Das Eis ist gebrochen: Die Fitness First Würzburg Baskets siegen bei Ratiopharm Ulm

Das Eis ist gebrochen: Die Fitness First Würzburg Baskets siegen bei Ratiopharm Ulm
Hintere Reihe von links nach rechts: Aaron Kayser, Brandon Tischler, Eddie Colbert III, Leo Saffer, Alen Pjanic, Charles Thompson, Maskottchen Olli99, Marvin Ogunsipe, Sam Griffin, Max Jones, Jervis Scheffs, Marko Petric, Paul Plato. Vordere Reihe von links nach rechts: Athletiktrainer Pako Skecic, Assistant Coach Marcin Wit, Assistant Coach Dejan Mihevc, Headcoach Saša Filipovski, Lon Lican, Kenny Dye, Lukas Herzog, Calvin Wishart, Teammanager Ole Freytag, Physiotherapeutin Sabrina Damrich, Physiotherapeutin Sabrina Paulus, Physiotherapeutin Jennifer Hamburg. Foto-Credit: studiozudem.de/Viktor Meshko

ULM / WÜRZBURG – Die Fitness First Würzburg Baskets sind in der Saison angekommen: Weniger als 48 Stunden nach der Heimniederlage gegen Oldenburg gelang dem Team von Headcoach Saša Filipovski in der easyCredit BBL am frühen Sonntagabend ein deutlicher 90:73-Erfolg bei ratiopharm ulm.

Auf dem Weg zu ihrem ersten Saisonsieg lagen die Baskets nach dem ersten Viertel mit acht Punkten in Rückstand (24:16), drehten die Partie aber mit einem bärenstarken zweiten Abschnitt, in dem die Gastgeber nur neun Punkte erzielen konnten.

Kurz vor Ende des dritten Viertel war es wieder eine enge Partie (53:54, 28. Minute), dann legten die Gäste in der Verteidigung und beim Rebound noch einmal zu, trafen ihre Dreier und setzten sich schon fünf Minuten vor dem Ende durch zwei Dreier von Sam Griffin und Calvin Wishart vorentscheidend ab (60:77). „Nach dem ersten Viertel haben wir sehr gut gespielt und auch unsere Würfe getroffen. Ich bin glücklich über den Sieg. Es gibt aber noch viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen“, sagte Saša Filipovski.

Topscorer der Begegnung war Calvin Wishart mit einer neuen persönlichen BBL-Bestleistung von 18 Punkten. Außerdem trafen auf Würzburger Seite Eddie Colbert III bei seinem zweiten Double-Double (14 Punkte/11 Rebounds), Brandon Tischler (11), Sam Griffin (11) und Charles Thompson (10) zweistellig. Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets am Freitag um 20 Uhr mit dem Heimspiel des 4. Spieltags gegen die Telekom Baskets Bonn. Tickets für das Playoff-Rematch gibt es im Onlineshop.

Die Physis und Energie aus dem Training auch im Spiel zeigen, das forderte Headcoach Saša Filipovski bereits am Freitag in der Halbzeitpause der Partie gegen Oldenburg von seinem Team. Im dritten Viertel des Heimspiels und zwei Tage später in der ratiopharm arena zeigten seine Jungs, dass die Botschaft angekommen ist. Zwar ging Ulm vor gut 4.200 Zuschauenden in der ratiopharm arena im ersten Viertel in Führung und lag nach zehn Minuten mit 24:16 vorn. Das lag aber nicht am fehlenden Einsatz der Gäste, sondern am Pech bei einigen Abschlüssen, bei denen der Ball nicht in den Ulmer Korb fallen wollte.

Das änderte sich unmittelbar nach Beginn des zweiten Abschnitts, als Lukas Herzog den ersten von drei Würzburger Dreiern in Folge traf und die Baskets durch einen 11:2-Lauf zum ersten Mal in Führung gehen konnten. Der gesundheitlich angeschlagene Kapitän Alen Pjanic traf nach einem Offensivrebound von Brandon Tischler von außen zum 26:27 in der 14. Minute.

Würzburger Offensivrebounds und Ulmer Ballverluste sollten auch im weiteren Verlauf eine entscheidende Rolle spielen. Von insgesamt 47 Abprallern unter dem Korb der Gastgeber schnappten sich die Gäste sage und schreibe 23, jeweils fünf landeten in den Händen von Eddie Colbert III und Charles Thompson. Das führte zusammen mit zehn Ballgewinnen unter dem Strich zu 23 Abschlüssen mehr aus dem Spiel heraus, die die Baskets aus allen Lagen auch hochprozentiger verwerten konnten als die Ulmer.

Dazu kam viel Energie in der Verteidigung, die den Gastgebern vor allem im zweiten und vierten Viertel das Leben sehr schwer machte. Folgerichtig ging Abschnitt Nummer zwei mit 25:9 an die Baskets, die nach einem Dreier von Eddie Colbert mit acht Punkten Vorsprung in die Kabine gehen konnten (33:41).

Ulm startete wie erwartet mit viel Energie in die zweite Halbzeit und verkürzte den Rückstand innerhalb von zweieinhalb Minuten durch einen 9:2-Lauf auf 42:43 (23. Minute). In Führung gehen konnten die Gastgeber im weiteren Verlauf der Partie aber nicht mehr. Die Baskets hatten auf jede erfolgreiche Offensivaktion der Hausherren eine passende Antwort.

Eine Minute vor der letzten Viertelpause war Ulm nach einem Korbleger von Dwayne Koroma zum 55:58 weiter im Spiel, dann erzielte Calvin Wishart vier Punkte zum Zwischenstand von 55:62 und startete damit die entscheidende Phase der Begegnung: Ein viertelübergreifender 11:1-Lauf der Baskets endete mit dem nächsten Wishart-Korbleger zum 56:69 (33. Minute).

Zwei Minuten später hatten die Gäste ihren Vorsprung durch Drei-Punkte-Treffer von Sam Griffin und Calvin Wishart auf 60:77 ausgebaut (35. Minute). Damit war der Widerstand der Ulmer gebrochen, kleiner als 15 Zähler wurde der Abstand nicht mehr. In der Schlussminute konnte Max Jones mit zwei Dreiern Selbstvertrauen tanken, Eddie Colbert traf per Korbleger zum deutlichen Endstand von 67:90, das ist der höchste Würzburger Sieg in bisher 42 Duellen gegen ratiopharm ulm.

Stimmen zum Spiel

Calvin Wishart, Fitness First Würzburg Baskets:
„Die Heimniederlage am Freitag war ein Weckruf für uns. Unser Coach hat uns gesagt, dass wir mit Selbstvertrauen spielen und das zeigen sollen, was wir uns im Training hart erarbeitet haben. Das wollten wir beweisen und auch unseren Fans zeigen. Das haben wir heute getan, und das Ergebnis war gut. Beim Rebound war es wichtig, dass wir frühe und gute Positionen beim Boxout hatten. Wir haben sehr viel Talent in unserer Mannschaft, aber auch einige neue Spieler, die sich noch an die harte und physische Spielweise in der BBL gewöhnen müssen.“

Saša Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, vor allem nach dem schwierigen Spiel und der Niederlage am Freitag zuhause gegen Oldenburg, Ulm und wir haben neue Mannschaften, daher kennen wir Coaches unsere Spieler noch nicht so genau und wissen nicht, wie sie reagieren. Das ist der Prozess, in dem wir uns gerade befinden, deshalb brauchen wir auch noch Zeit. Wir haben heute besser gespielt als vor zwei Tagen, hatten aber einen schwierigen Start und haben Ulm am Anfang erlaubt, ihr Spiel zu spielen. Danach haben wir sehr gut gespielt und auch unsere Würfe sehr gut getroffen. Beide Teams brauchen noch Geduld, es gibt noch sehr viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Die Liga ist wie immer sehr stark, aber wir werden sehr hart kämpfen, um am Ende unter den besten zehn Teams zu landen.“

Ty Harrelson, Headcoach ratiopharm ulm:
„Erst einmal Glückwunsch an Coach Filipovski, er hat wie immer einen guten Job gemacht. Sie haben uns immer wieder in Eins-gegen-Eins-Situationen gebracht, und wenn wir einen Stopp bekommen haben, haben sie sehr oft den Rebound bekommen. 25 Punkte aus zweiten Chancen sind natürlich viel zu viel. Mir hat gefallen, wie wir ins Spiel gestartet sind. Im zweiten Viertel konnten wir dann im Angriff keinen Rhythmus mehr finden und haben einige Fehler gemacht. Am Ende des dritten Viertels waren wir dran, haben dann aber ein paar Mal den Ball verloren und auch ein technisches Foul kassiert. Ich bin enttäuscht darüber, dass es dann eine Niederlage mit 23 Punkten geworden ist.“

ratiopharm ulm – Fitness First Würzburg Baskets 67:90
(24:16, 9:25, 22:21, 12:28)

Für Würzburg spielten:
Calvin Wishart 18 Punkte/3 Dreier (4 Steals), Eddie Colbert 14/2 (11 Rebounds), Brandon Tischler 11, Sam Griffin 11/3 (3 Steals), Charles Thompson 10 (8 Rebounds), Max Jones 872, Lukas Herzog 6/1, Leo Saffer 6, Alen Pjanic 3/1, Jenny Dye 3/1.

Top-Performer Ulm:
Ibi Watson 14/1 (5 Assists), Oluwasimisola Shittu 13, Armel Traoré 10.

Key Stats:
Offensivrebounds: Würzburg 23 – Ulm 12
Punkte aus zweiten Chancen: Würzburg 25 – Ulm 9
Ballverluste: Würzburg 8 – Ulm 15

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