. Im Bürgerhaus kamen Musik, Kunst und Stadtgeschichte zusammen; im Filmclubheim Westheim gab es einen filmischen und fotografischen Rückblick auf Robert Höfling und Conny Albert. In Langendorf öffnete der Musikverein seine Probe für alle Interessierten. Thulba erlebte einen Flashmob mit Blasmusik und Chorgesang, Euerdorf ein Hofkonzert. Eine Führung durch die Kirche in Aura erzählte von der Geschichte des Klosters.

Gleich drei Angebote kamen aus dem Haus erLebenskunst in Ramsthal: Am Vormittag stellten Kinder in einem Theaterworkshop die Geschichte von Rotkäppchen auf den Kopf. Am Nachmittag setzten sich Künstlerinnen und Künstler mit der Rolle Ramsthals als Teil der Welt auseinander, und abends konnten Gäste beim Improvisationstheater selbst kreativ werden.

In Bad Brückenau begann der Kulturtag schon am Vormittag mit Bildern, Frühschoppen und Fairtrade im Weltladen. Eine Fotoaktion lenkte den Blick auf das historische Stadtbild, eine Sonderführung erinnerte an den großen Stadtbrand vor 150 Jahren. Im Popup-Store KreativSinn war der Puppendoktor beim Repair-Café dabei. In Römershag erfuhren Interessierte mehr über die frühere Krugproduktion. Den musikalischen Schlusspunkt in Bad Brückenau setzte Gitarrist Ignaz Netzer mit einem Blueskonzert. Auch am Himmelsschauplatz Detter konnten Besucherinnen und Besucher der Musik lauschen – verbunden mit einer Führung unterm Sternenhimmel.

Weiter nördlich öffnete in Motten der Künstler Peter H. Blum sein Atelier. Die Werberger Stube in Kothen nahm Gäste mit in die Geschichte des einstigen Dorfes Werberg. In Münnerstadt erzählte das Henneberg-Museum von Kelchen und Krügen und ließ bei einem Gespräch die „Münnerstadt-Macher“ zu Wort kommen. Anschließend bot die rollende Bühne „Trudi Tralala“ am Skaterplatz Platz für Musik, Tanz und Beiträge beim Open Mic.

„Die dritte Auflage von ‚Eine Stunde Kultur’ war ein voller Erfolg. Die Idee, die kulturellen Angebote über den Tag zu verteilen, ist richtig gut angekommen“, bilanziert Landrat Mario Götz. Vorsichtig geschätzt, seien insgesamt rund 1.000 Besucherinnen und Besucher vor Ort gewesen. „Die Aktion hat erneut gezeigt, wie viele Menschen das kulturelle Leben in unserem Landkreis gestalten – und wie viel sich entdecken lässt, wenn man sich einfach auf den Weg macht.“

Fotos und weitere Informationen gibt es unter www.kultur-kg.de/einestundekultur.

Auf dem Bild: Bei der offenen Probe des Musikvereins Langendorf hatten die Zuhörenden genau so viel Spaß wir die Musizierenden.
Foto: Landkreis Bad Kissingen/Leopold Werner

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